Was darf man überhaupt noch sagen? Was soll diese komische Sprechpause innerhalb von Wörtern? In Teil 3 der Genderreihe gehen wir diesen Fragen auf den Grund – und sprechen dafür mit verschiedenen Menschen, die sich als queer, also außerhalb der cis-heterosexuellen Norm, identifizieren.

Ein Beitrag von Lilly Brosowsky und Marina Schünemann.

Kleines Gender-Lexikon

Als queer bezeichnen sich Menschen, die nicht den cis-heteronormativen Strukturen entsprechen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die Person trans ist, homosexuell oder bisexuell.

Cis ist die Bezeichnung für Menschen, bei denen das biologische und das soziale Geschlecht übereinstimmen.

Geschlecht (dt.) = sex/gender (engl.): Im Gegensatz zum Englischen gibt es im Deutschen nur ein Wort für Geschlecht. Die Unterscheidung in „sex“ und „gender“ meint das biologische und das soziale Geschlecht. Bei trans Menschen gibt es hier einen Unterschied: Bei trans Frauen ist zum Beispiel das biologische Geschlecht männlich, das soziale Geschlecht aber weiblich.

Das Problem mit dem generischen Maskulinum

Änderungen in der Sprache sind anstrengend. Doch wie viele Sachen im Leben, ist auch das Verwenden von diversitätssensibler Sprache eine Gewöhnungssache. Sich diversitätssensibel auszudrücken bedeutet, möglichst viele Menschen zu inkludieren, also zum Beispiel barrierefrei zu schreiben oder auf das generische Maskulinum zu verzichten.

Ein Satz im generischen Maskulinum lautet: „Die Studenten hatten durch Corona zwei anstrengende Jahre.“ Gemeint sein sollen dabei sowohl männliche als auch weibliche Studierende. Die Doppelfunktion von generischem und spezifischem Maskulinum führt jedoch zu einer sprachlichen Ungenauigkeit: Es könnten im obigen Beispiel auch nur männliche Studierende gemeint sein. Daher argumentieren verschiedene Linguist:innen, dass das generische Maskulinum nicht generisch sei, sondern alle Menschen, außer cis und trans Männer, sprachlich unsichtbar macht. Demzufolge kann das generische Maskulinum nicht diversitätssensibel sein.

Doch welche Gründe sprechen überhaupt dafür, sich diese Mühe beim gendersensiblen Sprechen und Schreiben zu machen?

Grafik, die erklärt, wer mit generischem Maskulinum und Genderstern angesprochen wird. 1. Wort: "Kollegen" spricht cis Männer und trans Männer an. 2. Wort: "Kolleg*innen" spricht durch den ersten Teil des Wortes cis Männer und trans Männer an, das Sternchen spricht nonbinäre und intersexuelle Menschen an und das "innen" spricht cis Frauen und trans Frauen an.
Grafik, die erklärt, wer mit generischem Maskulinum und Genderstern angesprochen wird. 1. Wort: „Kollegen“ spricht cis Männer und trans Männer an. 2. Wort: „Kolleg*innen“ spricht durch den ersten Teil des Wortes cis Männer und trans Männer an, das Sternchen spricht nonbinäre und intersexuelle Menschen an und das „innen“ spricht cis Frauen und trans Frauen an.

Es gibt viele Argumente, die für das Gendern sprechen. Mehrere Studien haben ergeben, dass mitgemeint nicht mitgedacht bedeutet. Dadurch wird die Sprache nicht nur unkonkret, sondern hat reelle Auswirkungen auf die Lebensrealität von Tausenden von Menschen. In diesem Artikel soll es um zwei von ihnen gehen.

Nonbinär? Pronomen?

Kris studiert Gebärdensprache an der Universität Hamburg und ist nonbinär. Das bedeutet, sie identifiziert sich weder mit dem sozialen Geschlecht „Frau“ noch mit dem sozialen Geschlecht „Mann“. Am liebsten hätte sie auch Pronomen abseits von er/sie, die ihre Identität abbilden. Im Englischen funktioniert das, da benutzt Kris they-Pronomen.

Wenn jemand auf Englisch also ausdrücken möchte „Das ist Kris, sie studiert Gebärdensprache an der Universität Hamburg“, würde die Person sagen: „This is Kris, they study sign language at the University of Hamburg.“ Im Deutschen gibt es als neutrales Pronomen zwar „es“: Dies hat jedoch bei der Bezeichnung von Personen eine negative Konnotation, da es in der Vergangenheit teilweise dazu genutzt wurde, nonbinäre Personen zu entmenschlichen und sich über sie lustig zu machen.

„Wenn es keine soziale Benachteiligung wäre, ein „es“-Pronomen für mich zu benutzen, dann würde ich auf Es-Pronomen ausweichen. Dadurch aber, dass das sozial eher so mäßig akzeptiert wird, nutze ich im Deutschen das „sie“-Pronomen“, erklärt Kris.

Menschen sind soziale Wesen

Warst du schon mal bei einer Feier oder in einer Gruppe unterwegs und jedes Mal, wenn du dich am Gespräch beteiligen möchtest, hast du das Gefühl, die Anwesenden ignorieren dich? Das ist keine schöne Erfahrung. Menschen haben als soziale Wesen das Bedürfnis, wahrgenommen zu werden. Wenn wir eine Gruppe von Menschen in der Sprache nicht abbilden, dann gibt es ihnen das Gefühl, nicht zu zählen oder nicht wichtig genug zu sein.

Deshalb ist diversitätssensible Sprache für Kris im Alltag wichtig: „Wenn sie mir gegenüber benutzt wird und man mich mit richtigen Pronomen anspricht, löst das eine großartige Euphorie in mir aus. Und wenn man dann auch in anderen Kontexten sensiblere Sprache benutzt, fühle ich mich auch mehr angesprochen: Ich werde aufmerksamer. Der Situation gegenüber, dem Menschen gegenüber und dementsprechend auch dem Inhalt“, sagt Kris.

Gendersensible Sprache: Ein Prozess

Sie selbst nutzt nicht in jedem ihrer Sätze gendersensible Sprache. Manchmal erwischt sie sich dabei. Sie flucht. „Warum kann ich nicht einfach aufhören, ‚man‘ zu benutzen?“ Sie atmet tief ein und aus und blickt direkt in die Kamera, die beim Interview mitläuft: „Es ist ein Prozess.“

Was ist das Problem an „man“?

Am Klang wird es schon deutlich und ja, es ist tatsächlich so: „man“ kommt von „Mann“. Laut Duden „meint“ es zwar „irgendjemand oder eine bestimmte Gruppe von Personen“, aber auch das generische Maskulinum soll schließlich alle mitmeinen und tut es in der Realität dann doch nicht. Letzteres belegen diverse Studien. Daher ist das Nutzen von „man“ kein diversitätssensibler Umgang mit Sprache.

Eine Bitte um Anerkennung

Diesen Prozess würde sie gerne gemeinsam mit großen Teilen der Gesellschaft vollziehen. Es macht sie traurig, dass die Debatte momentan so überhitzt geführt wird: „Ich verstehe wirklich nicht, wie gendersensible Sprache etwas Schlechtes sein kann. Gegner*innen argumentieren, dass man nicht von Leuten erwarten kann, ihre ganze Sprache umzuändern. Aber ich glaube, das ist überhaupt nicht die Frage, sondern eine Bitte um Anerkennung.“

Was der aktuellen öffentlichen Debatte laut Kris fehlt, ist eine Form von Austausch, die auf Reflexion ausgelegt ist und nicht auf Zwängen basiert. Sie wünscht sich, dass Sprache sensibel benutzt wird, allen Parteien gegenüber. „Nicht unter Zwang, sondern mithilfe einer sensiblen gemeinschaftlichen Umgangsweise, im Dialog.“

Die Angst vorm Misgendern

Welche Folgen eine Sprache haben kann, die nicht gendersensibel ist, erzählt Aaron. Aaron ist ein trans Mann und studiert an der HAW Hamburg Illustration. „Ich bin 23 Jahre alt und ich war vor zwei Wochen das erste Mal in meinem Leben beim Gynäkologen. Vorher wurde ich immer davon abgeschreckt, dass es so zentriert immer um Frauenhygiene geht. Ich hatte richtig Angst, beim Gynäkologen misgendert zu werden“. Damit ist gemeint, mit den falschen Pronomen angesprochen zu werden. Der Fachbegriff dafür ist Geschlechtsdysphorie.

Das generische Maskulinum: Ein Gesundheitsrisiko

Gerade in einem Alter, in dem Menschen noch weniger identitätsstabil sind, kann Misgendern große Verunsicherung hervorrufen. Besuche beim Arzt sind besonderen schwer. Dabei sind sie wichtig: Zum Beispiel Gynäkologie-Besuche, unter anderem zur Krebsfrüherkennung und der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. Eine Auswertung des schwedischen Gesundheits- und Bevölkerungsregisters ergab, dass Frauen dreißig Mal weniger an Gebärmutterhalskrebs erkrankten, wenn sie sich vor ihrem 18. Lebensjahr dagegen impfen ließen. „Man weiß, dass die Impfung umso zuverlässiger schützt, je früher sie erfolgt. Bis zum 18. Geburtstag werden die Impfungen noch bezahlt“, so der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVfs), Dr. med. Christian Albring, in einer Pressemitteilung des BVfs.

Hinweis zur Sprache in diesem Absatz: Die Bezeichnung „Frauen“ sowie „Berufsverband der Frauenärzte“ haben wir aus der Pressemitteilung zur schwedischen Studie übernommen.

Aarons erster Besuch in einer Praxis für Gynäkologie war dann aber doch eine positive Erfahrung: „Die Frau am Empfang hat mich einfach sofort mit dem richtigen Namen angesprochen und die richtigen Pronomen verwendet hat und nicht so getan, als wäre ich eine Frau. Die diversitätssensible Sprache war da wichtig für mich, um diese Erfahrung irgendwie erträglich zu machen.“

Stern, Doppelpunkt, Unterstrich? Egal!

Auch Aaron geht es bei diversitätssensibler Sprache vor allem um Respekt und Anerkennung. Ob Leute mit Stern, Doppelstrich oder Unterstricht gendern, ist ihm egal: „Mir ist die Schreibweise da wirklich gar nicht mal so wichtig, mir ist es viel wichtiger, dass es gemacht wird. Dass man erkennen kann, dass man nicht einfach nur aus Gewohnheit das generische Maskulinum verwendet.“ Es geht ihm vor allem darum, dass sich Personen überhaupt die Mühe machen, mehr Leute in der Sprache einzuschließen.

Auf den Kontext kommt es an

Trotzdem sei es auch eine Sache des Kontexts: Wenn er mit einer Gruppe von Freund:innen im Gespräch ist, und diese nicht in jedem Satz gendern, stört es ihn nicht so sehr, wie bei Fremden. Auch das geht zurück auf den Respekt und die Anerkennung: Bei seinen Freund:innen kann er sich sicher sein, dass sie ihn respektieren und anerkennen. In anderen Kontexten nicht. „Ich würde mir wünschen, dass es in offiziellen Dokumenten, in medizinischer Sprache und in behördlicher Sprache standardmäßig gegendert wird. Um auch alle anzusprechen, die auch angesprochen werden sollen. Das sind eben nicht nur Männer, sondern auch Frauen und nicht-binäre Menschen“.

Eine Einladung zum Gendern

Aaron findet es wichtig, dass die Diskussion um die ‚korrekte Sprache‘ nicht ablenke von den Ungleichheiten, die auch abseits der Sprache noch immer existieren. Trans Personen erleben in Deutschland auch im Jahr 2022 noch erhebliche strukturelle Diskriminierung. Vor allem das Transsexuellengesetz (TSG), welches trans Menschen die Änderung ihres Vornamens und Geschlechts im Pass ermöglichen soll, steht immer wieder in der Kritik. In mehreren Fällen wurden Teile des Gesetzes inzwischen vom Verfassungsgericht gekippt. Aktuell ist daher ein Selbstbestimmungsgesetz als Ablösung für das TSG in Planung. Eine Studie der europäischen Grundrechteagentur FRA belegt außerdem, dass trans Personen überproportional häufig von Arbeitslosigkeit, Alltagsdiskriminierung und Gewalt betroffen sind.

Gendern kann auch Spaß machen

Wie vieles im Leben ist auch das Gendern eine Gewohnheitssache. Doch Aaron hat einen Tipp, wie man sich das Gendern leicht angewöhnen kann: „Ein Freund von mir hat gesagt, dass er das am Anfang mit dem Gendern ein bisschen ungewohnt und albern fand, mit dieser Pause dazwischen. Irgendwann hat er dann angefangen zu sagen „Lehrer – innen und außen“. Dadurch wurde es richtig witzig für ihn und er hat es sich angewöhnt. Und das hat für mich tatsächlich auch geklappt. Jetzt sag ich einfach nur noch „Lehrer:innen“ und in meinem Kopf denke ich: „und außen“ und das macht mir einfach immer Spaß“, sagt er und lacht.

„Gendern schränkt eure Freiheit nicht ein.“

Ein Gegenargument in der Debatte um diversitätssensible Sprache ist, dass Gendern die sprachliche Freiheit einschränke. Gegner:innen sprechen dann von einem vermeintlichen „Gender-Zwang“. So zum Beispiel die Hamburger CDU, die auf dem Landesparteitag 2021 einen Beschluss „Für die deutsche Grammatik, gegen Gender-Zwang“ verfasste. Aaron sieht dieses Argument kritisch: „Ich finde es generell schwierig, wenn Menschen ernsthaft behaupten, dass sie sich in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlen, dadurch dass Leute sagen, dass sie Menschen miteinschließen sollten in ihre Sprache“. Er verweist darauf, dass „mitmeinen“ eben nicht ausreiche, da das generische Maskulinum vor allem Männer anspricht. „Ich verstehe nicht, inwiefern es die Freiheit einschränkt, dass man ein neues Wort benutzt – oder nicht einmal ein neues Wort, ein leicht abgeändertes Wort. Es ist ja wirklich nicht schwierig!“ Dabei möchten beide Seiten im Grunde dasselbe: Das unsere Sprache uns nicht spaltet, sondern vereint.

Apropos „Was darf ich jetzt eigentlich überhaupt noch sagen?“/ „Heute darf man ja nichts mehr sagen“ – das sind rechte Narrative, die durch die AfD einen Aufschwung in Deutschland erlebten und eine „Verschiebung der Grenzen des Sagbaren“ zum Ziel haben. Prinzipiell gilt: Sagen dürft ihr alles, was nicht verfassungsfeindlich ist (zum Beispiel die Leugnung des Holocausts). In Deutschland gibt es schließlich Meinungsfreiheit. Die Frage ist eher: Was möchtet ihr mit eurer Sprache ausdrücken? Wen möchtet ihr damit ansprechen? Was möchtet ihr erreichen? Wenn ihr mit eurer Sprache niemanden ausschließen möchtet, kann diversitätssensible Sprache für euch eine gute Möglichkeit sein. Dafür müsst ihr nicht einmal unbedingt Sonderzeichen oder den Glottisschlag verwenden – auch genderneutrale Formen können eine gute Möglichkeit sein, inklusiv zu sprechen und zu schreiben. Das ist sogar auf jeden Fall barrierefrei.

Artikel 1: Menschenwürde & Menschenrechte (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. (2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt. (3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht. Artikel 2: Persönliche Freiheitsrechte (1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt. (2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden. Artikel 3: Gleichheit vor dem Gesetz (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. (2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin. (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Artikel 5: Meinungsfreiheit (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt. (2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre. (3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.
Ein kurzer Überblick über die deutschen Grundgesetze. Grafik: FINK.HAMBURG | Marina Schünemann

In einer vorherigen Version des Artikels hieß es „Ein Satz im generischen Maskulinum lautet: „Die Studenten hatten durch Corona zwei anstrengende Jahre.“ Gemeint sein sollen dabei sowohl männliche als auch weibliche Studierende. Linguistisch schließt das generische Maskulinum aber alle Menschen, außer cis und trans Männer, sprachlich aus und ist daher nicht diversitätssensibel“. Da die Einschränkung auf Teilbereiche der Linguistik bei dieser Formulierung nicht deutlich war, haben wir die entsprechende Stelle angepasst.

21 KOMMENTARE

  1. Meiner Meinung nach ist der zweite Absatz schon falsch:

    ‚Ein Satz im generischen Maskulinum lautet: „Die Studenten hatten durch Corona zwei anstrengende Jahre.“ Gemeint sein sollen dabei sowohl männliche als auch weibliche Studierende. Linguistisch schließt das generische Maskulinum aber alle Menschen, außer cis und trans Männer, sprachlich aus‘

    Linguistisch wird niemand ausgeschlossen. Deswegen heisst es ja auch „generisch“ (=unspezifisch). Die Sprachwissenschaft hat sich darauf geeinigt Wörter als männlich, weiblich (oder sachlich) zu kategorisieren. Dabei hat das mit dem Geschlecht nicht viel zu tun (der Tisch ist genausowenig männlich wie weiblich).

    Wenn man an dem Wort „Maskulinum“ anstoss nimmt sollte man sich vor Augen halten, daß vor jedem Plural ein WEIBLICHER Artikel steht. Ich finde es eigentlich sogar schön: „die Studenten“ = weiblicher Artikel + generische Maskulinum. Wenn man unbedingt will kann man sagen es kommt weiblich, männlich und irgendwie eine Verschmelzung dabei raus. Wer wird jetzt also ausgeschlossen?

    • Hallo Michael, danke für deinen konstruktiven Kommentar. Linguistik ist laut Duden die Wissenschaft, die sich der Beobachtung und Analyse der Sprache widmet. Wie in vielen (Geistes-)Wissenschaften gibt es auch in der Linguistik zahlreiche Fachbereiche und Strömungen. Wir beziehen uns in diesem Absatz unter anderem auf Prof. Dr. Gabriele Diewald und Prof. Dr. Barbara Schlücker, als auch auf die im Absatz darunter verlinkten Studien. Um den Bezug deutlicher zu machen, haben wir die entsprechende Stelle angepasst: „Daher argumentieren verschiedene Linguist:innen, dass das generische Maskulinum nicht generisch sei, sondern alle Menschen, außer cis und trans Männer, sprachlich unsichtbar macht.“

  2. Direkt der erste Abschnitt hat mich schon sehr aufgeregt. Gendersprache als barrierefrei zu bezeichnen ist eine riesige Unverschämtheit.
    Menschen mit einer Leserechtschreibschwäche, Menschen mit einer geistigen Behinderungen, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit nichtdeutscher Muttersprache und Menschen, die auf computerisierte Sprachausgabe erleben Gendersprache als Barriere. Teilweise ist diese Barriere sogar unüberwindbar.
    Insofern ist diese Sprache auch in vielen Bereichen exklusiv und nicht inklusiv.

    • Hallo Rico, vielen Dank für deinen Kommentar. Beziehst du dich auf den folgenden Absatz?

      „Sich diversitätssensibel auszudrücken bedeutet, möglichst viele Menschen zu inkludieren, also zum Beispiel barrierefrei zu schreiben oder auf das generische Maskulinum zu verzichten.“

      Hier sprechen wir bewusst nicht von gendersensibler Sprache, sondern nutzen den übergreifenderen Begriff der „diversitätssensiblen Sprache“. Diese umfasst auch barrierefreie Sprache. In einem weiteren Artikel unserer Gender-Reihe haben wir zum Beispiel mit dem Mythos aufgeräumt, der Gender-Doppelpunkt sei barrierefrei für blinde Menschen. Ein wichtiges Thema, welches wir ebenfalls beleuchten wollten. https://fink.hamburg/2022/02/mythos-doppelpunkt/

  3. Genau bei „Linguistisch schließt das generische Maskulinum aber alle Menschen, außer cis und trans Männer, sprachlich aus“ habe ich auch aufgehört zu lesen. Die Unterstellung, dass das Generikum im Plural irgendwen ausschließt ist der große Irrtum und lässt sich auch nicht belegen.
    Man kann das ganze immerhin auch so sehen: Es gibt ein Generikum, das verwendet wird um eine Gruppe geschlechtsunabhänging zu beschreiben (Studenten, die studieren; Bäcker, die backen; Kollegen, die dem Kollegium angehören) und es gibt außerdem noch ein spezifisches Femininum: Studentinnen, die studieren und weiblich sind; Bäckerinnen, die backen und weiblich sind; Kolleginnen, die dem Kollegium angehören und weiblich sind. Ab hier wird es sexistisch, denn jetzt wird zusätzlich das Geschlecht beschrieben, was in den meisten Fällen komplett egal sein sollte, außer man will krampfhaft zeigen, dass es um Frauen geht, was im Feminismus durchaus Sinn machen kann, als Anti-Sexist aber abzulehnen ist. Denn spätestens wenn man dann nicht-binäre Personen mit addressieren will, offenbart sich der Trugschluss, dass Genus des Wortes und Sexus der Person gleichbedeutend seien.
    Es gibt im deutschen keinen Weg, um anzuzeigen, dass ausschließlich Männer gemeint sind, da es kein spezifisches Maskulinum gibt, nur das generische Maskulinum, das wie gesagt nicht geschlechtsspezifisch ist. Um zu zeigen, dass eine Gruppe von Bäckern rein männlich ist, muss man dies immer dazu sagen, da kein spezifisches Maskulinum existiert und das generische Maskulinum schon wunderbar anti-sexistisch ist und nicht auf die Geschlechtsidentitäten der Beschriebenen eingeht.

    • Linguistik ist laut Duden die Wissenschaft, die sich der Beobachtung und Analyse der Sprache widmet. Wie in vielen (Geistes-)Wissenschaften gibt es auch in der Linguistik zahlreiche Fachbereiche und Strömungen. Wir beziehen uns in diesem Absatz unter anderem auf Prof. Dr. Gabriele Diewald und Prof. Dr. Barbara Schlücker, als auch auf die im Absatz darunter verlinkten Studien. Um den Bezug deutlicher zu machen, haben wir die entsprechende Stelle angepasst: „Daher argumentieren verschiedene Linguist:innen, dass das generische Maskulinum nicht generisch sei, sondern alle Menschen, außer cis und trans Männer, sprachlich unsichtbar macht.“

  4. @Michael,
    sehr guter Kommentar. Ich kann da nur zustimmen.
    Zum Artikel:
    Grundsätzlich finde ich gendern gaga. Und so wie es praktiziert wird, verkompliziert und verhunzt es unsere schöne Sprache.
    Wenn schon gegendert werden soll, dann hätten wir dafür das es-Pronomen. Aber das wird dann wieder abgelehnt, weil es negativ besetzt ist. Deshalb führt man dafür dann neue Regeln mit Sternchen, Doppelpunkt und Stotterpausen mitten im Wort ein. Was für ein Unsinn.
    Es ist ein Vorteil unserer Demokratie, dass über jedes Thema debattiert wird. Nichts wird einfach vom Tisch gewischt. Und das ist gut so. Der Nachteil dabei ist nur, dass man dadurch eben auch Debatten über solch einen Unsinn aushalten muss.
    Gemäss aktueller Umfragen lehnt die Mehrheit der Deutschen das Gendern ab. Auch typisch für eine Demokratie ist, dass der Wille der Mehrheit massgebend ist. Also worüber reden wir hier eigentlich?

  5. Die Autorinnen geben sich wirklich große Mühe, die Perspektive von Menschen nachvollziehbar zu illustrieren, die sich in unserer Gesellschaft nicht angemessen wahrgenommen fühlen. Hier künftig mehr Sensibilität zu entwickeln und im Alltag gerechtere Kommunikationsformen zu finden, trifft meines Erachtens auf breiten Konsens in der Gesellschaft. Leider, leider verrennen sich die Autorinnen wie viele „Aktivisten“ hierbei und beharren auf der — leider nicht zu Ende gedachten — Idee, das Einschieben von Sonderzeichen wie Stern, Doppelpunkt, Unterstrich, Großbuchstaben in Wörter ist die Lösung „des Problems“. Die Begründungen, der Artikel macht es deutlich, werden immer gewagter und konstruierter. Und dadurch werden die Argumente nicht glaubhafter oder überzeugender, oft sind sie einfach falsch. So schließt das generische Maskulinum per Definition alle ein. Nur ein falsches Interpretieren deutscher Sprache führt hier zur im Artikel vage konstruierten Gruppenbildung. Ausdrücklich unterstützen möchte ich die Idee, Frauen und Männer explizit anzusprechen, also die sogenannte „Beidnennung“ Duden-konform und orthografisch korrekt zu verwenden. Ebenso lässt es die deutsche Sprache bereits jetzt zu, alle erdenklichen, gefühlten Subjektivitäten direkt anzusprechen oder neue Wörter, Substantive zu finden, die die gewünschte Semantik transportieren. So funktioniert, so lebt Sprache ganz generell. Was jedoch nicht funktioniert, ist das Einfügen von Sonderzeichen innerhalb von Wörtern. Und hier besteht ein ganz fundamentales Missverständnis seitens der Gender-Stern/-Unterstrich/-Doppelpunkt-Enthusiasten: Neue Bedeutungen, und darum geht es im Kern bei der Gendersensibilität, müssen auf semantischer Ebene, nicht auf lexikalischer Ebene realisiert werden. Das Fundament der Sprache selbst bleibt unverändert. Genau das ist Voraussetzung für eine lebendige, sich weiter entwickelnde Sprache für mündliche wie schriftliche Kommunikation. Es ist also auch aus noch so gut gemeintem Grund nicht möglich, in Wörter (Lexeme, Token, …) beliebig Zeichen einzustreuen und so das Regelsystem einer Sprache auszuhebeln. Es bleibt also zu hoffen, dass die aktuellen, oft mit ideologischer Verbissenheit geführten, „Kämpfe“ und die albernen „Sprachregelungen“ rasch beendet werden. Über das Ziel sind sich nahezu alle einig, der eingeschlagene Weg sollte rasch im Sinne einer guten, lebendigen Sprachentwicklung korrigiert werden. Ich vermute, hier wird in den kommenden Jahren stetes geduldiges, sachliches und respektvolles Argumentieren notwendig sein. Die Mehrheit in der Bevölkerung, so zeigen es wiederholt Umfragen, verfügt über ein gutes Gespür für Sprache und lehnt insofern Sonderzeichen in Wörtern genauso ab wie Sprechpausen innerhalb von Wort-/Sinneinheiten — scherzhaft oft Schluckaufsprache genannt. Und so werden wir in einigen Jahren vermutlich über Artikel wie den hier kommentierten schmunzeln … und trotzdem oder gerade deshalb in unserer Gesellschaft im Alltag, nicht nur per Sprachetikett, bzgl. Gendersensibilität und -gerechtigkeit vorangekommen sein.

  6. Wenn ich das richtig sehe, ist der Beitrag vier Tage alt. Er könnte aber genauso gut vier Jahre alt sein oder vierzig. Kein Argument, in Worten Null, in Zahlen auch, nix, was gegen das Gendern spricht, ist auch nur angedeutet. Habt ihr solche Angst?
    Es ist alles gesagt, und ihr »argumentiert« immer noch trotzig und unbelehrbar, wie schon Luise Pusch in den Siebzigern.
    Und schlicht falsch.

    »Änderungen in der Sprache sind anstrengend.«
    Nein, kein bisschen, sofern die Sprache die sich ändernde Realität beschreibt. Nehmen wir Telegraph, Telephon, Grammophon, Fernseher, Telefaksimiliegerät (Fax), Computer – hier wurde Worte umgedeutet oder neu gebildet für neue Geräte.

    Ja, stimmt, wenn ein nichtsprachlicher Zweck verfolgt wird, Nationalismus zum Beispiel oder auch gute, zumindest gutgemeinte Ansichten.
    Die Bahn hat Dutzende Jahre gebraucht, um aus Perron, Coupé, Billet – Bahnsteig, Abteil, Fahrschein zu machen. Warum? Weil die Sache schon einen Namen hatte, etwas Neues war schlicht nicht nötig und musste per Anweisung durchgesetzt werden.
    Jetzt will man Ticket durchsetzen; auch das wird dauern.

    »Linguistisch schließt das generische Maskulinum aber alle Menschen, außer cis und trans Männer, sprachlich aus … «
    Äh? Die Linguistik sagt das genaue Gegenteil. Das generische, oder auch inklusive, Maskulinum ignoriert das Geschlecht. Sonst ist es keines. In meiner Schule ist von Schülern die Rede, von Lehrern, von Kollegen. Und anders, als eure Grafik zeigt, sind alle, und fühlen sich alle, angesprochen. Und ich vermute, dass die meisten mit »cis« und »trans« nichts anfangen können, und das müssen sie auch nicht, wenn es heißt: Die Schüler der 9.2 haben in der sechsten Stunde Ausfall. Ich habe noch nie erlebt, dass die Mädchen sitzen bleiben.
    Sie verstehen, was gesagt wurde, und genau das ist der Sinn der Sprache.
    »Der Begriff des generischen Maskulinums ergibt nur Sinn, wenn alle in Frage kommenden Personen – nein, nicht versteckt, sondern inkludiert sind, wie die Püppchen in einer Matrjoschka. Man weiß ja, dass sie drin stecken.«

    Mir kommt es so vor, als würde man in einem Telefongespräch aus einem der beteiligten Apparate den Lautsprecher entfernen. Ja klar, versteht man dann nichts. Das liegt dann aber nicht am Telefon.

    »Es gibt viele Argumente, die für das Gendern sprechen.«

    So?
    Ich biete seit zwei Jahren 5000 Euro für eine Darlegung, welche die Vorteile des Genderns für die Gesellschaft nennt. Keiner will das Geld haben.
    Das einzige »Argument« ist eher moralischer Natur; leider ist die Sprache völlig resistent gegen die Moral.

    » Mehrere Studien haben ergeben, … «
    Nein, das haben sie nicht. Die Studien haben methodische Mängel, und das kann man – Oktober 2022 – wissen. Sie arbeiten mit Taschenspielertricks, in dem Phrasen kontextfrei und konstruiert benutzt werden, in dem man also das Maskulinum so benutzt, dass es gar nicht inklusiv verstanden werden kann, und das ist dann der Beweis?
    Freunde im Sportlerheim, Sozialarbeiter und das nicht totzukriegende Koryphäenparadox?
    Man sehe sich das Video von Quarks bei Youtube an.
    Praktisch alle Kommentatoren bestreiten das mit den männlichen Bildern im Kopf.
    Nur Fanatismus kann das ignorieren.

    Argumente? Witzig übrigens: DIE Koryphäe muss – männliche Bilder im Kopf – angeblich immer männlich sein. Es geht übrigens um Chirurgen, die tatsächlich zu über 90 % männlich sind.

    Wenn in meiner Familie von Friseuren, Ärzten, auch Kinder- oder Frauenärzten, die Rede ist, sprechen wir IMMER von Frauen, so wie die Lehrer meiner Kinder weitgehend weiblich sind.

    WO IST EIGENTLICH DAS PROBLEM?

    Noch eines, ich habe keine Zeit mehr und irgendwie keine Lust:
    »Der Fachbegriff dafür ist Geschlechtsdysphorie.«
    Äh? Mal im ICD-10 nachgeschaut? F64?
    »beim Gynäkologen misgendert zu werden«
    Äh? Was heißt wohl «γυναικός«?

    Und damit schließt sich der Kreis. Nein, ich mache mich nicht lustig über Menschen, die »im falschen Körper« wohnen (ich denke eher, der Körper ist schon richtig, nur die Einstellung stimmt nicht überein). Ich wundere mich nur über Leute, die denken, die Sprache werde es schon richten.

    Und ein letztes. Von wem haben wir denn die Sprache?
    Die Mutter, die Säuglingsschwestern, die Erzieherinnen in Krippe, Kindergarten und Schulhort, die Grundschullehrerinnen – nein, es ist kein generisches Femininum – es sind tatsächlich fast alles Frauen, die uns in die Sprache einführten. Und die haben bis eben nicht gemerkt, dass sie falsch liegen? Ernsthaft?
    Habt ihr so eine schlechte Meinung von den Frauen?

    • Linguistik ist laut Duden die Wissenschaft, die sich der Beobachtung und Analyse der Sprache widmet. Wie in vielen (Geistes-)Wissenschaften gibt es auch in der Linguistik zahlreiche Fachbereiche und Strömungen. Wir beziehen uns in diesem Absatz unter anderem auf Prof. Dr. Gabriele Diewald und Prof. Dr. Barbara Schlücker, als auch auf die im Absatz darunter verlinkten Studien. Um den Bezug deutlicher zu machen, haben wir die entsprechende Stelle angepasst: „Daher argumentieren verschiedene Linguist:innen, dass das generische Maskulinum nicht generisch sei, sondern alle Menschen, außer cis und trans Männer, sprachlich unsichtbar macht.“

  7. Ich denke dass gendern von der Idee vollkommen richtig ist.

    Das Problem was ich sehe ist, dass es in Deutschland ca. 10 Millionen Menschen gibt, die mit der deutschen Sprache erhebliche Schwierigkeiten haben (zu denen die sie in Zukunft lernen müssen – Migration etc.). Angefangen von analphabetismus bis hin zu LRS.

    Wenn wir die Sprache nun anpassen hat das nicht nur Auswirkungen auf die, die wir inkludieren wollen sondern auch auf die welche wir unter Umständen abhängen.
    Stichwort einfache oder leichte Sprache welche sogar ein Regelwerk besitzt.

    Ich selbst hatte sehr lange mit LRS zu kämpfen. Habe es aber nur durch ein intensives Training und berufliche Notwendigkeit geschafft, damit klar zu kommen.

    Und wenn man nicht gendert, hat das sehr wohl Auswirkungen. So hat meine Frau eine schlechtere Note in ihrer Bachelorarbeit bekommen weil sie nicht neutral geschrieben wurde.

    Also ja ich verstehe den Grund warum das Ganze gemacht wird. Werden in den Studien auch Menschen befragt die Probleme mit der Deitschen Sprache haben? Vermutlich nicht.

    Deswegen dürfen wir meiner Meinung nach Sprache nicht zu einem Mittel für privilegierte Menschen machen und müssten sie eher vereinfachen.

    Ich musste sehr viel nachdenken um das hier zu schreiben und habe absichtlich meinen Text nur einmal Korrektur gelesen.
    Er wird nur von Fehlern so strotzen.
    Zeigt aber vielleicht mein Problem.

    • Lieber David, vielen Dank für diesen reflektierten Kommentar und dass du deine Perspektive mit uns teilst. Mit unserer Artikelreihe wollten wir auch den Fokus von „gendersensible Sprache“ auf diversitätssensible Sprache ausweiten. Dazu gehören die unterschiedlichsten Perspektiven, zum Beispiel haben wir einen Artikel geschrieben, der sich mit der Perspektive von Menschen auseinandersetzt, die einen Screenreader nutzen. Auch die Perspektive von Menschen mit LRS ist hierbei unglaublich wichtig. Den Themenvorschlag diskutieren wir in der Redaktion.

      • Dank für diesen reflektierten Kommentar ?
        Also wer zustimmt ist selbstreflektierend und alle anderen nicht?

        Komische Ansichten.

  8. Die große Mehrheit lehnt gendern ab und eure Begründung dafür trifft halt belegt auch nicht zu. Da kann es die 25-jährige Frauen-zeichnende Journalistin noch so sehr postulieren, mit der hier geschriebenen Meinung steht sie glücklicherweise recht alleine da.

  9. „Linguistisch schließt das generische Maskulinum aber alle Menschen, außer cis und trans Männer, sprachlich aus“
    Dieser Satz ist totaler Quatsch und zeugt von der Voreingenommenheit des Autors.
    Schliest „die Person“ auch alle außer cis-Frauen aus? Warum nicht?
    Ich habe nicht weitergelesen.

    • Linguistik ist laut Duden die Wissenschaft, die sich der Beobachtung und Analyse der Sprache widmet. Wie in vielen (Geistes-)Wissenschaften gibt es auch in der Linguistik zahlreiche Fachbereiche und Strömungen. Wir beziehen uns in diesem Absatz unter anderem auf Prof. Dr. Gabriele Diewald und Prof. Dr. Barbara Schlücker, als auch auf die im Absatz darunter verlinkten Studien. Um den Bezug deutlicher zu machen, haben wir die entsprechende Stelle angepasst: „Daher argumentieren verschiedene Linguist:innen, dass das generische Maskulinum nicht generisch sei, sondern alle Menschen, außer cis und trans Männer, sprachlich unsichtbar macht.“

  10. Mir fällt das Gendern schwer da ich es in der Logik nicht verstehe.
    1. Aus den gleichen Gründen heraus wie sie im vorherigen Kommentar genannt werden.
    (wenn ich es genau nehme, fühle ich mich als Mann beim Plural „die Student:innen“ nicht angesprochen)
    Es müsste dann z. B.: „Da (oder Das oder the) Students heißen.
    Weil eben“ die“ ein femininer Artikel ist, und weil ich als Mann nicht „viele Student“ bin sondern „viele Studenten“ oder wenn dann „viele Student:inn-en“ weil das männliche Plural im „innen“ verlorengeht. Oder am besten da Students, de Students, das Students, the Students… Weil man im Student:inn-en Das männliche Plural nicht heraushört, nur das Weibliche.

    2. Ich, als Mann, fühle mich benachteiligt, weil die Sonne weiblich sein soll… Etc.
    Ist das albern, oder könnte man das so weiterdenken?

    LG,
    Immanuel

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