Umweltsenator fordert: Hamburg muss Wasser sparen

Möglicher Wassermangel durch Klimawandel

Klärwerk von oben
Foto: Patrick Federi/Unsplash

Am Mittwoch tagte die Hamburger Bürgerschaft. Die Grünen setzten den Klimawandel auf die Agenda, genauer die Ressource Wasser. Im Anschluss folgte ein Appell von Umweltsenator Jens Kerstan: Hamburg muss Wasser sparen.

Die Hamburgische Bürgerschaft beschäftigte sich am Mittwoch in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause mit dem Klimawandel. Diskutiert wurde unter anderem der Umgang mit der Ressource Wasser in Hamburg. Der Antrag kam von der Grünen Fraktion. Das Ergbenis: Ein Appell von Umweltsenator Jens Kerstan.

Angesichts des Klimawandels und der immer häufiger werdenden Dürreperioden sei es unbedingt notwendig, ein Bewusstsein für die Ressource Wasser zu schaffen. „In unserer Stadt ist das größere Problem, dass wir so stark in der Bevölkerungszahl wachsen […]“, erklärte Umweltsenator Jens Kerstan. Das Argument, dass man mit Wasser nicht sparsam sein solle, weil sonst die Leitungen nicht mehr richtig durchgespült würden, zählt für ihn nicht. Das sei längst überholt: Wenn überhaupt treffe das auf die „von Bevölkerungsmangel geprägten ostdeutschen Kommunen“ zu.

Hamburgs Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Hamburg Wasser macht jedoch darauf aufmerksam, dass sie systembedingt auf einen Mindestdurchfluss von Abwasser angwiesen sind. „In Hamburg betreiben wir eine Schwemmkanalisation. Das heißt, dass das Frischwasser nach seinem Gebrauch in die Abwasserrohre fließt und dort als Transportmedium fungiert“, so Anna Vietinghoff, Pressesprecherin bei Hamburg Wasser. Ohne Mindestdurchfluss könne das Abwasser und die darin enthaltenen Feststoffe nicht zum Klärwerk transportiert werden. „Fließt zu wenig Wasser, kann es zu Geruchsbelästigungen, Ablagerungen und Verstopfungen kommen“, so Vietinghoff.

Wasser sparen: besonders im Hochsommer

Hamburg-Wasser-Sprecherin Nathalie Leroy merkt an: „Die vergangenen drei Jahre haben gezeigt, dass die Verbräuche während extremer Wetterlagen in die Höhe schnellen. Wir tun gut daran, uns frühzeitig daran anzupassen und Spitzenverbräuche zu senken, um Versorgungsengpässe zu vermeiden.“ Demensprechend soll vor allem im Hochsommer sparsam mit dem Wasser umgegangen werden. Der Aufruf richtet sich auch an die Landwirtschaft und industrielle Verbraucher.

dpa/lw 

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