Wie „Höhle der Löwen“: Beim „Gründerflirt“ stellen Jungunternehmer in der Handelskammer Hamburg ihre Geschäftsideen vor.  Eine Jury aus drei Investoren wählt ihre Favoriten aus. Diese dürfen noch einmal ausführlich vorsprechen.

In der Handelskammer Hamburg fand am 18. Juni zum ersten Mal der „Gründerflirt“ statt. Menschen mit innovativen Geschäftsideen treffen hier auf mögliche Investoren. Sie benötigen Kapital, um wachsen zu können. Oft fehlen ihnen auch das nötige Know-how, gute Vertriebswege oder die richtigen Kontakte. Die Jury setzt sich aus drei Investoren zusammen, die besonders vielversprechende Jungunternehmer erneut zum Vorsprechen einladen.

Investor Ralf Dümmel, geschäftsführender Gesellschafter der DS Produkte GmbH, begab sich auch schon in der Fernsehsendung „Höhle der Löwen“ auf die Suche nach erfolgversprechenden Geschäftsideen. Die Veranstalter des Events „Gründerflirt“ verzichten auf die Raubtiermetapher, trotzdem ähnelt das Format stark der TV-Serie. Neben Dümmel ließen sich Christian Weber, Geschäftsführer des Hamburger Bauunternehmens HC Hagemann, und Anan Pinitvetchagan, Chef des Risikokapitalgebers 20 Scoops, die Ideen der Gründer präsentieren.

Die Devise: „3x3x3“

Acht junge Menschen stellten der Jury und dem Publikum ihre Ideen vor. Dabei galt die die Devise „3x3x3“: Auf drei Minuten Speed-Pitch, also einer Kurzvorstellung der Geschäftsidee, folgten drei Minuten Fragen der Juroren und drei Minuten Fragen aus dem Publikum.

Im Vorfeld hatte die Handelskammer ihren Gründern versprochen: „Unsere Löwen beißen nicht!“ Und tatsächlich fielen die Beurteilungen am Montag eher mild aus. Einzig Anan Pinitvetchagan rief den Entwickler einer digitalen Bildbearbeitungssoftware zu mehr Bescheidenheit auf: „Versucht, nie zu sagen, dass ihr Apple vom Thron stoßen wollt.“

Vier Gründer dürfen zum ausführlichen Vorsprechen

Die Favoriten erhielten keine feste Zusage für ein Investment. Sie dürfen ihre Idee nun ausführlich präsentieren und über mögliche Finanzierungsmöglichkeiten diskutieren. Es bleibt offen, wie viel Geld an die Gründer gehen soll.

Christian Weber entschied sich am Ende für „Reos“, eine digitale Hausverwaltung, sowie für „Luxs“, eine Software zur Vermarktung von Produkten auf dem chinesischen Markt. Anan Pinitvetchagan wählte mit „Ovy“ eine App zur Kontrolle des weiblichen Zyklus per Temperaturmessung. Ralf Dümmel will der Marke „Lipstock“, die Regale für Schminkprodukte herstellen möchte, unter die Arme greifen.

tob