Von Dienstag, den 19. Oktober, bis Sonntag, den 24. Oktober, findet in Hamburg das alljährliche Internationale Queer Filmfestival statt – diesmal wieder vor Ort in den Kinos. Online werden die Filme bis Sonntag, den 31. Oktober, abrufbar sein.

Das Internationale Queer Filmfestival findet dieses Jahr zum 32. Mal in Hamburg statt. Anders als letztes Jahr können die Filme 2021 wieder auf den großen Leinwänden im Passage, Metropolis und im 3001 Kino gezeigt werden. Darunter sind internationale Filme wie „Welcome to the USA“, der im Englischen Original mit Untertitel gezeigt wird, und „Vento Seco“ aus Brasilien.

Der Eröffnungsfilm „Genderation“ war am Dienstag, den 19. Oktober gleich in allen drei Kinos zu sehen. Regisseurin Monika Treut war für ein Gespräch nach der Vorstellung im Metropolis Kino. Ein sehr schöner Abend, so Treut. Für ihren Dokumentarfilm reiste sie nach San Francisco, wo die Regisseurin vor über 20 Jahren schon einmal die Trans*-Szene besucht hatte.

1999 erschien ihr Film „Gendernauts“, der als einer der ersten die Trans*-Bewegung in San Francisco thematisierte. Der Film gilt als wegweisend und wird noch immer auf Festivals und in Seminaren gezeigt. Zuschauer:innen interessierten sich häufig dafür wie es den Protagonist:innen heute geht. Da Treut noch in Kontakt mit diesen stand, entschied sie sich für eine Fortsetzung.

Eröffnungsfilm „Genderation“ ein voller Erfolg

Ressigeurin Monika Treut auf dem Queer Filmfestival.
Regisseurin Monika Treut | Foto: Edition Salzgeber

Der Film sei unter widrigen Umständen entstanden, so Treut. San Francisco sei heute die teuerste Stadt der USA, die Schere zwischen Arm und Reich hoch und die Kriminalitätsrate dementsprechend. Das Filmteam wurde ausgeraubt, musste anschließend mit einer geliehenen Kamera filmen. Sie wären durch viele Bundesstaaten gereist, um die Protagonist:innen zu interviewen, die sich San Francisco mittlerweile nicht mehr leisten könnten.

„Ein schöner Roadtrip war es aber“, sagt Treut. Die Corona-Pandemie verzögerte anschließend noch die Fertigstellung des Films, doch nun ist er auf dem Filmfestival und ab Donnerstag auch im Abaton Kino zu sehen. „Genderation“ zeigt, dass nicht nur die Queer Filme selbst, sondern auch ihr Entstehungsprozess spannende Geschichten erzählt.

Das Queer Filmfestival auch online abbrufbar

Viele der Filme können zusätzlich als Stream on Demand von Mittwoch bis Sonntag und darüber hinaus bis zum 31. Oktober online angesehen werden. Ein Online-Stream kostet für eine Person acht Euro und für eine sogenannte Stream-Fete zehn Euro. Tickets gibt es hier zu kaufen.

Vor Ort in den Kinos kosten die Tickets für einen Film acht Euro oder ermäßigt 5,50 Euro. Im Passage und im 3001 gilt während des Festivals die 2G-Regelung. Zutritt haben also nur Personen, die geimpft oder genesen sind. Das Metropolis Kino ist auch für getestete Personen geöffnet.

bros

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Lilly Brosowsky, 1994 ist im Schatten der Zugspitze aufgewachsen: in Garmisch-Partenkirchen. Der Höhenlage ist sie lange treu geblieben, hat mal auf 3.640 Meter Höhe in La Paz als Barkeeperin gearbeitet, mal Waliser Schwarznasenschafen auf einer Hochhausalm in München die Klauen geschnitten. Nach sieben Jahren in München musste sie im flachen Hamburg erst einmal lernen, dass sie in einer Bäckerei fragend angeschaut wird, wenn sie Fleischpflanzerlsemmeln bestellt. Dabei ist sie kulinarisch durchaus aufgeschlossen: Als Volontärin kostete sie für „Mit Vergnügen“ bereits kandierte Heuschrecken. Für das Stadtmagazin schrieb sie unter anderem über die Münchner Szene. Als sie den Hype eines Clubs kritisch kommentierte, wurde sie von der „Süddeutschen Zeitung“ auf Instagram zitiert. Vor ihrem Volontariat hat Lilly einen Bachelor in Literaturwissenschaften und einen in Philosophie gemacht. Sie wünscht sich für die Zukunft Feminist:innen wie Sophie Passmann wegen ihrer progressiven Ansichten zu interviewen. (Kürzel: bros)