Wir geben die Antworten auf die häufigsten Ausreden der Nichtwähler.
Wir geben die Antworten auf die häufigsten Ausreden der Nichtwähler. Foto: pixabay.com

Keine Zeit. Das ist Protest. Die machen doch eh, was sie wollen. FINK.HAMBURG hat sich die Argumente von Nichtwählern angehört und gibt darauf die passenden Antworten. Fünf Gründe, sein Kreuz doch zu setzen.

Hintergrund:

Mehr als 17,5 Millionen Menschen sind bei der letzten Bundestagswahl zu Hause geblieben. Die Gründe sind unterschiedlich, lassen sich laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung aber in vier Kategorien gliedern: Unmut über Politiker, eine generelle Politikverdrossenheit, Unzufriedenheit mit den Angeboten der Parteien und persönliche Motive.

Damit die Wahlbeteiligung in diesem Jahr nicht den historischen Tiefstpunkt von 70,8 Prozent (2009) sogar noch unterschreitet, geben wir die passenden Antworten auf die fünf häufigsten Ausreden und die Motive der Nichtwähler.

Mit der Rubrik #FINKaboutit beleuchtet die Redaktion von FINK.HAMBURG regelmäßig relevante Themengebiete. Und trägt dafür die wichtigsten Fakten, News und Hintergrundinformationen zusammen.

1. Die da oben machen, was sie wollen.

Eine Mehrheit der Nichtwähler sagt, dass Politiker kein offenes Ohr mehr für die Sorgen der kleinen Leute haben und nur an ihre eigene Karriere denken. Dahinter steckt oft Enttäuschung, nachdem Vertreter des Volkes ihre Versprechen nach der Wahl nicht umgesetzt haben. Tatsächlich scheinen Politiker bei Koalitionsverhandlungen manchmal alle Ideale über Bord zu werfen. Das ist bedauerlich. Doch es wird nicht besser, wenn man der Demokratie grundsätzlich die Unterstützung verweigert. Denn wer nicht wählen geht, bekommt garantiert nicht das, was er will.

2. Politik interessiert mich nicht.

Diese Ausrede stellt sich in den meisten Fällen als falsch heraus. Wer ein Hobby hat, interessiert sich automatisch auch für Politik. Denn um das Hobby auszuüben, ist man oft politischen Entscheidungen ausgesetzt – sei es zu ausgebauten Fahrradwegen, zur Modernisierung von Sportplätzen oder zur Bereitstellung von schnellem Internet. Genau das ist Politik – und jeder Wähler kann mit seiner Stimme mitentscheiden.

3. Ich gehe aus Protest nicht wählen.

Nichtwahl aus Protest: Natürlich kann eine geringe Wahlbeteiligung als Protestzeichen gewertet werden. Diese Rechnung geht bei der Bundestagswahl aber nicht auf. Denn die Sitzverteilung im Bundestag errechnet sich nur aus den gültigen und abgegebenen Stimmen. Nicht abgegebene Stimmen fallen einfach unter den Tisch. Dafür hat Nichtwahl einen negativen Effekt. Durch eine Wahlenthaltung erleichtert man extremen Parteien den Sprung über die Fünfprozenthürde. Der Kabarettist Hagen Rether hat das mal so zusammengefasst: „Wählen ist wie Zähneputzen. Wenn man es nicht macht, wird’s braun.“

Bundestagswahl FINK.HAMBURG erleichtert euch den Blick in die Wahlprogramme der Parteien. Wir haben alle Hamburger Spitzenkandidaten von SPD, CDU, Grünen, FDP, LINKE und AfD nach ihren Plänen befragt und stellen ihre Ansichten in ausführlichen Interviews vor.

4. Meine Stimme bewirkt nichts

Eine von mehr als 60 Millionen Wählerstimmen abzugeben, klingt unbedeutend. Trotzdem kommt es auf jede einzelne Stimme an. Gerade für kleinere Parteien, weil sie die Fünfprozenthürde meistern müssen. Den Ausschlag geben oft nur wenige Tausend Stimmen.

5. Ich habe keine Zeit

Hinter diese Ausrede verbirgt sich schlichtweg: Faulheit. Wer weiß, dass er am 24. September unter spontaner Lustlosigkeit leiden oder tatsächlich keine Zeit haben wird, beantragt eine Briefwahl. Dadurch erspart man sich den Weg ins nächstgelegene Wahllokal und gibt seine Stimme von zu Hause ab.

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Christoph Petersen, Jahrgang 1989, liebt Bahnfahren und zahlt gerne seinen Rundfunkbeitrag. Das klingt, als ob er ein Spießer sei, ist er aber nicht. Der Wiesbadener war sogar schon mal in der „Neon" als Single bei den „Ehrlichen Kontaktanzeigen“. Nach seinem Politik- und Soziologie-Studium in Mainz arbeitete Christoph als Hörfunkredakteur und -Moderator für hr1, bevor er sein Volontariat bei einer Produktionsfirma für Dokumentarfilme abschloss. Jetzt lebt er in der „Barmbronx" im Osten Hamburgs und bummelt lieber über den Flohmarkt beim Museum der Arbeit als über den in der Schanze. Dort sucht er vor allem nach alten Schallplatten, die Kindheitserinnerungen wecken.

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