Die Stadt und die Volksinitative „Hamburgs Grün erhalten“ haben beschlossen, Grünflächen besser zu pflegen und bei der Stadtentwicklung mehr Wert auf die Natur zu legen. Doch nicht allen kommt der neue Beschluss gelegen.

Hamburg soll weiterwachsen und gleichzeitig grüner werden: Das ist das Ziel, auf das sich die Stadt und die Volksinitiative „Hamburgs Grün erhalten“ geeinigt haben. Der dauerhafte Schutz von Grünflächen soll gesichert werden.

„So einen Sprung nach vorne hat der Naturschutz in Hamburg noch nie gemacht“, sagt Alexander Porschke, Chef vom Naturschutzbund. Mit dem Beschluss zieht die Initiative „Hamburgs Grün erhalten“ ihr Volksabstimmungsverfahren zurück. Über ein Jahr hatte die Initiative zusammen mit der Bürgerschaft über ihre Forderungen verhandelt. Jetzt einigte man sich mit Rot-Grün auf einen „Vertrag für Hamburgs Stadtgrün“.

Landesflächen unter Naturschutz stellen

Der Vertrag sieht vor, zehn Prozent der Landesfläche dauerhaft unter Naturschutz zu stellen – derzeit sind es 9,41 Prozent in Hamburg. Der Bundesdurchschnitt liegt bei nur 3,9 Prozent. Dabei sollen die Gebiete auf dem aktuellen Stand gehalten werden, ebenso die Anteile an Flächen des Biotopverbundes. Jährlich sollen zusätzlich 4,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.

Konkret bedeutet das für die Zukunft: Wenn gebaut wird, muss es dafür an anderer Stelle Ausgleichsflächen geben. Künftig sollen Ranger für die Sicherung der Naturschutzgebiete eingesetzt werden. Einmal jährlich wird dann geprüft, ob all die Abmachungen befolgt wurden.

Was ist zu befürchten?

Der Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Andreas Breitner, befürchtet hingegen eine zunehmende Bauverdichtung durch die Beschlüsse. Vermutlich würden sich weniger Naturschützer und stattdessen mehr Nachbarn auflehnen. „Ob das politisch einfacher wird, bleibt fraglich.“ Schon jetzt könne so gut wie kein Wohnungsbauprojekt mehr zeitnah umgesetzt werden, ohne dass es Widerstand aus der Nachbarschaft gebe.

Viele Hamburger Grünflächen sind aufgrund von Bebauungen bedroht. Immer wieder geraten Unternehmen mit Anwohnern aneinander. Es geht etwa um Übernutzungen, wie im Schanzenviertel: Dort bestand der Plan, die Grünfläche am Bahndamm Sternschanze mit einem Kulturzentrum vor allem für Musikclubs zu bebauen. Die Bewohner der Falkenried-Terrassen bangen aufgrund von Brandschutzmaßnahmen um ihren grünen Innenhof. Und die Vollhöfner Weiden in Altenwerder West gehören seit 2016 zum Hafennutzungsgebiet.

max/dpa

Titelfoto: Thomas Hampel

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Harald Schmidt hat 1995 gesagt, dass Kinder nur noch Max, Paul oder Leonard heißen. „Namen wie blank geputzte Holztische“. Zu diesem Zeitpunkt war Max Paul Leonard Nölke seit zwei Monaten auf der Welt. Der Dortmunder Knirps teilt mit seinen Namensvettern Hobbys wie Fußball, Musik hören und Freunde treffen. Soweit, so blank geputzt. Markanter ist Max‘ Schreibe. Der herbe Ruhrpott-Schlag gepaart mit seinem Feingefühl brachten ihn in die Redaktionen der Dortmunder “Ruhr Nachrichten” und der Berliner “taz”. In Marburg hat er Sprache und Kommunikation studiert, kann auf Italienisch einen Ramazzotti bestellen und auf Niederländisch eine Frikandel Speciaal. Am liebsten sind ihm aber die Kohlrouladen von Mama. Irgendwann will er mal mit Olli Schulz ein Fischbrötchen verspeisen. Der ist sowieso lustiger als Harald Schmidt. Kürzel: max