Studierende haben seit Beginn der Pandemie mehr mit psychischen Problemen zu kämpfen. Motivationsprobleme, Selbstzweifel oder Versagensängste können zu einer großen Belastung werden. Die Zentrale Studienberatung der HAW bietet hierfür kostenlos eine psychologische Beratung für Studierende an. 

Zwei Jahre Ausnahmezustand: Die Corona-Pandemie bringt Menschen an ihre physischen sowie psychischen Grenzen. Gefühle wie Angst, Zweifel und Sorgen sind ständige Begleiter und können zu Überforderung und mentalen Problemen führen. Allein im Jahr 2020 sind laut einer Studie weltweit die Fälle von Depressionen um 28 Prozent und Angststörungen um 26 Prozent gestiegen.

Für Studierende ist die Situation besonders belastend. Zwischen Onlinelehre, Präsenzunterricht, Prüfungsangst und Motivationsproblemen müssen sie ihr Studium absolvieren. Manche Studierende, die im Jahr 2020 ihr Studium begonnen haben, stehen nun vor ihrem Abschluss, ohne jemals den Campus betreten zu haben. Viele fühlen sich einsam, vergessen und abgeschoben. Der soziale Kontakt zu Kommiliton:innen und Dozierenden fehlt. So kann es zu Problemen kommen, bei denen eine psychologische Beratung hilfreich ist.

Hilfe suchen, ist keine Schwäche

Stefanie Kieback arbeitet in der Zentralen Studienberatung der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg. Ihre Kernkompetenzen liegen im Coaching und der psychologischen Beratung Studierender. Für sie ist eine Sache grundlegend: „Das Allerwichtigste ist erst mal zu akzeptieren, dass es Situationen gibt, wo es wirklich hilfreich sein kann, mit außenstehenden Personen zu sprechen und sich zu trauen, professionelle Unterstützung aufzusuchen.“

Als Student:in der HAW gibt es die Möglichkeit, an kostenlosen und vertraulichen Gesprächen der Zentralen Studienberatung teilzunehmen. Die Beratung besteht, je nach Anliegen, aus einem bis fünf Gesprächen mit geschulten Mitarbeitenden. Die Beratenden konzentrieren sich auf die Lösung bestimmter Probleme oder unterstützen in Krisensituationen wie Prüfungsangst.

Wenn eine Beratung nicht ausreicht, um den psychischen Druck zu bewältigen, hilft die Studienberatung auch bei der Suche nach einem geeigneten Therapieplatz.

Was man zu Hause tun kann

Leider übersteigt die Nachfrage nach Therapieplätzen meist das Angebot. In Deutschland sind Wartezeiten von bis zu sechs Monaten durchaus üblich. Das kann kräftezehrend, frustrierend und auch enttäuschend sein. Aber wie kann man die Wartezeit bis zu dem Therapiebeginn überbrücken?

Stefanie Kieback empfiehlt Online-Plattformen, wie Selfapy, wo Online-Kurse bei psychischen Belastungen angeboten werden. moodgym bietet ein Anti-Depressions-Training an und 7mind ist eine Meditationsapp, die gegen Stress helfen soll.

Oft werden solche Angebote von Krankenkassen übernommen und sind eine gute Möglichkeit, um die Wartezeit für einen Therapieplatz zu überbrücken. Kieback meint außerdem: „Diese Programme helfen deshalb ganz gut, weil es die eigene Selbstwirksamkeit stärkt und man sich schon besser fühlt, weil man selbst etwas für sich tun kann“.

In aller Kürze: Was, Wie, Wo?

Wenn ihr euch gerade in einer Krisensituation befindet, nicht mehr weiter wisst und mit einer außenstehenden Person über eure Probleme reden wollt, könnt ihr euch an die Zentrale Studienberatung der HAW wenden.

Jeden Dienstag zwischen 14 und 15 Uhr gibt es die Möglichkeit, ohne vorherige Terminanmeldung ein kurzes Beratungsgespräch (15 Minuten) zu erhalten. Dafür könnt ihr die 0151 21254893 anrufen.

Für psychologische Beratungstermine schreibt eine Mail mit eurer Telefonnummer an studienberatung@haw-hamburg.de. Ihr bekommt schnellstmöglichst eine Antwort.

Illustration: Charlotte Götze

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Keramik, Textilien bemalen, Blumen trocknen oder Kerzen drehen: Irgendetwas Schöpferisches muss Anna Nguyen, Jahrgang 1993, immer zu tun haben. Bis zu ihrem siebten Lebensjahr lebte sie in Köthen, Sachsen-Anhalt, die ersten fünf Jahre in einem Asylbewerberheim. Mit ihren Eltern verkaufte sie auf der Straße Blumen und Zigaretten. Als Teenagerin lebte sie im Allgäu, kann aber trotzdem nicht Skifahren. Sie studierte in Würzburg und Neu-Ulm, machte einen Bachelor in Informationsmanagement und Unternehmenskommunikation. Nach einem Praxissemester bei einem hiesigen Social-Media-Startup wollte sie dauerhaft nach Hamburg. Bei „Mit Vergnügen“ arbeitete sie als Redakteurin – zwischenzeitlich schrieb sie auch eine Kolumne über die Unterschiede zwischen Süd- und Norddeutschland. Besonders viel Ärger gab es, wenn es darin um Aldi Nord und Aldi Süd ging.