Kunstatelier
Ob Pop-up-Store oder Atelier – Kreativschaffende freuen sich über leerstehende Flächen. Foto: Pexels / cottonbro.

Kunst statt Leerstand: Kreative Ideen sollen leere Schaufenster in Hamburg beleben. Das ist das Ziel eines neuen Förderprogramms, für das der Senat rund neun Millionen Euro bereitsstellt. Am 1. Juli startet das Programm.

Kreativschaffende finden keinen bezahlbaren Raum um ihre Ideen zu präsentieren, gleichzeitig stehen Einzelhandelsflächen in der Stadt leer. Ein neues Förderprogramm soll beide Seiten zusammenbringen: Wer kreative Ideen hat – für Produktion, Präsentation oder Handel – soll dafür einen günstigen Raum in Hamburg bekommen. Das Konzept dahinter: Bis die Vermieter:innen eine langfristige Nutzung finden, beleben Kreative die leeren Schaufenster und erhalten Platz für ihre Projekte.

Dafür stellt der Senat rund neun Millionen Euro in einem Fonds bereit. Die Stadt hat das Programm gemeinsam mit der Hamburg Kreativ Gesellschaft entwickelt.

Ab Mitte Juli können Anträge für die Zwischennutzungen eingereicht werden

Das Förderprogramm Frei_Fläche basiert auf vier zentralen Maßnahmen:

  • Die Kreativschaffenden zahlen jeden Monat 1,50 Euro pro Quadrameter, auch in bester Innenstadtlage.
  • Vermittelnde Institutionen wie die Hamburg Kreativ Gesellschaft erhalten Zuschüsse, um große Flächen anmieten zu können. Diese wiederum können sie auf mehrere kleine Projekte aufteilen.
  • Die Projekte bekommen außerdem Zuschüsse, wenn kleinere Baumaßnahmen oder Genehmigungen für die Zwischennutzung erforderlich sind.
  • Das Programm fördert auch Kommunikationsmaßnahmen, die auf die kreativen Projekte aufmerksam machen.

Verantwortlich ist die Hamburg Kreativ Gesellschaft. Ab sofort können Interessierte auf der digitalen Plattform Kontakt aufnehmen und Informationen zum Verfahren bekommen. Das gilt sowohl für Kreativschaffende als auch Vermieter:innen. Bis Ende 2022 ist das Förderprogramm befristet.

Pop-up-Store bis Kunstausstellung – offen für alles

Der Senat erhofft sich von dem Programm mehrere Effekte. Niedrigere Kosten für Leerstand, mehr Präsenz für die Kreativen in der Stadt und belebtere Quartiere. So soll der Leerstand zu einer postiven Stadtentwicklung beitragen:

Die Zukunft gehört den Stadtquartieren, die einen guten Mix aus Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Kultur bieten. Mit dem Fonds Frei_Flächen wollen wir Leerstand beenden und einen Weg aufzeigen zu einer kreativen und lebendigen Entwicklung unserer Stadt. – Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien

Egbert Rühl, Geschäftsführer der Hamburg Kreativ Gesellschaft, freut sich über die schnelle Umsetzung des Programms. Es sei ein gutes Instrument, um Prototypen für den Wandel der Innenstädte zu entwickeln und auszuprobieren: „Zwischennutzungen sollten zu einem neuen Standard für Leerstand im Einzelhandel werden.“

Corona-Pandemie hat mehr Leerstand erzeugt

Die Corona-Pandemie hat den Druck auf den Einzelhandel verstärkt. Deswegen verwies Finanzsenator Andreas Dressel darauf, dass es in der Innenstadt und den Quartierszentren eine nennenswerte Zahl von Leerständen und Ladenschließungen gebe. Diese würden den Handlungsbedarf unterstreichen. „Temporär leerstehende Flächen müssen kein trauriger Anblick sein, sie können kreativ und kulturell genutzt werden“, sagte Dressel und betonte die Win-Win-Situation der Zwischennutzungen für beide Seiten.

Titelbild: Pexels / cottonbro

lau