Touristen fotografieren die Elbphilharmonie. Es gibt aber auch alternative Tourispots. Foto: Lennart Albrecht
Touristen fotografieren die Elbphilharmonie. Foto: Lennart Albrecht

Gedrängel am Eisstand, fünf Euro für ein Fischbrötchen und überall wird man nach dem Weg gefragt – viele Hamburger sind von den Touristen in ihrer Stadt genervt. Geht es euch auch so? Dann gibt es hier sieben alternative Tourispots zu den beliebtesten Orten in und um Hamburg.

1. Dove Elbe statt Elbstrand

Der Elbstand in Hamburg
Der Elbstrand ist ein beliebtes Ausflugsziel. Foto: Paula Loske-Burkhardt

Hier sind sich Touris und Einheimische einig: Der Elbstrand gehört zu den schönsten Orten Hamburgs. 2017 wurde der Strandabschnitt von der „New York Times“ sogar zu einem der 10 schönsten Orte am Wasser in ganz Europa erklärt. Klar, dass der 13 Kilometer lange Strand an der Elbe ein beliebtes Ausflugsziel sowohl für Touristen als auch für Hamburger ist. Dementsprechend voll ist es allerdings auch an schönen Tagen. Wer keine Lust auf wenig Platz und 30 Minuten Anstehen für eine Limo hat, kann die Sonne stattdessen im Südosten Hamburgs genießen.

Die Alternative:

Dove Elbe im Südosten Hamburgs
Dove Elbe im Südosten Hamburgs. Foto: Luisa Höppner

Hier fließt nämlich die Dove Elbe. Der 18 Kilometer lange Nebenarm der Elbe, der sich durch Bergedorf schlängelt, ist auch unter Hamburgern immer noch ein echter Geheimtipp. In dem Wasserpark Dove Elbe können sich die Besucher entweder an einer der vielen Badestellen erholen oder mit dem Kanu die Idylle entlang des Flussarms genießen.

2. Eis&Innig statt Luicella’s

Das Luicellas in der langen Reihe.
Lange Wartezeiten inklusive: Das Luicella’s in der Langen Reihe. Foto: Paula Loske Burkhardt.

Seit 2013 hat die Eis-Hoheit ganz klar eine Eisdiele: Luicella’s. Ob in Sankt Georg oder auf Sankt Pauli: Den beliebten Eisladen erkennt man an der gefühlt kilometerlangen Schlange vor der Tür. Zugegeben, das Franzbrötchen-Eis oder die verschiedenen Sorbet-Sorten sind ziemlich lecker. Aber wer hat schon Lust, 30 Minuten auf eine Kugel Eis zu warten?

Die Alternative:

Eis&Innig in Eimsbüttel. Foto: nadine von Piechowski
Eis&Innig in Eimsbüttel. Foto: Nadine von Piechowski

Die Zeit kann man auch besser nutzen und bespielsweise nach Eppendorf fahren. Da befindet sich nämlich der Geheimtipp unter den Eisliebhabern: das Eis&Innig. Die Eissorten sind genauso vielfältig und ausgefallen wie die Kreationen bei Luicella’s. Hier gibt es allerdings einen Pluspunkt: (noch) keine langen Schlangen.

3. Entenwerder statt Landungsbrücken

Beliebter Touri-Ort: Die Landungsbrücken. Foto: Paula Loske-Burkhardt

Ob Hafengeburtstag oder nicht: Die Landungsbrücken sind ein echter Touristenmagnet. Auf der 700 Meter langen, schwimmenden Anlegerstation werden zahlreiche Touri-Artikel, Hafenrundfahrten und überteuerte Fischbrötchen angeboten. Hier können sich alle Besucher wie echte Seemänner und Seefrauen fühlen – Gedrängel vor der Gangway der Fähre inklusive.

Die Alternative:

Entenwerder. Foto: Pauli-Pirat / Wikimedia Commons / Lizenz: CC-BY-SA-4.0 DE

Wer keine Lust auf viele Menschen hat, aber trotzdem am Wasser sein möchte, kann stattdessen einen Abstecher nach Entenwerder machen. Die Halbinsel in Rothenburgsort eignet sich perfekt für einen Spaziergang an der Nordelbe. Der 16 Hektar große Elbpark Entenwerder bietet genug Platz für Sonnenanbeter, Inline-Skater und Fahrradfahrer. Das schwimmende Café Entenwerder 1 ist längst kein Geheimtipp mehr und entschädigt selbst den größten Fischbrötchen-Fan mit vielen alternativen Leckereien!

4. Sankt Jacobi statt Michel

St Michaelis Michel Kirche
Die Hauptkirche St. Michaelis, besser bekannt als der Michel. Foto: Paula Loske-Burkhardt

Der Michel ist die evangelische Hauptkirche in Hamburg und heißt eigentlich Sankt Michaelis. Die Barockkirche gilt seit Jahrhunderten als das Wahrzeichen Hamburgs. Im vergangenen Jahr besuchten rund 1,5 Millionen Menschen den Michel. Jeder zweite davon stieg auf den Michel-Turm. Ein ruhiges Plätzchen in der beliebten Kirche zu finden, kann da schnell zu einem Problem werden.

Die Alternative:

St Jakobi Kirche
Unbekannte Alternative: die Sankt Jakobi Kirche in der Innenstadt. Foto: Paula Loske-Burkhardt

Etwas ruhiger geht es in der knapp zwei Kilometer entfernten Sankt Jakobi Kirche zu. Die evangelisch-lutherische Kirche in der Altstadt steht schon seit 1260 in Hamburg und ist ein geschütztes Kulturgut. Am ersten Sonntag im Monat können die Besucher nicht nur auf den Kirchturm steigen, sondern bekommen zusätzlich noch ein leckeres Stück Kuchen. Denn dann hat das hauseigene Turmcafé geöffnet. Die Einnahmen werden gespendet und kommen sozialen Hilfseinrichtungen zugute.

5. Wilhelmsburger Inselpark statt Planten un Blomen

Planten und Bloomen
Eine kleine Oase mitten in der Stadt – Planten un Blomen. Foto: Paula Loske-Burkhardt

Das grüne Herz Hamburgs schlägt mitten in der Stadt. In Planten un Blomen gibt es nicht nur prächtige Pflanzen und schöne Blumen, sondern auch ein chinesisches Teehaus, verschiedene Themengärten und ein Wasserlichtspiel – und das Ganze auch noch kostenlos. Entsprechend sind auch die Besucherzahlen: Planten un Blomen gehört zu den meistbesuchten Parkanlagen in Hamburg. Eine entspannte Jogging-Runde oder ein ausgiebiges Sonnenbad ist bei so viel Trubel kaum möglich.

Die Alternative:

Schöne Alternative: Der WIlhelmsburger Inselpark
Schöne Alternative: Der Wilhelmsburger Inselpark. Foto: Thoya Urbach

Wer trotzdem nicht auf einen ausgiebigen Parkbesuch verzichten möchte, sollte einen Abstecher in den Wilhelmsburger Inselpark machen. Die erst 2013 eröffnete Parkanlage ist noch ein echter Geheimtipp. Der 85 Hektar große Park steht Planten un Blomen in nichts nach. Es gibt verschiedene Sport- und Freizeitangebote sowie einen Grill- und Spielplatz um den idyllischen Kuckucksteich.

6. Öjendorfer Park statt Stadtpark

Der Hamburger Stadtpark Ajepbah, Wikimedia Commons, CC-BY-SA-3.0 DE 2
Der Hamburger Stadtpark Foto: Ajepbah, Wikimedia Commons, CC-BY-SA-3.0 DE 2

Im Hamburger Stadtpark gibt es eine Freilichtbühne, einen Minigolfplatz, ein Schwimmbad, ein Planetarium, eine Grillwiese, unzählige Sportplätze sowie einen Bootsverleih. So vielseitig das Freizeitangebot in der Parkanlage ist, so zahlreich sind auch die Besucher. Wer also keine Lust hat, im Zick-Zack zu joggen oder beim Grillen eine Frisbee gegen den Kopf zu bekommen, sollte an Sonnentagen einen großen Bogen um den Stadtpark machen.

Die Alternative:

Ein ruhiges Plätzchen: Öjendorfer Park.
Ein ruhiges Plätzchen: Öjendorfer Park. Foto: Paula Loske-Burkhardt

Der Geheimtipp: Der Öjendorfer Park. Der im Osten Hamburgs gelegene Park ist perfekt für ein entspanntes Picknick, eine große Jogging-Runde oder einen Spaziergang. In dem Öjendorfer See, der doppelt so groß wie die Binnenalster ist und in der Mitte des Parks liegt, kann man im Sommer sogar baden – und das ganz ohne Eintrittsgeld. Am besten erreicht man den Park übrigens mit dem Fahrrad.

7. Nebenschauplätze statt Hafencity

Die Osakaallee in der HafenCity. Foto: Nadine von Piechowski
Die Osakaallee in der Hafencity. Foto: Nadine von Piechowski

Hamburgs jüngster Stadtteil ist die Hafencity. Das circa 2,4 Quadratkilometer große Gebiet am Hafen ist erst seit 2008 ein Stadtteil der Hansestadt. Mit zahlreichen Shops, Restaurants und Museen ist die Hafencity ein beliebter Touri-Ort. Das kann man auch an den Besucherzahlen sehen. Die Stadt geht in der Ferienzeit von bis zu 80.000 Besuchern täglich aus. Die Hafencity-Rundgänge sind stets gut besucht. Klar, dass man sich da vor den Gebäuden häufig gegenseitig auf den Füßen steht.

Die Alternative:

Nebenschauplätze. Führung von Hinz und Kunzt. Foto: Nadine von Piechowski
Nebenschauplätze-Führung von Hinz und Kunzt. Foto: Nadine von Piechowski

Wer etwas mehr Platz mag und die Stadt mal von einer anderen Seite kennenlernen will, sollte an dem Rundgang Hamburger Nebenschauplätze teilnehmen. An jedem zweiten Sonntag im Monat führen zwei ehemalige Obdachlose, im Auftrag von Hinz und Kunzt, durch die Innenstadt. Hier kann man erfahren, wie Wohnungslose in Hamburg leben, wo sie die Nacht verbringen können und welche Probleme der Alltag ohne festen Wohnsitz mit sich bringt.

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Nadine von Piechowski, Jahrgang 1992, studiert in dem Gebäude, in dem sie geboren wurde: die Finkenau 35, früher eine Geburtsklinik, heute die HAW Hamburg. Bislang hat sie nur nördlich der Elbe gelebt: In Kiel und Kopenhagen studierte sie Geschichte und Archäologie. Nadines ursprünglicher Plan: ein weiblicher Indiana Jones werden. Hut und Peitsche hat sie als Ausrüstung zum Abschluss schon geschenkt bekommen. Trotzdem will sie lieber in den Journalismus. Nadine absolvierte diverse Praktika, etwa in der Pressestelle des Bundes für Natur und Umweltschutz und bei „Radio Hamburg“ in der Redaktion. Beim Helms-Museum in Harburg lektorierte sie einen Ausstellungskatalog. Sie schreibt unter anderem für den Blog „Typisch Hamburch“. In ihrer Freizeit spielt sie Handball und versucht, mit ihrem bienenfreundlichen Balkon die Welt zu retten. Kürzel: nvp
Paula Loske-Burkhardt, Jahrgang 1995, dippt gerne italienische Pizza in Apfelmus. Bislang war PR ihr Spezialgebiet: Ihren Bachelor in Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenskommunikation machte sie an der FH Kiel. Während des Studiums hat sie bei einer Fluggesellschaft und in der Pressestelle der Hochschule gearbeitet. Der höchste Berg, den sie je bestiegen hat, ist über 4000 Meter hoch und steht auf Borneo, jedes Jahr wandert und klettert sie in den Alpen. Sie hat ein Jahr in Brasilien gelebt und reist auch sonst gern durch Lateinamerika. Unterwegs übernachtet sie auf den Couches von Fremden. In Griechenland hat sie drei Tage bei einer 90-Jährigen und deren Sohn gewohnt, obwohl sie sich mit beiden rein gar nicht verständigen konnte. Immerhin musste sie so nicht am Strand schlafen. pal