Mehrere Institutionen luden am Dienstag Menschen ohne Wohnung zu einem Weihnachtsdinner ein. Prominente wie Sänger Johannes Oerding und Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank servierten das Drei-Gänge-Menü.

450 Obdachlose, rund 150 Helfer*innen, darunter 30 Promis. Auch Sänger Johannes Oerding kellnerte beim Weihnachtsdinner in einer Halle im Stadtteil Sternschanze. Der Radiosender Rock Antenne Hamburg und der gemeinnützige Verein Hinz & Kunzt organisierten die Feier zum achten Mal. Bei Weihnachtsmusik saßen zwischen Geschenken und Kerzen am Dienstagabend an einer Tafel Menschen bei einem Drei-Gänge-Menü zusammen, die auf der Straße leben. Dort ist das Essen knapp, und es ist kalt – gerade im Winter.

Besinnlichkeit und Gemeinschaft

„Das Besondere an dem Abend ist die Gesellschaft“, sagte Matthias, der schon zum dritten Mal beim Weihnachtsdinner für Obdachlose im Rahmen des Projektes „Mehr als eine warme Mahlzeit“ dabei war. „Und natürlich auch die Gemütlichkeit und das Besinnliche in der Adventszeit“, sagte er. Der 60 Jahre alte Hamburger steht seit 21 Jahren an Straßenecken und verkauft die Odachlosenzeitung „Hinz & Kunzt“.

Die Bewirtung übernahmen auch öffentlich bekannte Persönlichkeiten. Musiker Johannes Oerding wolle den Menschen, denen es nicht so gut gehe, zeigen, dass sie nicht alleine seien. Sänger Lotto King Karl sagte: „Ich mache das, um zu helfen. Ist doch klar. Um den Leuten eine Freude zu machen.“ Auch Kult-Bodyguard Eddy Kante, die Drag Queens Vanity Trash und Veuve Noire, Schauspielerin Sandra Quadflieg und Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank waren dabei.

Jeder kann helfen

Aufgetischt wurden Kartoffelsuppe, Hähnchenbrust mit Rotkohl und Kartoffelgratin sowie Bratapfeltörtchen. Zudem durften die Eingeladenen nach dem gemeinsamen Essen eine große Geschenktüte mit Essen, Hygieneartikeln, warmen Decken und praktischen Alltagsgegenständen mitnehmen.

Das Fest kostet einer Sprecherin zufolge rund 60.000 Euro und wird ausschließlich über Spenden finanziert. Hamburger*innen konnten dafür seit Mitte September Geld in Spendenboxen in Supermärkten werfen oder ein spezielles Brot in einer Bäckerei kaufen. Auch die 80 Jahre alte Elsa war vom Essen am Dienstagabend begeistert. „Mir gefällt alles. Und die Suppe mag ich besonders gern.“

dpa/tob
Foto: Daniel Bockwoldt/dpa