Ein braun-beiges Stofftier liegt auf dem Fußboden. Dies ist ein Symbolbild für Kindeswohlgefährdung.
Kindeswohlgefährdungen in Hamburg steigen: Vernachlässigung ist das am häufigsten festgestellte Gefährdungsmerkmal. Foto: congerdesign/pixabay

Hamburg verzeichnet 2024 einen Anstieg bei akuter Kindeswohlgefährdung. Besonders häufig meldet das Jugendamt Fälle von Vernachlässigung, wie eine Anfrage der Linken ergeben hat.

Die Zahl akuter Kindeswohlgefährdungen in Hamburg hat einen Höchststand erreicht, das geht aus einer Anfrage der Bürgerschaftsfraktion Die Linke hervor. Die Zahlen stammen bereits aus dem Jahr 2024. Insgesamt meldeten die Hamburger Jugendämter 1986 Fälle von Kindeswohlgefährdung, wie das Statistikamt Nord mitteilte. Neue Zahlen für das Jahr 2025 werden im September erwartet.

In 1400 Fällen lag eine akute Gefährdung von Kindern und Jugendlichen vor. Während in 586 Fällen gewichtige Anhaltspunkte für einen Verdacht vorlagen, eine gegenwärtige Gefahr jedoch noch nicht nachgewiesen werden konnte. Fachleute sprechen in solchen Fällen von einer „latenten Kindeswohlgefährdung“. Vor zehn Jahren erfassten Jugendämter in Hamburg noch 523 akute Fälle bei Kindeswohlgefährdung – ein Anstieg von rund 168 Prozent. Über die Anfrage der Linksfraktion berichtete zunächst der Norddeutsche Rundfunk.

Soziale Krisen verschärfen den Druck auf Familien

Jan Libbertz, Fachsprecher für Justiz-, Familien- und Jugendpolitik (Die Linke), sagt, der Anstieg der Kindeswohlgefährdung sei Ausdruck einer länger andauernden gesellschaftlichen Entwicklung. Durch Pandemie, Kriege und Inflation sei die soziale Belastung vieler Familien gestiegen. Gleichzeitig verschärfe eine unzureichende Sozialpolitik die Situation zusätzlich. Viele Eltern seien mit ihrer eigenen Situation überfordert und könnten ihre Kinder nicht mehr ausreichend versorgen, so Libbertz zu FINK.HAMBURG.

Vernachlässigung als häufigste Kindeswohlgefährdung

Die Zahlen zeigen: Die häufigste Form der Kindeswohlgefährdung ist Vernachlässigung. In 56 Prozent aller Fälle fehlten ausreichende Versorgung, Pflege, Hygiene oder erzieherische Einflussnahme. Weitere Formen der Gefährdung verteilen sich auf psychische Misshandlung (34 Prozent), körperliche Misshandlung (30 Prozent) und sexualisierte Gewalt (sechs Prozent), dabei war eine Mehrfachauswahl der Gefährdungsmerkmale möglich.

Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche, die in privaten Haushalten bei ihren Eltern leben (864 Fälle). Weitere Merkmale zum Aufenthaltsort der Kinder und Jugendlichen waren unter anderem: „bei ihren Verwandten”, „in einer Pflegefamilie” oder „bei einem alleinerziehenden Elternteil”. Die Jugendämter leiteten in 1886 Fällen mindestens eine Schutz- oder Hilfemaßnahme ein.

Stärkere Entlastung von Familien gefordert

Libbertz fordert eine stärkere staatliche Unterstützung für Familien. Sorgeberechtigte müssten finanziell so entlastet werden, dass sie ihre Grundkosten, insbesondere die Miete, decken könnten.

Auch die CDU-Bürgerschaftsfraktion äußert sich zu dem Thema und sieht den rot-grünen Senat in der Verantwortung. „Wir erwarten eine substantielle Verbesserung mit Planungssicherheit von Rot-Grün und nicht nur kurzfristige Gesten“, sagt Silke Seif, familienpolitische Sprecherin der CDU, auf Nachfrage von FINK.HAMBURG. Zudem sei eine Personaloffensive in den Jugendämtern mehr denn je geboten.

rot

Als Kind war sie kein Fan ihres Namens, liebte aber die Farbe. Rosa Bort, geboren 1998 in Braunschweig, zog nach dem Abitur nach Köln. Fürs Studium in Medien- und Wirtschaftspsychologie und, wie überall wo sie hinkommt: um dort zu tanzen, am liebsten zu Hiphop oder House. In Köln arbeitete sie nebenbei im Vertrieb und Marketing bei einem Fahrradhersteller. Im Anschluss an ein Praktikum in Prag baute sie den TikTok-Kanal des deutsch-tschechischen Magazins „Landesecho“ auf und wurde 2025 dafür mit dem „Johnny”-Klein-Preis ausgezeichnet. Sie lernte dabei unter anderem, dass Slytherin auf Tschechisch “Zmijozel” heißt. Im Praktikum bei Next Media Hamburg half sie, Workshops und Events für Medienunternehmen zu organisieren. Heute liebt Rosa ihren Namen, aber die Farbe ist ihr zu zart. Kürzel: rot

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