Strahlende Sonne und rund 300 Schiffe: Zum weltweit größten Hafenfest kamen an diesem Wochenende mehr als eine Million Besucher. Bis auf einen Zwischenfall verlief alles weitgehend friedlich, so die Polizei.

Mehr als eine Million Besucher haben in Hamburg bei gutem Wetter den 830. Hafengeburtstag gefeiert. Das dreitägige Event endete am Sonntagnachmittag traditionell mit der großen Auslaufparade, die vom Feuerlöschboot „Branddirektor Krüger“ angeführt wurde. Bei strahlendem Sonnenschein hatten sich zahlreiche Besucher an den Landungsbrücken versammelt, um die schwimmenden Gäste zu verabschieden. Zu Songs wie „Time to Say Goodbye“ und „In Hamburg sagt man Tschüss“ verließen unter anderem die russischen Großsegler „Sedow“ und „Krusenstern“, mehrere Marineschiffe sowie Schlepper den Hafen.

Rund 300 Schiffe waren zu dem Event im Hafen, viele von ihnen konnten besichtigt werden. Besucher hatten die Möglichkeit, neben traditionellen Segel- und Museumsschiffen auch hochmoderne Wasserfahrzeuge zu besuchen darunter der Hightech-Katamaran „Energy Observer“, der durch Wind, Sonne und Wasserstoff angetrieben wird und sich aktuell auf Weltumrundungstour befindet.

Schlepperballett und Feuerwerk

Zu den Highlights zählten neben Ein- und Auslaufparade das Schlepperballett und das große Feuerwerk am Samstagabend sowie ein live aus der Elphilharmonie übertragenes Konzert der Geigerin Anne-Sophie Mutter.

Die Veranstalter werteten den 830. Hafengeburtstag als „vollen Erfolg“. Es sei „ein fantastisches maritimes Fest für alle Hamburgerinnen und Hamburger und die zahlreichen Gäste“ gewesen, lobte Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos). Im vergangenen Jahr waren rund 1,3 Millionen Besucher gezählt worden. Damals war das weltweit größte Hafenfest wegen Christi Himmelfahrt einen Tag länger als üblich gefeiert worden.

Auch die Polizei zog eine positive Bilanz des Wochenendes: Man habe „ein friedliches Ereignis“ erlebt, sagte ein Sprecher am Sonntagabend. Aufgrund des „enormen Besucheransturms“ sei insbesondere der Samstag eine Herausforderung für die Beamten gewesen, die aber gut händelbar gewesen sei.

Schlafender Obdachloser angezündet

Zu einem Zwischenfall kam es am Samstagnachmittag, als ein Unbekannter an den Landungsbrücken die Haare eines obdachlosen Mannes anzündete und flüchtete. Eine Passantin eilte zur Hilfe und konnte die Flammen mit der Hand ausschlagen. Der 52-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht, konnte dieses aber wenig später wieder verlassen.

Nach Zeugenaussagen war der Täter mit einer Gruppe mehrerer Betrunkener unterwegs. Die Gruppe soll Englisch gesprochen haben und bestand möglicherweise aus britischen Touristen, hieß es. Wie die Polizei mitteilte, ermittelt das Landeskriminalamt wegen Hasskriminalität. Auch die Bundespolizei wurde eingeschaltet. Die Polizei sucht nach weiteren Zeugen.

kis/dpa

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Kim Staudt, Jahrgang 1996, hasst Hasskommentare. Als Werkstudentin in der Online-Redaktion der “FAZ” moderierte sie Leserkommentare und las dabei mehr Scheußlichkeiten als ihr lieb war. Es war ein harter Wechsel: Kurz davor hatte sie in der Redaktion von “InStyle” noch Kisten voller Designerstücke aus Mailand, Paris und New York durchwühlt und beim Onlinemagazin “GQ” live über die Wahl zum “Mann des Jahres” gebloggt. Ihr Lieblingsroman ist “Das Bildnis des Dorian Gray” von Oscar Wilde, “Die Leiden des jungen Werthers” las sie im Garten des Goethe-Hauses in Frankfurt. Natürlich durfte es auch für das Germanistik- und Amerikanistikstudium nur die dortige Goethe-Universität werden. Am liebsten mag sie Filme mit Plot Twist - und Serien mit F: “Fargo”, “Friends” und modern “Family”. Kürzel: kis