Ein Blick ins G20-Medienzentrum. Mehreren Journalisten wurde grundlos die Akkreditierung zum Gipfel abgenommen, berichten mehrere Medien. Foto: Christina Sabrowsky/dpa
Ein Blick ins G20-Medienzentrum. 32 Journalisten wurde der Eintritt verwehrt. Foto: Christina Sabrowsky/dpa

Während G20 wurde mehreren Journalisten die Akkreditierung zum Messegelände abgenommen. Der Deutsche Journalistenverband kritisiert das Vorgehen.

Während des G20-Gipfels in Hamburg wurde mehreren Journalisten die Akkreditierung zum Pressezentrum am Tagungsort Hamburg Messe entzogen. Das berichten Pressevertreter in den sozialen Medien und die Lokalzeitung „Weser Kurier“. Das BKA begründet die Entscheidung mit Sicherheitsbedenken.

Beim „Weser Kurier“ handelt sich um den Fotografen Rafael Heygster. „Als er gegen 13 Uhr am Freitag in das Pressezentrum zurückkehren wollte, teilte man ihm mit, dass ihm seine Akkreditierung entzogen worden sei“, meldete das Blatt. So habe der Veranstalter dafür gesorgt, dass dem Journalisten kein Zugang mehr zum Messegelände gewährt wurde. Auf Nachfrage sei die Entscheidung nicht begründet worden.

„Sicherheitsrelevante Erkenntnisse“

Das Bundeskriminalamt ist für die Akkreditierung von Pressevertretern in den Messehallen verantwortlich und führt „sicherheitsrelevante Erkenntnissen“ an, „die gegen eine Akkreditierung sprechen“. Informationen zu einzelnen Fällen könnten nicht herausgegeben werden, so die Behörde auf Rückfrage.

Ein anderer Fotojournalist, Björn Kietzmann, postete am Freitag ein ähnliches Geschehen auf Twitter. Am Eingang zum G20-Messeglände sei ihm die Akkreditierung abgenommen worden.

Stefan Endter, Rechtsanwalt des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) in Hamburg, sind bisher vier Fälle bekannt, in denen Journalisten die Akkreditierung entzogen worden ist. Unabhängig von diesen Vorfällen sei die Lage für Pressevertreter in Hamburg aktuell aber ruhig, so Endter. Es gebe nur eine weitere größere Beschwerde. 

DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall ruft die Beamten dazu auf, Journalisten nicht als Störenfriede zu behandeln, da sie nur ihren „Auftrag zur freien und ungehinderten Berichterstattung wahrnehmen“.


Der DJV bietet während G20 eine Rechtsberatung für Journalisten an. Zu erreichen unter: 0178 51 97 109.