Barkassen gehören zum gewohnten Bild in der Hamburger Speicherstadt. Foto: Laura Lagershausen
Barkassen gehören zum gewohnten Bild in der Hamburger Speicherstadt. Foto: Laura Lagershausen

Zu hoher Wasserdruck hat über Jahre die Kaianlagen der Speicherstadt beschädigt. Nun sollen die Mauern ab 2019 saniert werden. Hamburgs Barkassen-Kapitäne sind über die Pläne zum Bauvorhaben entsetzt.

Die historische Speicherstadt soll ab 2019 umfassend saniert werden. Notwendig ist das, laut Stadt Hamburg, aufgrund von Schäden, die durch den seit Jahren zu hohen Wasserdruck entstanden sind. Ziel ist die Stabilisierung der alten Kaimauern und der darunter liegenden historischen Speicher, die dem Viertel ihren Namen gaben.

Barkassen-Führer sind entsetzt

Der Plan, die Fleete im Zuge der Maßnahmen mit Sand aufzuschütten, sorgt für großen Unmut unter den Barkassen-Führern. „Das ist verrückt, wir sind entsetzt“, sagt Gregor Mogi, Vorstandsmitglied des Hafenschifffahrtsverband und selbst Inhaber einer Barkassenfima gegenüber FINK.HAMBURG. „Durch die Verfüllung mit Sand könnten sich Unterwasserbänke bilden, die eine Durchfahrt für uns unmöglich machen.“ Zudem sei der Sand viel zu schwer und drücke zusätzlich gegen die maroden Mauern. Außerdem könnten die Schiffe nicht mehr unter die zahlreichen Brücken passen, wenn das Grundwasser steige.

„Das ist verrückt, wir sind entsetzt“

Der Hafenschiffahrtsverband hat auf Einladung der Stadt Anfang Oktober einen Kompromissvorschlag zu den bisherigen Sanierungsplänen eingereicht. Dieser sieht eine schräge Steinböschung statt des Sandes vor, die an beiden Uferseiten je drei Meter breit sein soll. „Da wir ja bereits jetzt schon nicht mehr überholen dürfen, würden wir einfach eine Einbahnstraße aus den Fleten machen“, sagt Mogi.

„Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen“

Zu weiteren Gesprächen kam es am Mittwoch. Dort war der Hafenschiffahrtsverband aber nicht eingeladen. „Es handelte sich hierbei um ein behördeninternes Treffen“, sagte der Pressesprecher der Finanzbehörde Christopher Harms. Auch betonte er, dass noch keine abschließende Entscheidung gefallen sei: „Es werden mehrere technische Maßnahmen zur Sanierung der Kaimauern geprüft, zudem haben wir uns mehrere Meinungen eingeholt. Auch die Barkassenschiffer wurden gehört. Eine Festlegung für oder gegen eine bestimmte Lösung gibt es bisher noch nicht.“

An drei verschiedenen Orten in der Speicherstadt finden bereits jetzt kleinere Ausbesserungen statt. Begonnen wurde Ende Juni mit den Baumaßnahmen am Speicher D6 zwischen Kehrwieder und Kehrwiederfleet. Ab September wurden am Zollkanal zwei weitere Bereiche instand gesetzt. An der geplanten Grundsanierung mit Beginn 2019 werde seitens der Stadt festgehalten. Insgesamt umfasst sie von Kehrwieder bis zum Brookkai eine Länge von 2,2 Kilometern und soll bis zu 28,2 Millionen Euro kosten.