Die Zahl der Unfälle im Hamburger Straßenverkehr ist im letzten Jahr deutlich zurückgegangen. Einzig die Zahl der Radunfälle stieg an.

Aufgrund der Corona-Pandemie ging es im vergangegen Jahr ruhiger auf den Straßen in Hamburg zu: Der Straßenverkehr verringerte sich um rund elf Prozent. Daher gab es auch weniger Verkehrsunfälle. Insgesamt erfasste die Polizei 58.136 Unfälle im Jahr 2020, das sind 15,6 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Allein die Zahl der Unfälle mit Radfahrerbeteiligung stieg um 3,6 Prozent. Hintergrund sei die Zunahme des Radverkehrs in Hamburg um 33 Prozent gewesen, so Polizeivizepräsident Morten Struve.

Mehr Radler*innen verunglückt

Den stärksten Rückgang verzeichnen Verkehrsunfälle mit Autos: Es waren 17,2 Prozent weniger als noch im Jahr 2019. Auch Lastwagen, Motorräder und Fußgänger*innen waren 2020 sicherer im Straßenverkehr unterwegs. „Die Covid-19-Pandemie hat sich auch insoweit sehr spürbar niedergeschlagen, allerdings positiv“, so Innensenator Andy Grote (SPD) bei der gestrigen Vorstellung der Verkehrssicherheitsbilanz.

Radunfälle teilweise ohne Fremdbeteiligung

Von den 3668 erfassten Radunfällen wurden 48 Prozent von den Radler*innen selbst verursacht, sagte Ulf Schröder, Leiter der Verkehrsdirektion. 427 Radfahrer*innen verletzten sich bei Stürzen ohne Fremdbeteiligung. Die Polizei geht allerdings von einer erheblich höheren Dunkelziffer aus. Die Unfallbeteiligung von Autos und Lastwagen bei Radfahrunfällen sei um zehn Prozent zurückgegangen. Dafür hätte es vermehrt Zusammenstöße unter den Radler*innen selbst (plus zwölf Prozent) sowie Fußgänger*innen (plus 2,5 Prozent) gegeben.

Insgesamt kam es im letzen Jahr zu 15 tödlichen Unfällen im Straßenverkehr, darunter drei Radfahrer*innen. Zwei wurden von Lastwagen beim Rechtsabbiegen erfasst. Der Dritte stieß mit einem anderen Radfahrer zusammen und zog sich beim Sturz tödliche Verletzungen zu. Das größte Sicherheitsproblem im Radverkehr seien die sogenannten Geisterradler*innen, die die Radwege in falscher Richtung benutzten.

220 Unfälle registrierte die Polizei mit Beteiligung von Elektrorollern. Zu 75 Prozent wurden sie von den Fahrer*innen selbst verursacht. 120 E-Scooter-Nutzer*innen und 39 andere Personen, in vielen Fällen nicht erlaubte Mitfahrer*innen, kamen zu Schaden.

Gute Sicherheitsbilanz liegt nicht nur an Corona

Auch die Arbeit der Polizei soll, neben der Corona-Pandemie, zur verbesserten Sicherheitsbilanz des vergangenen Jahres beigetragen haben, sagte Grote. Die Zahl, der als Anhänger getarnten mobilen Blitzer, sei 2020 auf acht gestiegen. In diesem Jahr sollen vier weitere hinzukommen. Der Einsatz dieser Geräte zeigt laut Pressemitteilung des Hamburger Senats Wirkung: Die Zahl der registrierten Geschwindigkeitsverstöße sank um insgesamt 0,5 Prozent, während bei mobilen Einsätzen 28,3 Prozent mehr Temposünder*innen erwischt wurden.

sas/dpa

Titlebild: Julian Kornacker

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Bei einem Dreh schlug Profi-Boxer Axel Schulz die geballte Faust in ihre Kameralinse – während Sarah Seitz sie auf der Schulter trug. Trotzdem blieb sie der Medienbranche treu. In der Nähe von Winnenden in Baden-Württemberg wurde sie 1994 geboren, in Furtwangen im Schwarzwald studierte sie Online-Medien und arbeitete unter anderem für das Mitarbeiterfernsehen von Porsche in Stuttgart. 2018 zog Sarah nach Hamburg. Erste Großstadterfahrungen machte sie bei Spaziergängen mit Hund Siva im Park: „Hey“ flüstern nur Dealer, gegrüßt wird mit „Moin“. Sarah liebt Spinning zu Clubbeats und schlürft gerne Moscow Mule im Landgang auf St. Pauli. Auf die Entschuldigung von Axel Schulz wartet sie bis heute vergeblich. Kürzel: sas

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