Eine Übersetzerin beim Geheimdienst und eine Regierung, die einen Krieg gegen den Irak vorbereitet: „Official Secrets“ erzählt die Geschichte von Katharine Gun, die genau diesen Krieg verhindern will – und dafür ihre Zukunft riskiert.

Schuldig oder nicht schuldig? „Official Secrets“ wirft die Zuschauer*innen direkt in einen britischen Gerichtsprozess: Der Gerichtssaal ist aus dunklem Holz, die Anwälte mit traditioneller Lockenperücke. Wie die Antwort der Angeklagten lautet, wird erst später aufgelöst. Stattdessen erzählt der Film zunächst in einer Rückblende die Geschehnisse des zurückliegenden Jahres 2003.

Die 27-jährige Katharine Gun, gespielt von Oscarpreisträgerin Keira Knightley, arbeitet als Übersetzerin beim GCHQ, der Kommunikationszentrale der britischen Nachrichtendienste. Ein gewöhnlicher Bürojob bis sie eines Tages eine E-Mail vom amerikanischen Geheimdienst erhält. Der Inhalt ist Zündstoff für die Außenpolitik Großbritanniens, denn es geht um den bevorstehenden Irakkrieg.

Obwohl sie damit wissentlich gegen den Official Secrets Act verstößt, druckt Katharine die gar nicht für sie bestimmte Nachricht aus. Über Umwege leitet sie das Dokument an den Journalisten Martin Bright, gespielt von Matt Smith, weiter. Als seine Wochenzeitung „The Observer“ die E-Mail wenige Wochen später veröffentlicht, wird Katharine plötzlich zur Whistleblowerin – und das hat nicht nur für sie weitreichende Folgen.

„Official Secrets“ überzeugt durch den Spannungsbogen

Die Handlung von „Official Secrets“ beruht auf wahren Ereignissen. Regisseur Gavin Hood hat sie zu einem dichten Plot verwoben, ohne zu dramatisch zu werden oder ihren Kern zu verändern. Zwischenzeitlich ist die Handlung so absurd, dass sie erfunden erscheint. Doch auch der „echte“ Martin Bright bestätigte im Interview zum Filmfest Hamburg, dass sich die Filmhandlung eng an den tatsächlichen Geschehnissen orientiert.

Die Geschichte wird nah an den Protagonist*innen erzählt, deren Entwicklung die Zuschauer*innen im Laufe des Films mit durchleben. Der Sinn für Gerechtigkeit, der die beiden Hauptcharaktere Katherine Gun und Martin Bright antreibt, überträgt sich so auch auf die Kinobersucher*innen.

„Official Secrets“ ist ein spannender Polit-Thriller. Er stellt zur Diskussion, was eine Demokratie aushalten muss, und stellt nicht zuletzt die Frage nach der Legalität des Irakkriegs, die auch heute – mehr als 15 Jahre später – noch umstritten ist.

Beim Filmfest Hamburg 2019 war der Film bereits zu sehen. Am 21. November 2019 kommt „Official Secrets“ ins Kino.

Titelbild: Entertainment One GmbH

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Lea Zurborg, Jahrgang 1995, geht in ihrer Freizeit auf Glitzersockenjagd. Besonders gerne trägt sie die mit dem Pinguinmotiv. Im Norden fühlt sie sich wohl: In Kiel ist sie geboren, nach einem freiwilligen Jahr in der Kultur- und Wissenschaftskommunikation startete sie ihr Biochemie-Studium in Hannover. Wenn man sie nachts weckt, kann sie aus dem Stand über monoklonale Antikörper referieren. Neben dem Bachelor begann sie eine studienbegleitende Journalistenausbildung an der Katholischen Journalistenschule ifp in München. Beim "Ostfriesischen Kurier" und bei den "Kieler Nachrichten" lernte sie unter anderem lokale Berichterstattung sowie Online-Journalismus und setzte ein Multimediaprojekt zum Zustand der Ostsee um. Ins Labor kehrt sie vorerst nicht zurück, erforscht aber ihre neue Heimat Hamburg. Kürzel: lzu

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