Mit mehr als 15 Stunden Flugzeit ist am vergangenen Sonntagabend der längste Nonstop-Passagierflug der Lufthansa ab Hamburg gestartet. Das Ziel: die Falklandinseln. Der Flug war allerdings einmalig.

Rund 13.700 Kilometer legt der Lufthansa-Airbus A350-900 auf dem Weg zur Militärbasis „Mount Pleasant“ im Südatlantik zurück. Die für 15 Stunden und 35 Minuten geplante Reise zu den Falklandinseln ist ein Sonderflug für Forscher*innen des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI). Mit an Bord auch: die neue Crew des Forschungseisbrechers „Polarstern“.

Hamburgs Sonderflug für die Wissenschaft

Eigentlich wären die Forscher*innen mit Linienflügen über Chile oder Südafrika an ihr abgelegenes Ziel gereist, teilte eine AWI-Sprecherin mit. Aufgrund der Corona-Pandemie sei dies aber nicht möglich gewesen. Für den Sonderflug ab Hamburg mussten sich sowohl alle Passagiere, als auch die Lufthansa-Crew vorsorglich für zwei Wochen in Quarantäne begeben.

Auf den Falklandinseln sollen die Forscher*innen dann auf den Forschungseisbrecher „Polarstern“ umsteigen. Von diesem Schiff aus will die Crew zwei Monate lang im antarktischen Weddellmeer Langzeitdaten für Klimavorhersagen ermitteln.

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Die Route des über 15-stündigen Flugs. Foto: Lufthansa

Lufthansa-Flug hat politische Bedeutung

Die Falklandinseln gelten als britisches Überseegebiet, werden jedoch seit 1833 auch von Argentinien beansprucht. Rund 900 Menschen kamen im Falklandkrieg 1982 ums Leben. Weil die Lufthansa nun die Überflug- und Landerechte in Argentinien beantragt hat, feiert das argentinische Außenministerium das als Anerkennung ihrer Gebietsansprüche.

Die Bundesregierung distanzierte sich vom Vorgehen der Lufthansa. In einer Anfrage erklärte das Auswärtige Amt: „Die Handlungen von privaten Unternehmen sind der Bundesrepublik Deutschland nicht zuzurechnen und haben keine völkerrechtlichen Folgen.“ Damit folgt die Bundesregierung ihrem zurückhaltenden Kurs, die Gebietsansprüche seien friedlich zwischen den Parteien zu klären.

aba/dpa

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