In der Hamburger Staatsoper hat am Sonntag zum ersten Mal ein Stück seine Premiere ohne Publikum gefeiert. Die Neuinterpretation der Oper „Manon“ von Jules Massenet kann online kostenlos angeschaut werden.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Hamburger Staatsoper ist eine Premiere mit leeren Zuschauerrängen über die Bühne gegangen. Die Aufführung fand mit coronabedingten Vorsichtsmaßnahmen statt. Schauspieler*innen und Musiker*innen mussten auf der Bühne und im Orchestergraben Abstand halten.

Beim Gesang galten mindestens drei Meter Abstand. Für die Aufführung wurde sogar extra eine musikalische Fassung in kleiner Orchesterbesetzung geschrieben. Damit waren weniger Musiker*innen im Graben. Der Chor sang aus den Zuschauerlogen.

Stream ist auch im Nachhinein noch zu sehen

Die Oper ist eine Liebesgeschichte über die junge Frau Manon Lescaut, die im Frankreich des 18. Jahrhunderts lebt. Sie muss sich zwischen einem armen Studenten und dem Leben in Luxus mit einem reichen älteren Mann entscheiden. Die Liebe endet allerdings tragisch. Regisseur David Bösch interpretierte Jules Massenets Oper neu: In seiner Version ist Manon eine selbstbestimmte, junge Frau in der Jetztzeit.

Die Oper übertrug die Aufführung am Sonntagabend per Video-Livestream. Für alle, die die Premiere verpasst haben: Ab diesem Mittwoch, 18 Uhr ist die Aufzeichnung für 48 Stunden auf der Website der Staatsoper kostenlos verfügbar.

lur/dpa

Beitragsbild: Brinkhoff-Mögenburg

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Lucas Rudolf, Jahrgang 1995, ist ein Mann der Gegensätze: In seiner Freizeit headbangt er am liebsten zu den Klängen von Metal-Bands wie Caliban, Amon Amarth und Cypecore – oder tanzt Rumba, Walzer, Tango. Obwohl im Schwabenland geboren, zog es ihn für ein Studium im Bereich Multimediajournalismus zu den „verfeindeten“ Badenern nach Karlsruhe. Richtiger Lokalpatriotismus ist ihm als überzeugter Europäer aber trotzdem fremd. Als Interrail-Backpacker hat Lucas mittlerweile fast jedes Land des Kontinents bereist – ohne dabei jedoch auch nur ein Bild seiner Reisen auf Instagram geteilt zu haben. Lieber berichtete er als freiberuflicher Reporter über seine Reisen im SWR-Radio, seinem ersten Job nach dem Bachelorabschluss. Seiner Vorliebe für Europa ging er als Freiberufler und Filmemacher nach: Für ein Europe Direct Informationszentrum produzierte er Dokus über Europapolitik und hielt Vorträge. Jetzt will er noch herausfinden, wo er in Hamburg headbangen und tanzen kann. Kürzel: lur