42. Hamburger Kurzfilmfestival

Aktives Zuhören als Motto

Das Bild zeigt einen abgedunkelten Kinosaal. Die Leinwand ist hell beleuchtet. Auf einigen roten Kinosesseln sitzen Personen. Sie sind nur von hinten zu sehen.
Das 42. Hamburger Kurzfilmfestival. Foto: Claudia Höhne/Kurzfilmfestival Hamburg

Das Hamburger Kurzfilmfestival findet dieses Jahr vom 2. bis 7. Juni in mehreren Hamburger Kinos statt. Zum 42. Mal werden Kurzfilme auf den Leinwänden der Stadt ausgestrahlt.

Unter dem Motto „Listening“ steht das 42. Hamburger Kurzfilmfestival vom 2. bis zum 7. Juni. Kurzfilme aus aller Welt werden während der Festivalwoche gezeigt. Unabhängige Filmemacher*innen grümdeten das NoBudget-Festivalformat. Heute gilt das Hamburger Kurzfilmfestival als eines der weltweit wichtigsten Veranstaltungen seiner Art in der Filmindustrie. Auf dem Programm stehen über 300 Kurzfilme aus rund 50 Ländern, wie etwa Deutschland, England, Palästina oder dem Kosovo. Zu den Themenschwerpunkten zählen sowohl der Feminismus, als auch intersektionelle Perspektiven auf gesellschaftliche Themen wie die Gleichstellung der Geschlechter.

Gezeigt werden die Filme in acht Hamburger Kinos, darunter das Zeise Kino in Ottensen, 3001 Kino in der Sternschanze sowie das Metropolis Kino am Gänsemarkt. Über das Filmprogramm hinaus finden Panels, Ausstellungen und Partys im Festivalzentrum Post am Kaltenkirchener Platz statt. Fachleute aus der Industrie und Hochschulen lehren und berichten über die Filmindustrie und laden zum Diskurs ein in “Table Talks”, Workshops und “Roundtable Discussions”.

„Do you hear me?“ – Aktives Zuhören als Festivalmotto

Das diesjährige Festival-Motto „Listening“ will einen Raum für aktives Zuhören in einer Zeit vom rasantem Medienkomsum und Cancel Culture – dem Boykott kontroverser Personen oder Organisationen – schaffen. Maike Mia Höhne, künstlerische Leiterin des Festivals, betont: „Zuhören heißt auch zu fragen: Wer hört wem zu – und unter welchen Bedingungen? Als Festival ist es für uns wichtiger denn je, emanzipatorischen Bewegungen die Leinwand zu bieten, die sie verdienen.“

Vielseitiges Programm

Es gibt unterschiedliche Programmkategorien für die Kurzfilme. Das „Labor der Gegenwart“ beispielsweise fokussiert sich auf feministische Ansätze und gesellschaftskritische Reflexion. Die Kategorie „Hamburger Positionen“ beleuchtet intersektionale Perspektiven in Form von Dokumentar- und Fiktionsfilmen. Zuschauer*innen können unter anderem Filme aus den Archiven des Norddeutschen Rundfunks (NDR) sehen. Darunter auch Luc Jochimsens “Frauenstreik” (1977), ein Film über einen Streik zu geschlechtlicher Gleichstellung am Arbeitsplatz.

Intersektionalität definiert die Verschränkung verschiedener Diskriminierungsformen. Die neuen deutschen Medienmacher*innen nennen folgendes Beispiel: Eine Schwarze Frau erlebt andere Diskriminierungen als eine weiße Frau, da sich Anti-Schwarzer Rassismus und misogyner Sexismus zu einem eigenen Phänomen verbinden.

Wettbewerbe für die besten Kurzfilme

Im Rahmen des Festivals werden mehrere Wettbewerbe ausgetragen – beispielsweise der deutsche, der internationale und der des jungen Kurzfilmfestivals „Mo&Friese“. Den “dreifachen Axel” gewinnt, wer den besten Film mit dem Thema “Drei” mit maximal drei Minuten Länge vorstellt. Bei “Mo&Friese” sitzen Kinder in der Jury. Auch der Arte-Kurzfilmpreis wird im Rahmen des Festivals vergeben.

Must-See-Filme der Redaktion

  1. Persönliche Abbildungen der städtischen Realität werden in Noam Gorbats “under*score” (2023) hervorgehoben. In diesem Film wird die Künstler*in PREACH in ihrem Alltag begleitet. Die Hamburgerin mit ghanaischen Wurzeln behandelt Themen wie Identität, Freundschaft und Liebe. Durch Kunst, als Rapperin und im Theater verarbeitet sie ihre Erfahrungen.
  2. In “میوههایملال (Fruits of Despair)” (2025) von Nima Nassaj nimmt ein politischer Essay von einem iranischen Filmemacher eine Wendung, nachdem der Protagonist selbst in den israelischen-palästinensischen Konflikt gerät. Mit seiner Familie flüchtet er aus Teheran und dokumentiert die Flucht.
  3. Schweigen als Protest: Farnoosh Samadis “Il silenzio (The silence)” (2016) handelt von der kurdischen Geflüchteten Fatma in Italien. Sie begleitet ihre Mutter zu einem Arzttermin. Von ihr wird erwartet, dass sie zwischen dem Arzt und ihrer Mutter dolmetscht, doch sie schweigt.

ona

Raus in die Welt wollte Bleona Ramadani schon immer: Das zeichnete sich bereits ab, als sie im Jahr 2000 früher als geplant in Neumünster geboren wurde. Ihren ersten Bekanntheitsgrad erreichte sie schon in der Grundschule als Einradmeisterin. Doch das reichte ihr nicht. Zum Musikbusiness Studium ging es nach Hamburg. Seitdem ist Bleona in der Musikindustrie unterwegs: Bei „365xx records“ mit Female Artists, wo sie die Social Media Kanäle koordinierte und für den internationalen Blog des Labels schrieb. Oder auf ihrem TikTok-Kanal, wo sie Künstler*innen und Musiktrends analysiert. Bei Songs von 432 Hertz schlägt ihr Herz mal langsamer, und sie hat nicht das Gefühl, mit allem früh dran sein zu müssen.
Kürzel: ona

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