Kampnagel startet Live Art Festival

Ein Parcours unter dem Motto „Hitze"

Auf einer Bühne steht eine Badewanne, in der eine Person mit einem Fischkopf-Kostüm sitzt. Die Szene wird von blauem Licht beleuchtet, wodurch eine surreale und geheimnisvolle Atmosphäre entsteht.
Drei Tage lang finden auf dem Kampnagel Gelände begehbare künstlerische Darstellungen statt. Foto: God's Entertainment

Am Donnerstag beginnt das Live Art Festival auf dem Gelände von Kampnagel. Unter dem Motto „Hitze” werden Themen rund um Klima, Gesellschaft und politische Macht behandelt.

Vom 11. bis 13. Juni lädt Kampnagel zum Live Art Festival „Hitze.Heat” ein. Fünf internationale künstlerische Positionen setzen sich in Performances, Installationen, Musikformaten und Gesprächsrunden mit der Klimakrise, gesellschaftlichen Spannungen und politischen Machtverhältnissen auseinander. Das Festival findet als begehbarer Parcours auf dem gesamten Kampnagel-Gelände statt. Es bildet zugleich den Abschluss der Festivalsaison vor der geplanten Sanierung des Kulturzentrums ab September 2026.

Die Klimakrise in Hamburg

Im Mittelpunkt stehen Themen wie Klimagerechtigkeit, globale Machtverhältnisse und die Suche nach solidarischen Zukunftsentwürfen. Laut den Veranstalter*innen sind die Folgen des Klimawandels auch in Hamburg längst spürbar: Steigende Meeresspiegel sowie häufigere Stürme und Sturmfluten veränderten die Stadt und ihre Umgebung. Als bedeutender Hafenstandort stehe Hamburg zudem in einem engen Verhältnis zur internationalen Seeschifffahrt, die erheblich zu globalen Emissionen beitrage. Das Festival verstehe sich daher als Ort, an dem drängende Fragen der Gegenwart nicht nur diskutiert, sondern durch Kunst erfahrbar gemacht würden.

Ein offener Parcours

Statt eines klassischen Bühnenprogramms erwartet Teilnehmende ein offenes Festivalformat. Die verschiedenen Arbeiten verteilen sich über das gesamte Kampnagel-Gelände. „Die Besucher*innen können selbst entscheiden, wie lange sie in den jeweiligen Räumen verweilen und die unterschiedlichen künstlerischen Perspektiven erleben möchten”, sagt Nadine Jessen, Dramaturgin des Festivals.

Zwischen Unterwasserwelt, Ritual und Klimapolitik

Das Performancekollektiv God’s Entertainment präsentiert mit „it’s getting hot in bikini bottom” eine begehbare, surreale Unterwasserwelt. In acht Episoden rund um „SpongeBobo Šwammgods” verbindet die Arbeit Popkultur mit Fragen nach ökologischen Veränderungen und gesellschaftlichen Krisen.

Der Künstler Tianzhuo Chen widmet sich in „Fire Walk with Me” den Folgen der Erderwärmung. Gemeinsam mit dem Performer und Ritualkünstler Ndoho Ange, dem indonesischen Künstler und Musiker Siko Setyanto sowie der US-amerikanischen Produzentin und Live-Elektronik-Performerin Dis Fig entwickelt Chen eine Performance zwischen Filmset, Soundinstallation, Ritual und kollektiver Halluzination. Ausgangspunkt ist die Sonne – von ihr aus entfaltet sich eine Reise durch Mythologien, Technologien, Spiritualität und Politik.

Mit „TSAOǁAE” kuratiert die Künstlerin Nesindano Namise verschiedene künstlerische Positionen aus Namibia, die sich kritisch mit dem sogenannten New Green Deal auseinandersetzen. Die Klang-, Video- und Performanceinstallation stellt sich der Frage: Was aus den Menschen wird, wenn sie weiter brennen?

Denken in Zeiten der Überhitzung

Auch der philosophische Austausch ist Teil des Festivals. Im Format „Burning with Words” diskutiert Philosophieprofessor Fahim Amir gemeinsam mit wechselnden Gästen ökologische und politische Zusammenhänge. Im Fokus stehen dabei unter anderem Perspektiven aus Afghanistan sowie die Frage, wie Kriege Landschaften verändern – nicht nur Städte und Infrastrukturen, sondern auch Berge, Gewässer und Atmosphären.

Klimakrise aus migrantischen Perspektiven

Im Aktionsraum Migrantpolitan kommen Künstler*innen zusammen, um transkulturelle Strategien für ein gemeinsames Zusammenleben zu entwickeln. Das seit zehn Jahren bestehende Projekt versteht sich als Labor für neue Formen des Arbeitens und Zusammenlebens. Im Rahmen des Festivals beschäftigt sich Migrantpolitan insbesondere mit der Frage, wie Menschen unterschiedlicher Herkunft die Ursachen und Auswirkungen der Klimakrise wahrnehmen und erleben. Unter dem Motto „Wer kocht wen?” sind viele Programmpunkte öffentlich zugänglich. Besucher*innen sind eingeladen, sich an Gesprächen und Aktivitäten der Community zu beteiligen.

Auf einer Grünfläche steht eine Birke. Dahinter ist ein kleiner Bungalow zu sehen. Am Rand der Fläche wachsen Pflanzen in Pflanzkästen.
Das Migrantpolitan auf dem Kampnagel-Gelände ist ein Aktionsraum für diasporische und lokale Künstler*innen, die gemeinsam transkulturelle Strategien und neue künstlerische Praktiken entwickeln. Foto: Louis-Volkmann

Tickets und Informationen

Tagestickets für das Live Art Festival kosten 25 Euro, ermäßigte Tickets 18 Euro. Mit der Kampnagel-Karte kostet der Eintritt 12,50 Euro. Die Karten berechtigen jeweils zum Besuch aller Veranstaltungen des jeweiligen Festivaltages. Weitere Informationen zum Programm sind auf der Website von Kampnagel erhältlich.

rot

Als Kind war sie kein Fan ihres Namens, liebte aber die Farbe. Rosa Bort, geboren 1998 in Braunschweig, zog nach dem Abitur nach Köln. Fürs Studium in Medien- und Wirtschaftspsychologie und, wie überall wo sie hinkommt: um dort zu tanzen, am liebsten zu Hiphop oder House. In Köln arbeitete sie nebenbei im Vertrieb und Marketing bei einem Fahrradhersteller. Im Anschluss an ein Praktikum in Prag baute sie den TikTok-Kanal des deutsch-tschechischen Magazins „Landesecho“ auf und wurde 2025 dafür mit dem „Johnny”-Klein-Preis ausgezeichnet. Sie lernte dabei unter anderem, dass Slytherin auf Tschechisch “Zmijozel” heißt. Im Praktikum bei Next Media Hamburg half sie, Workshops und Events für Medienunternehmen zu organisieren. Heute liebt Rosa ihren Namen, aber die Farbe ist ihr zu zart. Kürzel: rot

Hinterlasse einen Kommentar

Please enter your comment!
Please enter your name here