Wer in Hamburg ein Häuschen will, muss blechen: Für ein altes Haus fallen pro Quadratmeter durchschnittlich über 4.000 Euro an – ein neuer Rekord. Auch das Wohnen im Umland wird teurer. Doch es gibt noch Lichtblicke.

Wohnen in Hamburg bleibt teuer. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise für bestehende Wohnungen und Häuser um etwa vier Prozent gestiegen. Dies geht aus der aktuellen Immobilienstudie der LBS Bausparkasse in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen F+B hervor.

Besonders in Eppendorf, Nienstedten, Blankenese und Othmarschen müssen Käufer tief in die Tasche greifen: Bis zu 7.000 Euro kostet dort der Quadratmeter eines Bestandshauses. Der Durchschnittspreis für bestehende Wohnungen liegt derweil bei 4.483 Euro pro Quadratmeter. Seit 2009 haben sich die Wohnungspreise verdoppelt.

Bezahlbarer Wohnraum im Nordosten und Süden

Ein Grund zum Verzweifeln sei dies trotzdem nicht, sagt Jens Grelle, Vorstandsvorsitzender der LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg AG. Die Nachfrage nach Wohnimmobillien sei zwar unvermindert stark und übersteige in einigen Stadtteilen Hamburgs und den guten Lagen des Umlandes das Angebot. „Trotzdem ist vielerorts ein Kauf auf dem durchschnittlichen Mietpreisniveau noch möglich“, sagt er.

Wer nach günstigen Wohnungen Ausschau halte, werde vor allem im Nordosten und Süden der Hansestadt fündig, so Grelle. Er rät zur Suche nach Bestandswohnungen. Neubau-Wohnungen seien schwieriger zu bekommen. Möglich ist das etwa noch in Ochsenwerder, Neugraben-Fischbek und Eißendorf.

Eigentumswohnungen im Hamburger Umland beliebt

Verglichen mit der Stadt sind die Eigentumswohnungen und Bestandshäuser im Umland Hamburgs nur halb so teuer. Für dasselbe Geld bekommen Käufer mehr Wohnfläche. „Durch die gute Verkehrsanbindung an die Hansestadt profitieren insbesondere Pendler von der Vorteilskombination ‚Arbeiten in der Stadt – Wohnen im Grünen'“, sagt Grelle. „Oft werden sie für diese Flexibilität mit niedrigen Preisen belohnt.“ Und Wohnungen und Häuser dort sind begehrt. Der Immobilienexperte schätzt, dass sich der sogenannte Überlaufeffekt in den nächsten Jahren verstärken wird. Interessenten würden noch weiter in das Umland ausweichen, die Preise vor Ort steigen.

Es sei absehbar, dass sich der Preisabstand zwischen Stadt und Umland in den nächsten Jahren verringern wird. Weiterhin gilt: Das Angebot gerade an günstigem Wohnraum wird auch in Zukunft die Nachfrage nicht decken.

kil/dpa

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Es gibt kein Gericht, das Kim Ly Lam, Jahrgang 1996, nicht mag – sogar Raupen hat sie schon einmal probiert. Besonders begeistert ist sie von der internationalen Küche, denn diese ist so bunt und vielfältig wie ihre Interessen: Hip-Hop, Film, Politik und Reisen zählen etwa dazu. In Südafrika arbeitete sie in einer NGO und betreute die Kinder traumatisierter Frauen aus den Townships. Mit diesen Erfahrungen im Gepäck zog sie für ihren Bachelor in Digital Media nach Hamburg. Dort startete sie als freie Autorin für das “Hamburger Abendblatt”, “ze.tt” sowie die “Berliner Gazette” und schrieb über Big Data, Hamburger Lokalpolitik und auch sensible Themen wie sexuellen Missbrauch. Dem Essen blieb sie auch beruflich treu: In der Versuchsküche von Gruner + Jahr verkostete sie täglich bis zu zwölf Gerichte – und kochte sogar für Tim Mälzer. Kürzel: kil