Wenn die Platzampel
Wenn die Ampel "grün" zeigt, ist noch ausreichend Platz im Waggon vorhanden. Foto: dpa/Daniel Bockwoldt

Auf der Suche nach Sitzplätzen in U-Bahnen sollen künftig LED-Leuchten behilflich sein: Seit Montagmorgen testet die Hamburger Hochbahn Platzampeln an der Haltestelle Wandsbek Markt.

Wie viele Fahrgäste befinden sich schon in einem Waggon? Seit diesem Montag sehen das Wartende an der Haltestelle Wandsbek Markt auf einen Blick: Die Hochbahn testet dort zwei Wochen lang ein neuartiges Ampelsystem. LED-Leuchtbänder mit roten, gelben oder grünen Lämpchen an der Decke des Bahnsteigs sollen anzeigen, wie viele Fahrgäste sich momentan in der U1 befinden. Hintergrund: Die Wagen sind ungleich ausgelastet, in einigen drängen sich die Pendler, während andere wesentlich leerer bleiben.

Zunächst soll der Test nur zu Stoßzeiten – zum morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr – durchgeführt werden. Derzeit können die Ampeln das aktuelle Passantenaufkommen noch nicht automatisch erfassen. In der Testphase werden Auszubildende der Hamburger Hochbahn eingesetzt. Sie beobachten an der Station Straßburger Straße das Platzangebot in den Wagen und melden es an ihre Kollegen an der Haltestelle Wandsbek Markt. Diese schalten dann manuell die Ampeln auf die entsprechende Farbe.

So stellt sich die HOCHBAHN die Funktionsweise der Platzampel in Zukunft vor:

„Verläuft dieser Test mit positivem Ergebnis, wird im nächsten Schritt die konkrete technische Umsetzung für relevante Haltestellen überprüft“, erklärt die Sprecherin der Hochbahn Constanze Dinse. Sollte sich also eine große Mehrheit der Befragten für das Projekt ausprechen, könnte es bald weitere Test-Standorte geben. Vor allem hochfrequentierte Haltestellen wie Berliner Tor, Hauptbahnhof oder Schlump stellen das Unternehmen bisher im Feierabendverkehr immer wieder vor Herausforderungen.

In einer Twitter-Umfrage der Hochbahn im Februar dieses Jahres stimmten die Teilnehmenden bereits mehrheitlich für eine Einführung der Platzampel. Auch die Reaktionen der Hamburger Fahrgäste am ersten Testtag fielen durchweg positiv aus. So wurde die „sinnvolle technische Nachrüstung“ der Haltestellen ebenso gelobt, wie die „längst überfällige Lösung im Umgang mit steigenden Passagierzahlen“.

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Robert Bauguitte, Jahrgang 1988, liebt den Ruhrpott, vertraut aber kulinarisch auf seine französischhugenottische Herkunft. Am liebsten kocht er „Coq au vin“ oder backt Flammkuchen. Sonst trifft man ihn oft im Fußballstadion, wo er für die Sportzeitung „Reviersport“ als freier Mitarbeiter gearbeitet hat. Er ist in Duisburg geboren, dennoch brennt Roberts Herz für den Verein Wattenscheid 09 (aus Bochum). In Hamburg trifft man ihn häufig bei St.-Pauli-Spielen an, zu denen er schon während seines MeWi-Studiums sogar aus Siegen angereist ist. Neben dem Sport interessiert er sich vor allem für Kultur, die Elbphilharmonie begeistert ihn besonders.