Tierschützer befürchten Fischsterben wegen Elbvertiefung

Sauerstoffloch im Sommerloch

Toter Fisch schwimmt an der Wasseroberfläche
Symbolbild: Fischesterben in der Elbe. Foto: Rafal Jodlowski/ Pixabay

Elbfische in Gefahr? Das Bündnis Lebendige Tideelbe warnt vor einer zu niedrigen Sauerstoffkonzentration im Fluss. Tausende Fische könnten sterben. Umwelt- und Tierschützer*innen fordern den Rückbau der jüngsten Elbvertiefung.

Die Sauerstoffkonzentration in der Elbe ist unter einen kritischen Wert gefallen. Dies teilte das Aktionsbündnis Lebendige Tideelbe mit, dem unter anderem der Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) und der Naturschutzbund (Nabu) angehören.

Im Hamburger Hafen sei der Wert bereits Anfang Juni auf unter drei Milligramm pro Liter (mg/l) gesunken. Die ökologisch notwendige Mindestkonzentration liege bei vier mg/l. An der Messstation Seemannshöft liege der Wert sogar bei unter zwei Milligram pro Liter, wodurch er im „akut tödlichen Bereich“ für Fische liege. Das Bündnis macht die Elbvertiefung verantwortlich für die Werte.

Sauerstoffkonzentration besonders früh kritisch

Die Werte sind in diesem Jahr besonders früh in den kritischen Bereich gesunken. Im vergangenen Jahr wurden ähnliche Werte erst rund zwei Wochen später gemessen. Das alarmierte das Aktionsbündnis. „Je früher die Werte unter vier mg/l sinken und je niedriger sie sind, desto größer ist die Gefahr für Jungfische, die zum aktuellen Zeitpunkt noch in der Entwicklung sind“, heißt es vonseiten der Tier- und Umweltschützer*innen. Aber auch erwachsenen Tiere seien gefährdet.

Aktionsbündnis fordert Rückbau der Elbvertiefung

Im Sommer 2025 mussten die Tiere 80 Tage lang mit wenig Sauerstoff im Wasser auskommen. Dass es jährlich zum sogenannten Sauerstoffloch kommt, habe unterschiedliche Ursachen. Aus Sicht der Verbände liege es jedoch hauptsächlich an der Elbvertiefung. Denn im Sommer erwärme sich die obere Schicht des Wassers, aber die unnatürliche Tiefe der Elbe führe dazu, dass die untere Schicht kaum Licht und Wärme erreiche. Durch diese Schichtung finde kaum Austausch zwischen oberem und unterem Wasser statt. Der Kohlenstoffdioxid aus der tiefen Schicht könne daher nicht auf natürliche Weise abgebaut werden.

„Die zusätzliche Tiefe in der Fahrrinne der Elbe wird kaum genutzt, dafür zahlt die Natur einen hohen Preis“, so das Bündnis. Die Aktivist*innen fordern einen Rückbau der jüngsten Vertiefung, die im Januar 2022 abgeschlossen wurde. Es war bereits die neunte Vertiefung der Fahrrinne.

Die Umweltbehörde verweist auf zusätzliche Faktoren, wie etwa Dünger, die aus der Landwirtschaft in die Elbe gespült werden. Beim Abbau solcher Dünger verbrauchen Mikroorganismen viel Sauerstoff. Allerdings sagt auch die Umweltbehörde, dass vorwiegend der Flussabschnitt, der für die Seeschifffahrt genutzt werde, betroffen sei von den niedrigen Sauerstoffwerten.

hus/dpa

Juli Husmann, geboren im Juli 2003, ist nach einer berühmten Schriftstellerin benannt und tatsächlich gerne ”unter Leuten”. Sie stammt aus dem Hamburger Treppenviertel und möchte auch beruflich aufsteigen. In Lüneburg studierte sie Digital Media und Wirtschaftspsychologie, ihr eigentliches Thema aber war schon vorher klar: Juli spielt Hockey, am Wochenende steht sie gern auf der Nordtribüne des Volksparkstadions. Gearbeitet hat sie schon für Sport1, Sky und den Sportteil der Mopo, für “Dein Spiegel” entwarf sie ein WM-Quiz. Beim Streamingdienst Dyn kommentiert sie Frauen-Hockey-Bundesligaspiele. Ihre eigene Profikarriere sieht sie heute eher auf der Pressetribüne als auf dem Feld. Kürzel: hus

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