Den Handlauf einer Rolltreppe anfassen? Gerade eine unangenehme Vorstellung. In der Europa Passage wurde nun eine so genannte „Keimfrei-Technologie“ eingebaut. FINK.HAMBURG war vor Ort und hat anschließend mit Wissenschaftlern gesprochen.

Als erstes Einkaufszentrum in Deutschland hat die Europa Passage alle Oberflächen ihrer Rolltreppenhandläufe mit einer antimikrobiellen Beschichtung versehen und eine UV-Bestrahlung einbauen lassen. Die Oberflächen sollen dadurch keimfrei gehalten werden und das Ansteckungsrisiko in öffentlichen Gebäuden soll sinken. Wie werden diese Maßnahmen angenommen und wie funktioniert diese Technologie überhaupt? Wir haben bei Center-Manager Jörg Harengerd nachgefragt.

Was sagen Wissenschaftler zur neuen Technik?

Maßnahmen wie UV-Bestrahlung und antimikrobielle Beschichtungen würden im Labor eine sehr gute Wirksamkeit nachgewiesen werden, sagt Sebastian Buhl, Laboringenieur und Lehrbeauftragter der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen an der Ostbayrischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden gegenüber FINK.HAMBURG. Er beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit Untersuchungen zur Wirksamkeit von antimikrobiellen Oberflächen.

Die Technologien könnten in einem regulierten Umfeld durchaus ein zusätzlicher Faktor zur Infektionsprävention sein. Sie sollten jedoch „derzeit nur als zusätzlicher Faktor zu den üblichen hygienischen Maßnahmen gesehen werden“, so der Wissenschaftler. Das heißt: Eine antimikrobielle Oberflächentechnologie ist ein zusätzlicher Schutz, kann aber die Reinigung und Desinfektion von Oberflächen, oder andere Maßnahmen wie die korrekte Händehygiene nicht reduzieren oder gar ersetzen, so Buhl.

Kein Ersatz für andere Hygienemaßnahmen

Zu diesem Schluss kommt auch Johannes Knobloch, Leiter des Arbeitsbereichs Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Er hält UV-Bestrahlung durchaus als wirkungsvoll, genauso wie antimikrobielle Oberflächenbeschichtungen wie Titanoxid. Diese Maßnahmen sind für den Hygieneexperten allerdings nur ein Baustein von vielen: „Das kann die ein oder andere Infektion verhindern, reicht aber nicht, um die Maskenpflicht und andere Hygienemaßnahmen aufzuheben“, so Knobloch.

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Obwohl Chiara Schenk, Jahrgang 1995, einen italienischen Vornamen hat, italienische Küche liebt und jedes Jahr mindestens einmal nach Italien reist, zog es sie nach dem Abitur aus ihrer Heimatstadt Reutlingen nach Down Under. In Australien versuchte sich Chiara zunächst als Au Pair, bewachte als „traffic controller“ dann aber nach kurzer Zeit schon lieber Verkehrsbaustellen als Kinder. Die Zusage für ihren Bachelor an der Filmuniversität Babelsberg ging auf dem Postweg verloren, und so erfuhr die angehende Rettungsschwimmerin erst drei Tage vor Semesterbeginn von ihrem Umzug nach Berlin. Die ersten Wochen verbrachte sie dann auf der Couch einer freundlichen älteren Dame. Später gab sie in Berlin Kindern Schwimmunterricht – sie hofft auf ähnlichen Bedarf in Hamburg. Kürzel: cis