Wie können sich Festivals gegen biochemische Anschläge schützen? Katarina Chmielewski hat an der HAW ihre Bachelor-Arbeit zu diesem Thema geschrieben – und bekam dafür den Student Award 2021.

HAW Hamburg-Studentin Katarina Chmielewski hat in ihrer Bachelor-Arbeit eine neue Festival-Sicherheitsstrategie entwickelt und dafür den Student Award 2021 gewonnen. Diese Auszeichnung wird jährlich vom Verein zur Förderung der Sicherheit von Großveranstaltung verliehen, welcher sich als Kompetenznetzwerk für Organisation und Management in der Veranstaltungsbranche versteht.

Chmielewski Arbeit hat den Titel: „Entwicklung möglicher Strategien bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) durch Biologische Erreger auf Großveranstaltungen am Beispiel des Wacken Open Air“. Daher handelt ihre Arbeit primär von der Gefahr und möglichen Sicherheitsstrategien bei biochemischen Anschlägen – auch CBRN-Anschläge genannt. Die wären beispielsweise bei einem terroristischen Anschlag denkbar. Thematisch bietet ihre Arbeit jedoch auch Sicherheitskonzepte gegen die Verbreitung von Krankheitserregern wie SARS-CoV-2 bei größeren Menschenmassen.

Vier Sicherheitsstrategie

Die Studentin hat selbst ein Praktikum auf dem Wacken Open Air gemacht. „Dazu habe ich vor meinem Studium eine Ausbildung zur BTA, also zur biotechnischen Assistentin gemacht und habe hier meinen thematischen Schwerpunkt“, sagt sie.

Chmielewski entwickelt vier Szenarien, in denen jeweils Krankheitsausbrüche durchgespielt werden. Darunter auch ein unbeabsichtigtes Ereignis wie die Verbreitung des Coronavirus. Dabei könne ein Massenanfall von Verletzten passieren, wenn beispielsweise durch Gerüchte eine Massenpanik ausbricht. Ein weiteres Szenario spielt auch die Verbreitung eines falschen Gerüchts (Hoax) bezüglich eines bio-chemischen Anschlägen durch.

Das größte Problem: die schiere Größe der Menschenmassen. „Festivals in dieser Größenordnung sind temporäre Kleinstädte mit bis zu 85.000 Menschen. Es ist schon eine riesige Herausforderung dort den Hygienestandard einzuhalten.“, sagt Prof. Dr. Karsten Loer, Professor für Technik der Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz. Es müsse deshalb von der Polizei situativ abgewogen werden, ob Stresssituationen auf Festivals dringend ausgelöst werden müssen.

Katarina Chmielewski Arbeit berechnet jedoch auch solche Paniksituationen ein. Sie darf jetzt ihre Arbeit auf der digitalen Woche „Forschung zur Veranstaltungssicherheit“ vorstellen. „Insgesamt hat mir das Studium der Gefahrenabwehr an der HAW Hamburg großen Spaß bereitet. Ich fühlte mich gut betreut und habe den hohen Praxisanteil im Studium sehr genossen“, sagt Chmielewski.

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Manuel Kunst, 1988 in Wiesbaden geboren, macht, abgesehen von seinem angefangenen Architekturstudium, keine halben Sachen. Nach erfolgreicher Neuorientierung zog er nach Hamburg und gab schon in der ersten Woche Jürgen Vogel am Strand einen Tequila aus. Er studierte Medien- und Kommunikationswissenschaften sowie Soziologie und absolvierte anschließend ein Volontariat beim „Unternehmer“-Magazin der Deutschen Unternehmer Börse. Dort baute er die Podcast- und Videoproduktion auf. Beim Gärtnern hat Manuel immer Pech, dafür kocht er gern und gut, ob asiatische oder italienische Gerichte. Als DJ legt er heute vor allem Hip-Hop auf, früher hat er einmal in der Hardcore Punkband „Deaf on Demand“ Gitarre gespielt. Auch alle Zähne hat er sich beim Pogen schon mal ausgeschlagen – allerdings schon im Alter von fünf Jahren beim Hüpfen auf dem Bett. (Kürzel: mku)

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