Auf kuriose Weise steigt der HSV auf. Allerdings nur die dritte Mannschaft. Sieben Punkte Vorsprung reichen für den Wiederaufstieg in die Oberliga. Und das, obwohl die Mannschaft beim 3:0-Sieg gar nicht gespielt hat. 

Der HSV III steigt im Jahr nach seinem Abstieg wieder auf. Bereits zwei Spieltage vor dem Ende der Saison ist der Abstand auf den Zweitplatzierten USC Paloma groß genug, um nicht mehr eingeholt werden zu können. Mit ihrer Leistung mussten die Spieler der dritten Mannschaft des Fußballvereins aus Hamburg am Wochenende allerdings nicht überzeugen: Der 3:0-Sieg stand bereits im Vorfeld fest, da der Gegner nicht ausreichend Spieler für die Partie stellen konnte. Beim Letztplatzierten der Landesliga, dem FC Elmshorn, waren drei Stunden vor Ende der Partie nur noch acht Spieler gemeldet.

Um 17:30 Uhr erhielt der HSV den Anruf, dass die gegnerische Mannschaft nicht antreten würde. Aufgrund von zahlreichen Ausfällen standen bereits am Nachmittag beim FC Elmshorn nur 11 Spieler bereit, davon drei Torhüter. Als zwei weitere Absagen eintrafen, entschieden die Verantwortlichen des FC Elmshorn, nicht anzutreten. Dadurch wurde das Spiel 3:0 für den HSV III gewertet. Bei den Hamburger Spielern führte das zu großem Unmut. Man sei um den verdienten Lohn gebracht worden, auch spielerisch den Aufstieg perfekt zu machen, sagte Stürmer Jendrik Bauer nach dem Spiel.

Für erste Mannschaft gilt: weiter zweite Liga

Die erste Mannschaft des HSV dagegen kann nach der 1:4 Pleite gegen Paderborn am Sonntag praktisch nicht mehr aufsteigen. Vor dem letzten Spieltag steht ein Rückstand von drei Punkten auf den Drittplatzierten Union Berlin auf dem Papier. Selbst wenn der HSV das letzte Spiel gegen den MSV Duisburg am kommenden Sonntag gewinnt und Union Berlin verliert, steht dem Sprung auf den Relegationsplatz die um 21 Treffer schlechtere Tordifferenz im Weg.

Nachdem bereits vor zwei Wochen ein weiterer Hamburger Sportverein den Aufstieg in die erste Liga schaffte, war die Hoffnung auch bei den Fußballfans groß. Doch nun steht der HSV vor der zweiten Zweitliga-Saison in Folge.

HSV-Trainer Hannes Wolf fand keine klaren Worte für die Zukunft des Fußballvereins: „Wenige Dinge haben gereicht, um unser nie stabiles Konstrukt einstürzen zu lassen. Es hat nicht funktioniert. Das müssen wir erstmal verdauen.“ Auch HSV-Legende Uwe Seeler zeigt sich ernüchtert über den Ausgang der Saison: „Ich habe natürlich bis zuletzt gehofft, aber nach den letzten Spielen war die Hoffnung nicht mehr so groß. Jetzt bin ich sehr enttäuscht. Weiter zweite Liga ist für Hamburg nicht schön und für mich natürlich auch nicht.“

lud/dpa

Titelfoto: Pixabay

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Lukas Dose, 1995 in Plön geboren und dort aufgewachsen, ist Nordlicht durch und durch. Auch ein kurzes Intermezzo in Salzgitter für seinen Bachelor in Medienmanagement konnte das nicht ändern – Hamburg sollte es sein. Bei einem Praktikum in der Social-Media-Agentur Elbkind rückte er unter anderem Müsliriegel für Fotoshootings ins rechte Licht. Mit seinen knapp zwei Metern ist er der Größte im FINK-Newsroom. Die geringe Beinfreiheit im Flugzeug hält ihn aber nicht davon ab, die Welt zu entdecken: Die Vereinigten Arabischen Emirate, USA und Skandinavien hat er unter anderem schon bereist. In Schweden faszinierte ihn die fortgeschrittene Digitalisierung. Bargeldloses Bezahlen, schnelles Internet, Wlan überall – gute Argumente, um nach dem Master vielleicht noch weiter in den Norden zu ziehen. Kürzel: lud