Das Foto zeigt die Preisträger des Norddeutschen Wissenschaftspreises 2022. Foto: BWFGB
Preisträger des Norddeutschen Wissenschaftspreises ( v.l.n.r.): Prof. Dr.-Ing. habil. Norbert Huber, Prof. Dr. rer. nat. Gerold Schneider, Prof. Dr. rer. nat. Manfred Eich, Prof. Dr. rer. nat. Patrick Huber, Prof. Dr.-Ing. Jörg Weissmüller. Foto: BWFGB

Am Montag wurde der Norddeutsche Wissenschaftspreis verliehen. Der erste Preis ging an ein Forschungsprojekt der Technischen Universität Hamburg (TUHH). Er ist mit 150.000 Euro dotiert.

Der diesjährige Norddeutsche Wissenschaftspreis geht an das Verbundprojekt „Center for Integrated Multiscale Material Systems“ (CIMMS). Ziel des Projekts ist laut einer Pressemitteilung der TUHH die Herstellung neuer Werkstoffe. Die Materialeigenschaften sollen sich an natürlichen, biologischen Stoffen orientieren.

Materialeigenschaften sollen nachhaltiger werden

Professor Gerold Schneider, Direktor des Zentrums für Hochleistungsmaterialien und Sprecher des CIMMS, sagt im Gespräch mit FINK.HAMBURG: „Die Idee ist Funktionalität in Werkstoffen nicht primär durch die Chemie zu erzeugen, sondern durch die Strukturierung. Dadurch sollte es gelingen Werkstoffe zu entwickeln, die umweltfreundlicher sind und wenn möglich, in Kreislaufwirtschaft integriert werden können.“

Ein Problem mit vielen Werkstoffen ist nämlich momentan, dass diese mithilfe chemischer Prozesse gewonnen werden und in der Gewinnung umweltschädlich sind, oder nicht ökologisch abgebaut werden können. Die Wissenschaftler*innen versuchen, sich an in der Natur vorkommenden Materialien zu orientieren. Über deren Struktur sollen gewünschte Materialeigenschaften erzeugt werden, wie zum Beispiel elektronische Leitfähigkeit oder Stabilität.

In der Praxis, so Schneider, sei die Umsetzung kompliziert und dauere noch mehrere Jahre. Im Hinblick auf die Umweltverschmutzung sei es jedoch höchste Zeit, sich damit zu befassen. Die Werkstoffe sollen unter anderem in den Bereichen Energie, Mobilität oder Medizin eingesetzt werden können.

Verbundprojekt vernetzt Forschung

Das Projekt wird bereits seit 2020 von der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung mit knapp vier Millionen Euro gefördert. Es vernetzt überregionale Forschung im Bereich Materialwissenschaften. Wissenschaftler*innen der TUHH, der Universität Hamburg, des Deutschen Elektronen-Synchrotons und des Helmholtz-Zentrums Geesthacht arbeiten hier zusammen.

Norddeutscher Wissenschaftspreis: 250.000 Euro für die Wissenschaft

Den zweiten Preis über 100.000 Euro hat ein Verbundprojekt der Technischen Universität Braunschweig bekommen. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre von der Norddeutschen Wissenschaftsministerkonferenz vergeben. Die Wissenschaftsministerien der norddeutschen Länder Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachen stiften den Preis. Er zeichnet länderübergreifende Kooperationen im Bereich der Ingenieurswissenschaften aus, an denen Wissenschaftler*innen aus mindestens zwei norddeutschen Bundesländern beteiligt sind.

Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank sagt zu der Verleihung: „Heute erleben wir ein richtiges Heimspiel für die Wissenschaft! Ich freue mich sehr, dass wir den Norddeutschen Wissenschaftspreis heute in Hamburg an zwei tolle Projekte überreichen, eines davon aus Hamburg. Beide Preisträgerprojekte zeigen eindrucksvoll, wie sehr wissenschaftliches Arbeiten davon profitieren kann, wenn sich die klügsten Köpfe zusammentun – und das über die Grenzen von Fachbereich und Institution hinweg.“

lin

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