Fashion Revolution Week
Who made my clothes. Foto: Harriet Dohmeyer

Vor vier Jahren stürzte in Bangladesch eine Textilfabrik ein, 1127 Menschen starben. An das Unglück erinnert jährlich die „Fashion Revolution Week“. Sie soll das Bewusstsein für nachhaltige Mode fördern – auch in Hamburg. Die Veranstaltungen im Überblick.

Am 24. April um etwa 8.45 Uhr Ortszeit starben auf dem Gelände des Rana Plaza in Bangladeschs Hauptstad Dhaka 1127 Menschen, 2438 weitere wurden verletzt. Nach Ermittlungen zeigte sich schnell, dass es sich bei dem Einsturz der Textilfabrik um eine absehbare Katastrophe handelte. Einmal mehr machte sie deutlich, unter welchen Arbeitsbedingungen Kleidung hergestellt wird, die große Modeketten billig verkaufen.

Um an das Unglück zu erinnern und sich für faire Produktionsbedingungen in der Modeindustrie einzusetzen, wurde 2013 die weltweite Bewegung „Fashion Revolution“ gegründet. In der Woche um den 24. April erinnert sie mit der „Fashion Revolution Week“ jährlich mit Podiumsdisskussionen, Filmvorführungen und Kleidertauschpartys an die Katastrophe von Dhaka.

In den sozialen Netzwerken posten Nutzer vom 24. bis 30. April unter dem Hashtag #whomademyclothes Fotos von den Etiketten ihrer Kleidungsstücke. So zeigen sie, wo ihre Kleidung produziert wurde – oder fragen die Hersteller nach der Herkunft. Manche Produzenten wiederum antworten auf die Frage.

Auch in Hamburg haben sich Akteure aus dem Fair-Fashionbereich wie die Gründer der Online-Klamottenbibliothek Kleiderei und das nachhaltige Label Kluntje zusammengetan, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Nach dem Motto „Tauschen statt Kaufen“ können in der B-Lage in der Schanze, einem kleine Laden, alte gegen andere gleichwertige Kleidungsstücke getauscht werden.

Alle Events der „Fashion Revolution Week“ 2017 in Hamburg auf einen Blick:

24. bis 29. April: Kleidertausch Pop-up-Store, B-Lage
Kleidertausch organisiert von Akteuren der nachhaltigen Modeszene

25. April: The Future of Fashion – Podiumsdiskussion, Avocadostore
Abend zum Thema Zukunft der fairen Mode

26. April: Clean Clothes Campaign präsentiert: Arbeitsrechte in Bangladesh, BetaSalon by betahaus
Experten-Talk zum Thema Arbeitsrechte in der Textilindustrie in Bangladesch

27. April: Greenpeace präsentiert: Trash to Cash?, Superbude St. Pauli
Experten-Talk über die Sinnhaftigkeit des Recycling-Trends

28. April: Fashion Revolution Party, B-Lage
Ausklang der „Fashion Revolution Week“

29. April: Große Fashion Revolution Filmnacht, Centro Sociale
Abschluss der „Fashion Revolution Week“ mit ausgewählten Filmen zum Thema Mode und Konsum

Weitere Events für andere deutsche Städte und mehr Informationen sind auf der Seite der „Fashion Revolution Week“ zu finden.

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Harriet Dohmeyer, Jahrgang 1995, kommt vom Land, hat sechs Jahre lang auf einer Nordseeinsel gelebt, ist aber Hamburgerin aus Überzeugung. Sie bloggt mit Leidenschaft über Menschen mit einer Leidenschaft: Cafébesitzer, junge Designtalente oder Künstler. Auf ihren Entdeckungstouren und auf Reisen lässt sie sich von der urbanen Subkultur inspirieren. Ihre Fotoaufnahmen teilt sie auch auf Instagram, um wiederum anderen die Augen für schöne Dinge zu öffnen. Bei Gruner & Jahr hat sie in der Marketingabteilung gearbeitet. Kann nicht ohne: Fotoapparat. Kann nicht mit: Kopfkissen schlafen.