Die Verbraucherzentrale Hamburg hat das Früchtemüsli von Seitenbacher zur Mogelpackung des Jahres 2020 gekürt. Das Unternehmen hatte den Packungsinhalt um ein Viertel geschrumpft und gleichzeitig den Preis erhöht.

Eine „horrende Preiserhöhung“ wirft die Verbraucherzentrale Hamburg dem Früchtemüsli von Seitenbacher vor. Von ursprünglich 1000 Gramm sei der Inhalt der betroffenen Müsli-Packung auf 750 Gramm gesunken. Gleichzeitig sei der Preis um etwa 75 Prozent gestiegen. Aus diesen Gründen wurde das Produkt zur „Mogelpackung des Jahres 2020″ gekürt.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg führte Seitenbacher mit der neuen Verpackung zwar ein neues Produkt ein: Vorher Vollkorn-Früchte-Müsli mit 1000 Gramm, nun Frucht Müsli mit 750 Gramm. Allerdings seien die Zutaten „quasi identisch“. Seitenbacher habe das neue Produkt mit „großvolumigen Flocken“ vermarktet. Dadurch würde Kunden der fehlende Inhalt fast nicht auffallen, da sich die Befüllungshöhe der Tüte kaum ändere, kritisieren die Verbraucherschützer*innen.

Auch in der Kritik: Kinder-Schokolade

Die „Mogelpackung des Jahres“ ist das Ergebnis eines Votums unter Verbraucher*innen. Über 21.000 Verbraucher*innen haben abgestimmt. Seitenbacher landete mit 54,5 Prozent der Stimmen eindeutig auf Platz 1. Als weitere Kandidaten listen die Verbraucherschützer*innen unter anderem Milka Osterhase & Weihnachtsmann von Mondelez und Kinder-Schokolade von Ferrero. Auch bei diesen Produkten sei der Inhalt bei gleichem oder erhöhtem Preis gesunken.

Die Verbraucherzentrale Hamburg führt seit 17 Jahren eine Mogelpackungsliste mit versteckten Preiserhöhungen auf Basis von Verbraucher*innenbeschwerden. Sie fordert damit mehr Klarheit, etwa in Form einer Transparenzplattform für Hersteller.

lur

Titelbild: Verbraucherzentrale Hamburg

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Lucas Rudolf, Jahrgang 1995, ist ein Mann der Gegensätze: In seiner Freizeit headbangt er am liebsten zu den Klängen von Metal-Bands wie Caliban, Amon Amarth und Cypecore – oder tanzt Rumba, Walzer, Tango. Obwohl im Schwabenland geboren, zog es ihn für ein Studium im Bereich Multimediajournalismus zu den „verfeindeten“ Badenern nach Karlsruhe. Richtiger Lokalpatriotismus ist ihm als überzeugter Europäer aber trotzdem fremd. Als Interrail-Backpacker hat Lucas mittlerweile fast jedes Land des Kontinents bereist – ohne dabei jedoch auch nur ein Bild seiner Reisen auf Instagram geteilt zu haben. Lieber berichtete er als freiberuflicher Reporter über seine Reisen im SWR-Radio, seinem ersten Job nach dem Bachelorabschluss. Seiner Vorliebe für Europa ging er als Freiberufler und Filmemacher nach: Für ein Europe Direct Informationszentrum produzierte er Dokus über Europapolitik und hielt Vorträge. Jetzt will er noch herausfinden, wo er in Hamburg headbangen und tanzen kann. Kürzel: lur