Wyn hat ein Videotagebuch geführt, Laura ein Computerspiel durchgezockt und Mia bei einer digitalen Geschenkübergabe teilgenommen. Corona ist real und die Quarantäne auch. Erfahrt, wie ihr euch auf die Selbstisolation vorbereiten könnt. 

Ein Inzidenzwert von über 2000, eine noch höhere Zahl an Neuinfektionen pro Tag: Omikron breitet sich aus. Mittlerweile scheint jede:r jemanden zu kennen, der:die positiv auf Corona getestet wurde. Noch nie mussten, seit Ausbruch der Pandemie, sich so viele Menschen in Quarantäne begeben und schon längst macht sich der Gedanke breit: Wann wird es bei mir so weit sein?

Für diesen Artikel hat FINK.HAMBURG-Redakteurin Anna Nguyen mit sechs Personen gesprochen, die von ihren Erfahrungen in der Quarantäne erzählen. Laura, Wyn, Lilly, Kathi, Marius und Mia haben sich im Zeitraum zwischen Dezember 2020 und Januar 2022 mit Corona angesteckt. Warum sie gestärkt aus der Isolation kamen, welche Filmreihe ihnen dabei geholfen hat, nicht den Verstand zu verlieren, und wie ihr euch auf eine bevorstehende Quarantäne vorbereiten könnt, lest ihr hier.

Vor der Quarantäne: Prepp it like it’s hot

Wir sind doppelt geimpft, geboostert und trotzdem passiert es: Der grüne SARS-CoV-2 Negativ-Schriftzug verwandelt sich in ein bedrohliches SARS-CoV-2 Positiv-Zeichen. In diesem Moment fängt das Gedankenkarussell sich an zu drehen. Gefühle wie Angst, Scham, Unsicherheit und Panik steigen auf, aber was dagegen hilft: eine gute Vorbereitung. Kathi hat euch hier aufgeschrieben, was ihr über die aktuellen Quarantäne-Regelungen wissen müsst.

Und das hier solltet ihr jetzt schon machen:

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Während der Quarantäne: Es geht um dich

Eine Coronainfektion ist kein Spaß. Wichtig in dieser Zeit ist es, auf den eigenen Körper zu hören. Horcht in euch rein. Wenn ihr euch krank fühlt, kämpft nicht dagegen an. Erlaubt es euch im Bett zu liegen, euch auszukurieren, schont euch und lasst den Körper seine Arbeit tun.

Wenn ihr auf dem Weg der Besserung seid, könnt ihr wieder aktiver werden. Vielen hat es geholfen, sich eine Routine aufzubauen beziehungsweise weiterhin am Alltag teilzunehmen. Beispielsweise haben Wyn, Kathi und Mia weiter an den Vorlesungen der Hochschule teilgenommen. Wenn es euch guttut, arbeitet weiter. Das kann Struktur in die Quarantäne bringen und gibt euch das Gefühl, Teil des Lebens „da draußen“ zu sein.

Struktur kann aber auch bedeuten, sich jeden Tag Dinge vorzunehmen, auf die man sich freut. Lilly und Mia haben während der Quarantäne einen Harry-Potter-Marathon gestartet und jeden Tag einen Teil der Filmserie angeschaut. Wer damit fertig ist, kann direkt mit „Phantastische Tierwesen“, „Herr der Ringe“, „Star Wars“ oder mit Marvel-Filmen weitermachen. Ihr guckt lieber Serien? Dann empfehle ich euch: „Die Discounter“ auf Amazon Prime, „Cheerleading“ auf Netflix und „Succession“ auf Sky Ticket.

Wyn hat während dieser besonderen Zeit ein Videotagebuch geführt und so eine bleibende Erinnerung geschaffen. Mit etwas Humor wird er auch noch Jahre nach der Pandemie darüber lachen können. Marius hat die Quarantäne als Chance genutzt. Als es ihm gesundheitlich wieder besser ging, probierte er neue Dinge aus. Er tastete sich an Yoga ran und startete mit leichten Übungen. Viele Programme bieten einen kostenlosen Testzugang für 14 Tage an – perfekt also um unverbindlich einzusteigen. Ihr wolltet schon immer mal Meditation ausprobieren? This is your time. Aber setzt euch nicht unter Druck. Wenn euch beispielsweise Zocken, Lesen oder Fernsehen guttut, tut das.

Ein weiterer Klassiker der Quarantäne-Aktivitäten: Facetimen, skypen und telefonieren. Ruft eure Großeltern an, neue und alte Freund:innen, Familie oder euren Stromanbieter, um den Tarif zu wechseln. Letzteres ist ein Scherz. Wenn ihr einen Balkon habt, überwindet euch zumindest für fünf Minuten jeden Tag rauszugehen. Kocht, probiert neue Rezepte aus und ganz wichtig: Lest euch nicht zu viel zu Corona durch. An der Situation könnt ihr nichts ändern und in Isolation bringt es gar nichts, sich noch mehr Gedanken um das blöde C zu machen.

Nach der Quarantäne: Zusammensein ist ein Privileg

So eine Quarantäne bringt nicht nur verschnupfte Nasen, ungemachte Betten und leere Pizzakartons hervor. Gerade nach dieser Zeit sind sich alle bewusst geworden, wie glücklich sie sich schätzen können, nicht allein zu sein. Die Unterstützung durch Familie, Freund:innen und Bekannte war bei allen sechs Befragten sehr stark und wurde als wertvoll und sicherheitsschaffend empfunden.

Zehn Tage gehen schneller rum, als man denkt und man verpasst nicht so viel, wie man anfangs vermutet hat. – Kathi, FINK.HAMBURG-Redakteurin

Die meisten konnten die Isolation mit ihren Partner:innen verbringen. Aber nicht allen war dieses Glück gegeben. Kurz vor Weihnachten musste Laura ganz allein in die Quarantäne und ihr wurde klar: „Da draußen gibt es so viele Menschen, die immer alleine sind. Vor allem Senioren, Studierende, die weit weg wohnen. Man kann sich glücklich schätzen, wenn man viele Menschen um sich hat, die sich sorgen, die in der Nähe sind. Man sollte da Rücksicht nehmen und auch für andere mehr da sein.“

Eine Isolation alleine zu verbringen, kann ziemlich auf die Psyche gehen. Trotz enger Beziehungen können zehn Tage Quarantäne einen auf die Probe stellen. Deswegen: Bleibt aufmerksam, schaut euch um und helft gerade den Menschen, die sonst eher weniger Kontakt mit anderen Personen haben. Eine kurze Nachricht – „Wie gehts dir? Ich denk an dich.“ – ist  schnell geschrieben und kann viel bewirken. 

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Keramik, Textilien bemalen, Blumen trocknen oder Kerzen drehen: Irgendetwas Schöpferisches muss Anna Nguyen, Jahrgang 1993, immer zu tun haben. Bis zu ihrem siebten Lebensjahr lebte sie in Köthen, Sachsen-Anhalt, die ersten fünf Jahre in einem Asylbewerberheim. Mit ihren Eltern verkaufte sie auf der Straße Blumen und Zigaretten. Als Teenagerin lebte sie im Allgäu, kann aber trotzdem nicht Skifahren. Sie studierte in Würzburg und Neu-Ulm, machte einen Bachelor in Informationsmanagement und Unternehmenskommunikation. Nach einem Praxissemester bei einem hiesigen Social-Media-Startup wollte sie dauerhaft nach Hamburg. Bei „Mit Vergnügen“ arbeitete sie als Redakteurin – zwischenzeitlich schrieb sie auch eine Kolumne über die Unterschiede zwischen Süd- und Norddeutschland. Besonders viel Ärger gab es, wenn es darin um Aldi Nord und Aldi Süd ging.