Absteigen, Solarplatten ausklappen, Kaffee kochen: So einfach funktioniert das Velobrew. Die Technik dahinter wurde von Studierenden der HAW Hamburg entwickelt – und wird jetzt zur Basis für neue Projekte.

Es klingt nach dem Traum vieler Kaffeetrinkenden: Ein Fahrrad, mit dem das koffeinhaltige Heißgetränk überall nachhaltig produziert werden kann. Ein Team des Studiengangs Umwelttechnik der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg hat das möglich gemacht. Das Ziel des Projekts: ein Lastenrad, das seinen eigenen Strom generiert und dadurch eine Kaffeemaschine versorgen kann.

Die Idee kam dem Projektleiter Professor Sebastian Timmerberg im vergangenen Jahr aber nicht wegen des Kaffees, sondern wegen des Transportmittels: „Ich bin fahrradbegeistert und finde, es muss viel mehr Mobilität über das Fahrrad funktionieren“, sagt er. Gemeinsam mit den Studierenden baute er ein System in ein Lastenrad, das mit Solarenergie betrieben wird.

Das Coffee Bike wurde zum ersten Mal am „Tag der Nachhaltigkeit” der HAW Hamburg im November 2025 vorgestellt. Das Team selbst hat das Fahrrad nicht gebaut, denn es gehörte bereits vorher zum Competence Center for Energy Transition (CC4E) – einer wissenschaftlichen Einrichtung der HAW Hamburg, die sich mit erneuerbaren Energien und Energieeffizienz befasst.

Filterkaffee statt Siebträger

Man sieht die Filterkaffeemaschine auf einem Tisch setehen.
Die Studierenden haben sich bewusst für Filterkaffee entschieden. Foto: Juli Husmann

Gekostet hat das sogenannte Velobrew laut Timmerberg circa 1000 Euro. Das CC4E finanzierte das Projekt, weil die Fakultät Life Sciences, in die der Studiengang Umwelttechnik eingegliedert ist, keine Gelder zur Verfügung stellte. „Ich wäre eigentlich ganz klar dafür, dass Studierende für ihre Projekte, die sie umsetzen wollen, immer ein kleines Budget bekommen“, sagt Timmerberg. Dann könne man freier arbeiten und müsse sich nicht jedes Mal neu um die Finanzierung bemühen.

Die Studierenden haben das Velobrew ohnehin nachhaltig gestaltet: Sie entschieden sich zum Beispiel bewusst für gebrauchte Becher und eine gebrauchte Filterkaffeemaschine. Warum ausgerechnet Filterkaffee? Im Kurs der Ökobilanzierung verglich das Team den Stromverbrauch einer Filterkaffeemaschine mit dem einer Siebträgermaschine. Das Ergebnis: Der Filterkaffee schnitt besser ab. Die Kaffeebohnen stammen von einer Kooperative in Wilhelmsburg, die sich für sozial-ökologischen Kaffeeanbau einsetzt. Einen Großteil der Technik erhielt das Team aus Beständen der HAW Hamburg.

Das Kaffeefahrrad ist modular gestaltet: Die Kaffeemaschine kann herausgenommen und beliebig ausgetauscht werden. Die gesamte Ausrüstung, inklusive Kaffeemaschine und Tassen, kann in dem Lastenrad verstaut und transportiert werden. Der Aufbau der Velobrew-Station dauert circa 15 Minuten.

Wie funktioniert das Velobrew?

Die Technik hinter dem Velobrew: Kabel, Wechselrichter und Co. Auch das Zubehör ist in dem lastenrad verstaut.
Die Technik hinter dem Velobrew. Foto: Juli Husmann

Das Kaffeefahrrad ist mit einem Lithium-Ionen-Akku ausgestattet – der Standard-Akku für wiederaufladbare elektronische Geräte wie Smartphones oder Laptops. Der Strom für die Batterie kommt aus einem aufklappbaren Solarmodul. Damit der Akku die Sonnenenergie der Photovoltaikanlage nutzen kann, wird ein Laderegler verwendet. Dieser schützt die Batterie davor, zu überladen. Um den gespeicherten Strom anschließend für die Kaffeemaschine nutzen zu können, benötigt das System außerdem einen Wechselrichter. Darin wird der Gleichstrom aus dem Akku in Wechselstrom umgewandelt. Genauer: in die übliche Steckdosenspannung von 230 Volt.

Das Energiesystem mündet in einer solchen Steckdose, die an dem Lastenkorb befestigt ist. Daran kann die Kaffeemaschine angeschlossen werden. „Wenn die Batterie vollgeladen ist, kann man ungefähr 100 Tassen Kaffee kochen“, erklärt Lasse Lorscheider. Er ist einer der fünf Studierenden, die momentan an dem Kaffeefahrrad arbeiten und das Projekt weiterführen.

Das Velobrew könnte bald Velomeasure heißen

Das Velobrew ist mittlerweile fertiggestellt. Lorscheider und seine Mitstudierenden möchten nun eine Umweltmessstation an das Fahrrad anschließen. Es könnte also bald zum Velomeasure werden. Die Umweltmessstation soll mit einem Sensor ausgestattet werden und Feinstaub und Abgase in der Luft messen. Die Sensoren sollen auch die Qualität des Radweges anhand des Lärms in der Umgebung und der Vibration, die beim Fahren entsteht, ermitteln. Den modularen Charakter des Velobrews wollen die Studierenden beibehalten, damit das CC4E das Fahrrad auch zum Kaffeekochen, Einkaufen oder zum Laden des Smartphones verwenden kann. Kaffee aus dem Fahrrad ist also erst der Anfang.

„Bücher sind nicht immer besser als ihre Verfilmungen, aber oft”, sagt Anna Hillmann, Jahrgang 2002. In ihrem Geburtsort Lüneburg hat sie im Rahmen ihres Studiums der Kulturwissenschaften schon Filmszenen neu verfilmt, ihre Bachelorarbeit schrieb sie zum Thema BookTok. Für die Leuphana entwickelte Anna Memes und andere Formate für Instagram. Nach dem Bachelor absolvierte sie Praktika im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit in einer Werbeagentur in Hannover und im Lüneburger Literaturbüro. In ihrer Freizeit tanzt Anna gern, am liebsten zu Afrobeats. Bücher und Filme haben einen hohen Stellenwert in ihrem Leben: Jedes Jahr im Herbst sieht sie „Gossip Girl”, einmal pro Jahr liest sie „Rubinrot” von Kerstin Gier. Das Buch ist besser als der Film, findet Anna. Kürzel: ahi

Juli Husmann, geboren im Juli 2003, ist nach einer berühmten Schriftstellerin benannt und tatsächlich gerne ”unter Leuten”. Sie stammt aus dem Hamburger Treppenviertel und möchte auch beruflich aufsteigen. In Lüneburg studierte sie Digital Media und Wirtschaftspsychologie, ihr eigentliches Thema aber war schon vorher klar: Juli spielt Hockey, am Wochenende steht sie gern auf der Nordtribüne des Volksparkstadions. Gearbeitet hat sie schon für Sport1, Sky und den Sportteil der Mopo, für “Dein Spiegel” entwarf sie ein WM-Quiz. Beim Streamingdienst Dyn kommentiert sie Frauen-Hockey-Bundesligaspiele. Ihre eigene Profikarriere sieht sie heute eher auf der Pressetribüne als auf dem Feld. Kürzel: hus

Hinterlasse einen Kommentar

Please enter your comment!
Please enter your name here