Ein DJ steht auf einer Bühne, mit dem Rücken zur Kamera. Im Hintergrund sieht man Lichterketten und tanzende Menschen. Auf der Altonale 2025.
Veranstalter der Altonale betonen: Ohne eine höhere Förderung durch die Stadt Hamburg könnte die Altonale 2027 nicht stattfinden. Foto: Thomas-Panzau/altonale

Der Altonale in Hamburg fehlen finanzielle Mittel. Zwar kann das Festival vom 12. bis 21. Juni dank Spenden und Soli-Veranstaltungen stattfinden, doch die Zukunft ist unsicher.

Es gibt nur eine Altonale im Sommer 2026 durch eine seit März laufende Spendenkampagne sowie Soli-Veranstaltungen, die bislang knapp 50.000 Euro eingebracht haben. Wie es langfristig weitergeht, ist jedoch offen: Sollte die öffentliche Förderung nicht erhöht werden, droht dem Festival ab 2027 das Aus. Vom 12. bis 21. Juni findet in Hamburg die Altonale statt – eines der größten Kulturfestivals der Stadt mit Schwerpunkten auf Film, Musik und Literatur.

Das Aus nach 27 Jahren?

Die Altonale findet seit 27 Jahren statt. Gründe für die existenzielle Krise seien gestiegene Kosten, rückläufige Sponsorengelder und eine, aus Sicht der Veranstaltenden, unzureichende öffentliche Förderung. Derzeit würden rund 20 Prozent des Budgets von der Stadt Hamburg getragen. Die übrigen 80 Prozent müsse das Festival selbst erwirtschaften – vor allem über Sponsoring und Kooperationen mit der Privatwirtschaft. Diese Einnahmen seien zuletzt jedoch deutlich zurückgegangen. „Wir sind auf jeden Cent angewiesen, um keinen größeren Fehlbetrag mitzuschleppen“, sagt Geschäftsführerin Heike Gronholz. Ohne eine Lösung drohe die Insolvenz. Gleichzeitig sagt sie: „Wir sind dankbar für die große Solidarität.“

Soli-Lesung: „Rettet die Altonale“

Am vergangenen Dienstag fand im Kultur & Gut in Altona eine Soli-Lesung zugunsten des Festivals statt. Der Veranstaltungsraum war gut gefüllt, die Stimmung überwiegend positiv. Ein Teil des Publikums kam wegen des Autors Saša Stanišić – andere vor allem, um die Altonale zu unterstützen. „Ich habe mich in letzter Zeit viel damit beschäftigt, dass es der Altonale nicht gut geht und sie kurz vor der Insolvenz steht“, sagte eine Besucherin. Sie begrüße die zahlreichen Unterstützungsaktionen und sehe darin ein wichtiges Signal für das Festival.

Autor Stanišić stellte im Gespräch mit der Schriftstellerin Nefeli Kavouras ausgewählte Werke vor. Dabei betonte er die Bedeutung des Festivals: „Die Altonale gehört zu Altona wie die Tauben vor dem Bahnhof“, so Stanišić. „Altona wäre ohne sie nicht einfach nur um ein paar Veranstaltungen ärmer, sondern ein Stück weniger Altona.“

Gespräche mit der Kulturbehörde

Im Kulturausschuss wurde laut Veranstaltern bereits diskutiert, die Altonale künftig stärker kommerziell auszurichten. Aus Sicht der Geschäftsführung reicht das jedoch nicht aus, um das Festival nachhaltig zu sichern. Gespräche mit der Kulturbehörde habe es bereits gegeben – bislang jedoch ohne konkrete finanzielle Zusagen. Geschäftsführerin Gronholz verweist dennoch auf optimistische Signale aus der Politik und zitiert Kultursenator Carsten Brosda mit den Worten: „Wir schaffen das.“

rot

Als Kind war sie kein Fan ihres Namens, liebte aber die Farbe. Rosa Bort, geboren 1998 in Braunschweig, zog nach dem Abitur nach Köln. Fürs Studium in Medien- und Wirtschaftspsychologie und, wie überall wo sie hinkommt: um dort zu tanzen, am liebsten zu Hiphop oder House. In Köln arbeitete sie nebenbei im Vertrieb und Marketing bei einem Fahrradhersteller. Im Anschluss an ein Praktikum in Prag baute sie den TikTok-Kanal des deutsch-tschechischen Magazins „Landesecho“ auf und wurde 2025 dafür mit dem „Johnny”-Klein-Preis ausgezeichnet. Sie lernte dabei unter anderem, dass Slytherin auf Tschechisch “Zmijozel” heißt. Im Praktikum bei Next Media Hamburg half sie, Workshops und Events für Medienunternehmen zu organisieren. Heute liebt Rosa ihren Namen, aber die Farbe ist ihr zu zart. Kürzel: rot

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