
Für rund 5,2 Millionen Menschen in Deutschland wird das Bürgergeld nun zur Grundsicherung. Das bedeutet für Arbeitssuchende: Wer arbeiten kann, soll schneller in Arbeit kommen.
Das Bürgergeld wurde am 1. Juli zur Grundsicherung. Das Kabinett beschloss das Gesetz zur Änderung des Bürgergeldes am 17. Dezember 2025. Die Änderungen betreffen laut Arbeitsagentur 181.786 Menschen in Hamburg, die im Juni 2025 Bürgergeld bezogen.
Das neue Prinzip laut Bundesregierung: Wer arbeiten kann, soll schneller in Arbeit kommen. Wer Hilfe benötigt, soll diese weiterhin bekommen. Das Gesetz sieht Änderungen bei Kürzungen des Regelbedarfs, Mietkosten, Terminversäumnissen vor, so die Bundesregierung auf ihrer Webseite.
Kürzungen des Regelbedarfs
Wenn Arbeitssuchende eine Maßnahme abbrechen, die ihnen das Jobcenter vermittelt hat oder sich nicht auf freie Stellen bewerben, können ihnen direkt circa 150 Euro gestrichen werden. Das ist eine Kürzung des Regelbedarfs um 30 Prozent. Bis vor Kurzem war dies gestaffelt organisiert von zehn bis 30 Prozent und wurde erst nach mehreren Absagen durchgesetzt.
Der Regelbedarf beträgt 563 Euro für Alleinstehende und wird für jede Person in einer Gemeinschaft einzeln berechnet. Paare erhalten so 1.012 Euro pro Monat. Der Regelsatz deckt Grundbedürfnisse wie Ernährung, Kleidung, Hygiene und Strom ab. Das Jobcenter übernimmt zusätzlich Miet- und Heizkosten.
Arbeitsverweiger*innen sollen abgeschreckt werden: Für sie kann der Regelbedarf für ein bis zwei Monate entzogen werden und früher eintreten als bisher.
Bürgergeld und Mietkosten
Wer zuvor seinen Job verloren hatte, musste sich im ersten Jahr des Leistungsbezugs keine Gedanken um die Miete machen: Das Jobcenter übernahm die Mietkosten. Ab jetzt zahlt es in der einjährigen Karenzzeit nur noch das Anderthalbfache der Miete, die örtlich für angemessenen erachtet wird.
Diese Richtwerte – die sogenannten Angemessenheitsgrenzen – legt jedes Jobcenter für die eigene Stadt fest. Wenn die Miete über dem Richwert liegt, müssen die Menschen den Rest selbst bezahlen. Nach einem Jahr fordert das Jobcenter sie auf, eine Wohnung mit angemessener Miete zu finden.
Einen Termin darf man verpassen – mehr nicht
Auch Terminversäumnisse im Jobcenter werden strenger behandelt, so die Bundesregierung. Wenn Arbeitssuchende zwei Termine in Folge verpassen, kann ihr Geld nicht mehr um zehn, sondern sogar um 30 Prozent für einen Monat gekürzt werden. Wer drei Termine verpasst, bekommt wohlmöglich gar kein Geld mehr vom Amt. Auch das Wohngeld kann entfallen. Menschen mit psychischen Erkrankungen sollen angehört werden, bevor ihnen das Geld gekürzt wird – wenn die psychische Krankheit der Agentur für Arbeit vorliegt.
Menschen mit Kindern sollen früher wieder in Arbeit kommen: Arbeiten soll für Eltern kleiner Kinder nicht mehr erst ab dem dritten Lebensjahr, sondern bereits nach dem 14. Lebensmonats des Kindes wieder zumutbar sein, so die Bundesregierung. Sie können also verpflichtet werden, ab dem Zeitpunkt wieder zu arbeiten.
Ziel sei es, durch „Vermittlung und bedarfsgerechte Förderung sogenannte Drehtüreffekte zu vermeiden – das heißt, es soll vermieden werden, dass jemand immer wieder beim Jobcenter vor der Tür steht“, schreibt die Bundesregierung auf ihrer Webseite.
ahi
„Bücher sind nicht immer besser als ihre Verfilmungen, aber oft”, sagt Anna Hillmann, Jahrgang 2002. In ihrem Geburtsort Lüneburg hat sie im Rahmen ihres Studiums der Kulturwissenschaften schon Filmszenen neu verfilmt, ihre Bachelorarbeit schrieb sie zum Thema BookTok. Für die Leuphana entwickelte Anna Memes und andere Formate für Instagram. Nach dem Bachelor absolvierte sie Praktika im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit in einer Werbeagentur in Hannover und im Lüneburger Literaturbüro. In ihrer Freizeit tanzt Anna gern, am liebsten zu Afrobeats. Bücher und Filme haben einen hohen Stellenwert in ihrem Leben: Jedes Jahr im Herbst sieht sie „Gossip Girl”, einmal pro Jahr liest sie „Rubinrot” von Kerstin Gier. Das Buch ist besser als der Film, findet Anna. Kürzel: ahi







Hallo,
ich als Langzeitarbeitsloser kann Ihnen versichern, das sich durch die neue Grundsicherung gar nichts ändern wird. Nicht wir Arbeitslose sind das Problem, sondern die Jobcenter Angestellten.
Der ehemalige Jobcenter Angestellte aus Bremen (Herr Göcken) hat es perfekt beschrieben: deren Hauptaufgabe ist das Geldausgeben und wenn er und seine Kollegen die Langzeitarbeitslosen alle in Arbeit vermitteln würden, wäre deren Job überflüssig.
Die Statistiken bestätigen die Untätigkeit der Jobcenter:
Die Vermittlungsquote der Jobcenter lag 2022 bei 5,9 Prozent. ntv schrieb damals dazu, Zitat: “Die Bundesagentur für Arbeit spielt bei der Vermittlung von Arbeitslosen in regulär bezahlte Arbeitsplätze inzwischen so gut wie keine Rolle mehr.”
Im Jahr 2024 betrug die Vermittlungsquote sogar nur noch 4,9 %.
Zum Vergleich: 2015 lag die bei 13,2 %.
Dem ganzen steht eine Totalverweigerer Quote von unter einem Prozent gegenüber!
Mich hält man auch äußerst erfolgreich von einer Arbeitsaufnahme ab:
Wenn ich ein Jobangebot bekomme, brauche ich eine Mobilitätsförderung um endlich aus dem Bezug herauszukommen. Ich habe einen Führerschein aber kein Fahrzeug und ich lebe in einem Ort, in dem das Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel eher bescheiden ist. Hinzu kommt, das ich aus gesundheitlichen Gründen nicht lange laufen kann und Fahrradfahren geht auch nicht. Dazu habe ich auch einen Grad der Behinderung sowie Gutachten vom Gesundheitsamt. Die Mobilitätsanträge wurden in den letzten Jahren allesamt abgelehnt.
Zwei Mal hatte ich auch ein Angebot für eine Umschulung zum Fachinformatiker. Das eine Mal hieß es das dafür kein Geld da sei – kein Wunder wenn bis zu 70 % der 10,5 Milliarden in die Verwaltung fließen. Das zweite Mal, Anfang 2025, hieß es man müsse erst mal schauen wie meine berufliche Zukunft aussehen könnte – man braucht dafür eine Integrationsstrategie. Da ich seit 2014 wieder Arbeitslos bin, hatte man ja über 10 Jahre Zeit dafür, aber in all der Zeit hat man rein gar nichts unternommen.
Beschwert man sich über die Untätigkeit des Jobcenters, zum Beispiel in Form einer Dienstaufsichtsbeschwerde, so wird diese natürlich abgewiesen. Und nebenbei beschuldigen die einen, selbst an der Arbeitslosigkeit Schuld zu sein und das man gar nicht arbeiten will. Und aus Rache erfindet das Jobcenter einen Termin, um einem eine Sanktion reinzuwürgen.
Und wenn man die, die arbeiten wollen schon nicht unterstützt, muss man sich auch nicht wundern das die Zahl der Langzeitarbeitslosen konstant hoch bleibt.
Ich kann Ihnen mit 100 prozentiger Sicherheit garantieren das ich in zehn Jahren immer noch arbeitslos bin – möglich macht es das Jobcenter.
Schönen Gruß aus Niedersachsen