Der Hamburger Fischmarkt bleibt aufgrund der Corona-Pandemie bis Ende Juni 2020 geschlossen. Ein Novum: Eigentlich bauen die Händler nur bei Sturmflut ihre Wagen nicht auf. Wann die Touristenattraktion wieder öffnet, ist noch unklar.

Der Hamburger Fischmarkt bleibt bis Ende Juni 2020 geschlossen. Ob und unter welchen Voraussetzungen der Markt im Juli wieder öffnet, ist noch unklar, teilte das Bezirksamt Altona mit. Seit über 300 Jahren findet der berühmte Hamburger Fischmarkt jeden Sonntag ab 5 Uhr in der Früh statt. Abgesagt wurde nur bei Sturmflut, darauf seien die Händler stolz, schreibt das Hamburger Abendblatt. Die letzte Ausnahme sei der Zweite Weltkrieg gewesen.

Wochenmärkte öffnen – Fischmarkt bleibt geschlossen

Rund 70.000 Besucher tummelten sich bis Mitte März 2020 jeden Sonntag auf dem Fischmarkt. Um fünf Uhr kamen die Partygänger, um neun Uhr die Schnäppchenjäger und dazwischen Tausende von Touristen.

Fischmarkt, Hochwasser
Nur bei Hochwasser bauen die Händler ihre Stände nicht auf. Foto: Pixabay

Während Hamburgs Wochenmärkte wieder öffnen, bleibt der Fischmarkt auch im Juni wegen der Corona-Pandemie weiterhin geschlossen. Die Touristenattraktion wird wohl auch im Juli nicht in gewohnter Form öffnen können.

Vertreter*innen der Fachbehörde, des Schaustellerverbandes und des Verbraucherschutzamtes werden sich Ende Juni zusammensetzen. Bei dem Termin geht es aber nur um einen „reduzierten Fischmarkt“, sagt Sabine Nolte, die kommissarische Pressesprecherin des Bezirks. Priorität sei eine Lösung, die das Infektionsgeschehen und die Verordnungen berücksichtige. Wie diese Lösung aussieht, kann zu diesem Zeitpunkt keiner sagen, so Nolte.

Zukunft des Fischmarkts ungewiss

Hamburger Fischmarkt, Marktschreier mit Fisch
Die Marktschreier leiden unter der Ungewissheit. Foto: Frank Scymanska

Für die Händler, die sonntags ihren Stand auf dem Fischmarkt aufbauen, ist die Ungewissheit ein großes Problem. Einige hatten vorgeschlagen an einem Hygienekonzept mitzuwirken. Marktschreier Rainer Raeder zum Hamburger Abendblatt: „Es ist eine Kata­strophe! Unsere Vorschläge etwa eines halb so großen Marktes mit wöchentlichem Wechsel der Händler werden gar nicht aufgenommen.“

pal

Titelbild: Unsplash

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Wo Paula-Lu Wiedeking, Jahrgang 1994, aufgewachsen ist, gibt es mehr Bäume als Menschen. In ihrem kleinen Dorf am Niederrhein musste sie drei Kilometer mit dem Fahrrad fahren, um eine Bushaltestelle zu erreichen. Ihr Fahrrad begleitete sie auch auf allen weiteren Stationen: zum Mode- und Textil-Studium in die Niederlande, zum Praktikum in eine Modefirma nach Berlin und dann nach Hamburg. Dort hat sie bei Otto in der Social-Media-Abteilung und im Online-Marketing gearbeitet. In ihrer Freizeit engagiert sie sich ehrenamtlich und hat beispielsweise Geflüchtete in Deutsch unterrichtet und bei Behördengängen begleitet. Ihre große Leidenschaft: das Zeichnen und Malen mit digitalen Tools. Wenn sie dem mal nicht nachgeht, findet man sie auf Flohmärkten oder im Café mit einem Hafer-Latte. Kürzel: pal

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