Neue Regeln für Schulbegleitung in Hamburg

Inklusion an Schulen

Zwei Kinder schauen auf ein Schulheft und schreiben darin.
Kritiker*innen befürchten Nachteile für Kinder mit Förderungsbedarf. Foto: Pixabay/klimkin

Hamburg plant, die Schulbegleitung für Kinder mit Förderbedarf neu zu ordnen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und die Linke kritisieren die Pläne.

Hamburg will die Regelungen für hilfsbedürftige Kinder an Schulen ändern: Ab dem Schuljahr 2026/27 sollen häufiger junge Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) die Kinder im Schulalltag begleiten. Pädagogisches Fachpersonal soll nur noch in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen.

Das geht aus einem Schreiben der Schulbehörde hervor, über das die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Die Behörde begründet den Schritt mit stark gestiegenen Fallzahlen und hohen Kosten.

Mehr Förderfälle an Hamburgs Schulen

Nach Angaben der Schulbehörde gab es im Schuljahr 2011/12 rund 460 Fälle mit Schulbegleitung. Nun sind es im aktuellen Schuljahr 4011. Auch die Kosten sind laut der Behörde deutlich gestiegen: von 6,75 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 42,15 Millionen Euro im Jahr 2025.

Kinder mit Förderbedarf in den Bereichen Lernen, Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung sollen laut der Behörde im ersten Schuljahr zunächst keine Schulbegleitung mehr erhalten. Stattdessen sollen Schulen andere Hilfen anbieten. Erst wenn das nicht reicht, kann eine Schulbegleitung erneut zur Debatte stehen.

Kritik von GEW und Linken

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert die Pläne scharf. Sie warnt davor, Kinder mit Förderbedarf schlechter zu stellen und Schulen zusätzlich zu belasten. „Inklusion ist ein Menschenrecht und keine freiwillige Leistung, die je nach Haushaltslage gekürzt werden kann“, sagte der Vorsitzende Sven Quiring.

Auch die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft sieht darin deutliche Einschnitte bei der Inklusion. „Dass insbesondere fachlich ausgebildetes Personal nur noch eine Ausnahmeerscheinung darstellen soll, ist ein echter Skandal“, sagte die schulpolitische Sprecherin Sabine Ritter. Die Positionen zur Bildungspolitik der verschiedenen Hamburgschen Parteien gingen bereits bei der vergangenen Bürgerschaftswahl auseinander.

Die Schulbehörde weist die Kritik zurück. Sie erklärt, die vorhandenen Mittel sollen gezielter dort ankommen, wo Kinder und Jugendliche sie besonders brauchen.

pal/dpa

Patricia Schnoor, geboren 2002 in Hamburg, war als Kind entweder beim Karate oder Reiten, liebt Horrorfilme und hat als Teenie alle Wände ihres Zimmers bemalt. Ursprünglich wollte sie Ärztin werden, doch dann kam BookTok dazwischen. Nach dem Abi begann sie dort Illustrationen und Buch-Reviews zu veröffentlichen. Keine zwei Jahre später bekam sie Illustrations-Aufträge von den Big Five der Publishing-Häuser sowie aus neun Ländern, darunter Malaysia und die USA. Parallel hat sie Medienwissenschaft mit dem Nebenfach Kommunikation und Journalistik an der Universität Hamburg studiert. In ihrer Bachelorarbeit widmete Patricia sich ihrer Leidenschaft BookTok auch wissenschaftlich. Karate macht sie heute nicht mehr, dafür haut jetzt ihre Berichterstattung um.
Kürzel: pal

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