Wolfgang-Meyer-Sportanlage
Die Sportanlage in der Hagenbeckstraße soll aufgrund der NS-Vergangenheit des Namensgebers umbenannt werden. Foto: ground.hopper | flickr

Aufgrund der NS-Vergangenheit des Namensgebers soll die Wolfgang-Meyer-Sportanlage umbenannt werden. Dafür können die Bürger:innen jetzt Namensvorschläge einreichen.

Die Eimsbütteler Bezirksversammlung sucht für die Wolfgang-Meyer-Sportanlage einen neuen Namen. Grund hierfür ist die NS-Vergangenheit des Namensgebers. Vorschläge für einen neuen Namen werden nun entgegengenommen.

Der Historiker Hans-Peter de Lorent untersuchte in seiner Studie „Täterprofile. Die Verantwortlichen im Hamburger Bildungswesen unterm Hakenkreuz und in der Zeit nach 1945“ unter anderem auch Meyers Biografie. Dieser sei „ein Rädchen im nationalsozialistischen Getriebe“ gewesen, weil er unter anderem als kommissarischer Landesschulrat dem NSDAP-Politiker Karl Witt diente.

Namensvorschläge bis zum 25. Februar

In einem gemeinsamen Antrag forderten Grüne, CDU, SPD und FDP in der Eimsbütteler Bezirksversammlung eine Umbenennung. Jan Koriath, Sprecher der Grünen für Sportpolitik in der Bezirksversammlung Eimsbüttel, sagte: „Für den neuen Namen ist uns wichtig, die Öffentlichkeit zu beteiligen. Egal ob vom Sportverein oder aus der Nachbarschaft, es sind alle Ideen willkommen.“ Er selbst wünsche sich einen Namen, der „stellvertretend für die Erinnerung an die Opfer der NS-Zeit oder für eine vielfältige, antifaschistische Gesellschaft steht“.

Nun sammelt das Bezirksamt Eimsbüttel Namensvorschläge. Diese können die Bürger:innen bis zum 25. Februar per Mail oder schriftlich per Brief an das Bezirksamt Eimsbüttel mit einer kurzen Begründung einsenden. Alle Vorschläge gehen dann an eine Jury, die über einen neuen Namen in der Bezirksversammlung entscheidet.

Mit mehr als 50.000 Besucher:innen im Jahr ist die Wolfgang-Meyer-Sportanlage in Stellingen eine der größten Wettkampfstätten in Hamburg. Die zweite Mannschaft des Hamburger Sportvereins (HSV) trägt dort beispielsweise ihre Heimspiele aus.

agu

Keramik, Textilien bemalen, Blumen trocknen oder Kerzen drehen: Irgendetwas Schöpferisches muss Anna Nguyen, Jahrgang 1993, immer zu tun haben. Bis zu ihrem siebten Lebensjahr lebte sie in Köthen, Sachsen-Anhalt, die ersten fünf Jahre in einem Asylbewerberheim. Mit ihren Eltern verkaufte sie auf der Straße Blumen und Zigaretten. Als Teenagerin lebte sie im Allgäu, kann aber trotzdem nicht Skifahren. Sie studierte in Würzburg und Neu-Ulm, machte einen Bachelor in Informationsmanagement und Unternehmenskommunikation. Nach einem Praxissemester bei einem hiesigen Social-Media-Startup wollte sie dauerhaft nach Hamburg. Bei „Mit Vergnügen“ arbeitete sie als Redakteurin – zwischenzeitlich schrieb sie auch eine Kolumne über die Unterschiede zwischen Süd- und Norddeutschland. Besonders viel Ärger gab es, wenn es darin um Aldi Nord und Aldi Süd ging.