Jeder Mensch muss sich waschen. Der „Duschbus“ in Hamburg mit drei Badezimmern rollt ab Freitag durch die Straßen. Gedacht ist er für Obdachlose. Dominik Bloh sammelte dafür schon über 160.000 Euro ein.

Seife, Wasser und ein Handtuch: Wie für alle anderen ist für Obdachlose Hygiene wichtig. Duschen könnten sie sich nur nicht leisten, schreibt Dominik Bloh auf der Webseite seines Projektes „GoBanyo“.

Seit Freitag betreibt Bloh den Duschbus in Hamburg: mit drei Duschen, abschließbaren Badezimmern und einer Kleiderkammer samt frischer Wäsche. Der bunte Bus fährt künftig dorthin, wo Obdachlose in Hamburg ihn brauchen: auf flexiblen Routen, an vier Wochentagen, jeweils fünf Stunden lang. Wo genau der Duschbus entlang fährt, wird auf dem Instagram-Profil von „GoBanyo“ veröffentlicht.

Schon mehr als 160.000 Euro von 3500 Spendern

Bloh, der früher selbst auf der Straße lebte, hat über eine Crowdfunding-Kampagne im Internet mehr als 160.000 Euro von fast 3500 Menschen aus ganz Deutschland eingesammelt. Der Umbau kostete 140.000 Euro, der Betrieb wird im ersten Jahr auf 60.000 Euro kommen, schätzt der Betreiber. Viva con Agua, der FC St. Pauli und Hamburg Wasser unterstützen das Projekt. Die Hamburger Hochbahn stellt den Bus.

„Mit dem Bus können wir stark frequentierte Orte ansteuern und so auch Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit erreichen“, so Bloh. Wer körperlich beeinträchtigt ist etwa  oder kein Geld für öffentliche Verkehrsmittel hat.

Letzten Winter startete der „Kältebus“ des Hilfsvereins St. Ansgar, der Menschen in Unterkünfte bringt. Dieses Jahr bringt der Duschbus Badezimmer zu Obdachlosen. In Berlin fährt seit Oktober dieses Jahres ein Duschbus für obdachlose Frauen.

„Jeder Mensch hat das Recht, sich zu waschen. Aber nicht jeder bekommt die Chance dazu“, so Bloh. Mit seiner Initiative will er das ändern.

tob mit dpa
Foto: Max Schulte