10.01.2021, Esther Bejarano, Holocaust-Überlebende, sitzt in einem Rollstuhl vor dem Impfzentrum Hamburg. Foto: Daniel Reinhardt/dpa
Esther Bejarano, Holocaust-Überlebende, verstarb am im Juli 2021. Ihr Nachlass kann nun von der Öffentlichkeit eingesehen werden. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Vor fünf Jahren ist die Holocaust-Überlebende Esther Bejarano im Alter von 96 Jahren in Hamburg verstorben. Jetzt wurde ihr persönlicher Nachlass für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Dokumente, Kalender, Fotos, Briefe, Ton- und Filmmaterial, Noten und Liedtexte: Der Nachlass der Holocaust-Überlebenden Esther Bejarano ist jetzt öffentlich zugänglich und bleibt für die nächsten Generationen, die Forschung und die Bildung erhalten. Die Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH) hatte den Nachlass von Bejarano auf Wunsch ihrer Familie im März 2023 übernommen und erschlossen.

Die Kulturbehörde hat diesen Prozess mit 40.000 Euro gefördert. Am vergangenen Donnerstag wurde das Projekt als Teil der Vorlesungsreihe “Geschichte wird gemacht – Zeitgeschichtliche Projekte aus Hamburg” von der FZH vorgestellt.

Wer war Esther Bejarano?

Esther Bejanaro war Überlebende der Schoah, Sängerin, Aktivistin, langjährige Vorsitzende des Auschwitz-Komitees in der Bundesrepublik Deutschland und Ehrenpräsidentin der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten. Sie engagierte sich bis an ihr Lebensende gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus und erzählte in Schulen über ihre Erlebnisse. Bejarano verstarb im Juli 2021 im Alter von 96 Jahren in Hamburg.

Brosda: “Wichtiger Bestand Hamburger Erinnerungskultur”

Kultursenator Carsten Brosda (SPD) erklärt: “Mit der Erschließung des Nachlasses von Esther Bejarano wird auch ein wichtiger Bestand der Hamburger Erinnerungskultur dauerhaft gesichert und öffentlich zugänglich gemacht.” Gerade in Zeiten wachsender antisemitischer Tendenzen seien Zeitzeugnisse von hoher Bedeutung. “Der Nachlass von Esther Bejarano bereichert unser Archiv mit wertvollen Unterlagen zur Lebensgeschichte einer mutigen Frau und streitbaren Zeitzeugin”, betont die kommissarische FZH-Direktorin Kirsten Heinsohn.

isi/dpa

Luise Mia Beyer, Jahrgang 2002, liebt ihren Geburtsort St. Pauli, war aber schon viel unterwegs. Als Pfadfinderin wanderte sie quer durch Europa, mit einem Holzboot reiste sie in Indonesien von Insel zu Insel, in ständiger Angst vor einer Havarie. In Norddeutschland betreute sie Kinderschauspieler*innen auf einem Filmset und in Hamburg lieferte sie im Smart Pizza aus. Ihren Spaß am Skifahren und Surfen verband sie an der Leuphana mit Social Media: Sie produzierte Reels über Hochschulsportreisen. Nach dem Bachelor in Kulturwissenschaften machte sie ein Praktikum im Bereich Kultur- und Wissenschaftskommunikation bei Holtzbrinck Berlin. Beim Goethe-Institut in San Francisco betreute Luise die digitale Kommunikation und wohnte drei Monate im Turm der Feuerwache aus "The Princess Diaries". Jetzt, endlich, lebt sie wieder auf dem
Kiez. Kürzel: isi

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