Altes Segelschiff auf der Elbe, im Hintergrund das Elbufer und die St. Michaelis Kirche (Michel)
Auf dem Hafengeburtstag laufen neben Kreufahrt- und Marineschiffen auch viele historische Segler ein. Foto: Pixabay

Am heutigen Freitag startet der 830. Hafengeburtstag. Bis Sonntag werden mehr als 300 Schiffe und hunderttausende Besucher erwartet. Wie ihr gut durch das Gedränge kommt und was ihr noch alles wissen solltet, erfahrt ihr hier.

Auch wenn der Hamburger Hafen viel Tradition und Geschichte hat, gleicht der Hafengeburtstag eher einem klassischen Volksfest. Auf einer Länge von sechs Kilometern tummeln sich entlang der Elbe von der Hafencity bis Övelgönne Buden und Musikbühnen. Wer in diesem Areal unterwegs ist, sollte viel Zeit und Nerven mitbringen – es wird laut und voll. Mit unseren Tipps holt ihr dennoch das Beste aus dem Event raus.

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Bei An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln solltet ihr die Haltestellen Landungsbrücken und Baumwall meiden. Nehmt lieber die U3 bis St. Pauli und geht die Zehn Minuten zu Fuß zur Elbe runter. Dadurch erspart ihr euch Gedrängel.

Autos und Fahrräder müssen draußen bleiben

Wenn ihr mit dem Auto anreist, müsst ihr euch auf eine kleine Wanderung einstellen. Die Veranstaltung selbst ist für Fahrzeuge gesperrt und die Parkplätze im näheren Umkreis knapp. Tipp an alle Autofahrer: Sucht euch in der Nähe des U-Bahnhofs Schlump einen Parkplatz und fahrt vier Stationen mit der U3 bis St. Pauli. Von dort aus kommt ihr gut zu Fuß in Richtung Hafen. Falls ihr unbedingt an diesem Wochenende in Hamburg mit dem Auto unterwegs sein wollt oder müsst, hier ein Tipp, um Staus zu vermeiden.

Auch Fahrräder müssen draußen bleiben. Solltet ihr mit dem Stadtrad unterwegs sein, bieten sich mehrere Mietstationen an. Auf der interaktiven Karte findet ihr alle Informationen zu Straßensperrungen, Bahnhöfen, Parkhäusern und Stadtrad-Stationen rund um den Hamburger Hafen.

Nützliche Tipps

Das Handynetz ist aufgrund der hohen Besucherzahl gegebenenfalls schlecht. Verabredet vorher einen festen Treffpunkt für den Fall, dass ihr euch nicht erreichen könnt. Ihr solltet – wie bei jeder anderen Großveranstaltung auch – auf eure Wertsachen achten. Denn, wo viele Menschen und somit auch Wertsachen unterwegs sind, gibt es Taschendiebe.

Wenn ihr auf der Suche nach Live-Musik seid, besucht die kleineren Bühnen entlang des Hafens. Hier gibt es auch Musik etwas abseits vom klassischen Mainstream und die Stimmung ist gerne mal ausgelassener.

Die Highlights des Hafengeburtstags

Die Einlaufparade

Rund 300 Schiffe laufen bei der Einlaufparade in den Hamburger Hafen ein. Die Parade findet Freitag ab 14 Uhr statt. Dazu versammeln sich tausende Zuschauer entlang der Elbe. Achtung: Rund um die Landungsbrücken wird es vor allem zur Einlaufparade extrem voll. Wer das nicht mag, sollte sich gegen 13 Uhr zum Elbstrand Övelgönne aufmachen. Etwas abseits der Festlichkeiten könnt ihr etwas gelassener Schiffe beobachten.

Das Schlepperballett

Beim Schlepperballett zeigen Schlepper zu klassischer Musik eine Choreografie. Das Event ist weltweit einzigartig und hat beim Hamburger Hafengeburtstag langjährige Tradition. Los geht es am Samstag um 18:30 Uhr vor den Landungsbrücken.

Das große Feuerwerk

Am Samstag findet zudem traditionell ein Feuerwerk ab 22:30 statt. Tipp: Von der Südseite der Elbe habt ihr einen besonders schönen Blick auf das Feuerwerk, mit Hamburgs Skyline im Hintergrund. Durch den Alten Elbtunnel an den St. Pauli Landungsbrücken kommt ihr bequem auf die andere Elbseite.

Die Auslaufparade

Die jährliche Auslaufparade beginnt am Sonntag um 16 Uhr. Die Schiffe formieren sich vor den Landungsbrücken und verlassen den Hamburger Hafen wieder. Hier gilt, wie auch bei der Einlaufparade: Je weiter ihr von den Landungsbrücken entfernt seid, desto ruhiger ist es.

Shipspotting für Fortgeschrittene

Viele Besucher kommen nur für ein Kaltgetränk und einen Snack. Wer sich für das Geschehen auf dem Wasser interessiert, sollte bei mehr als 300 Schiffen wissen, wo was zu finden ist. Von Traditionsseglern über Marineschiffe bis hin zu Kreuzfahrtriesen ist alles vertreten: Die großen Segler und Marineschiffe versammeln sich rund um die Landungsbrücken. Kreuzfahrtschiffe machen an den Kreuzfahrtterminals Hafencity, Altona und Steinwerder fest. Wer sich eher für Traditionssegler interessiert, sollte dem Traditionsschiffhafen in der Hafencity einen Besuch abstatten. Noch mehr alte Kähne liegen im Museumshafen Övelgönne.

Der Kreuzfahrtgigant MSC Preziosa ist mit 333,3 Metern das größte Schiff, das am Sonntag im Hamburger Hafen festmacht. Zu sehen ist es im Cruise Center Steinwerder. Das älteste Schiff auf dem Hafengeburtstag ist der No. 5 Elbe Lotsenschoner. Bereits 1883 wurde es in Dienst gestellt. Der innovativste Beitrag zum Hafengeburtstag kommt aus Frankreich. Der Katamaran Energy Observer wird mit erneuerbaren Energien angetrieben und verursacht weder Treibhausgas- noch Feinstaubemissionen. Den No. 5 Elbe Lotsenschoner und den Energy Observer findet ihr im Traditionsschiffhafen in der Hafencity.

Als besondere Attraktion werden die russischen Viermaster gehandelt. Um die Liegeplätze der Kruzenshtern und der Sedov an den Landungsbrücken wird es vermutlich aber sehr voll. Viele Schiffe dürfen nicht betreten werden, andere wiederum nehmen viel Geld für eine Besichtigung. Daher lohnt es sich, auch bei den kleineren Schiffen vorbeizuschauen.

Hier findet ihr noch sieben Geheimtipps für den Hafengeburtstag.

Eher in Festivalstimmung? Dann besucht doch am Samstag ein kostenloses Festival.

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Jannik Golek, geboren 1994 in Altona, backt Pizza, die sogar Otto Waalkes schmeckt. Der Hamburger mit kroatischen Wurzeln ist nachtaktiv und morgens passiv, was er durch mindestens fünf Becher Kaffee ausgleicht. Überschüssige Energie baute er bei waghalsigen Bungeesprüngen im australischen Regenwald ab. In Hamburg nutzt er sie für Headbanging im Proberaum seiner Metalcore-Band “Call me home”. Nach dem Studium des Bibliotheks- und Informationsmanagements ist er als Frontend-Entwickler in einer Musikagentur tätig. Für diese hat er eine Website für die DJ-Szene umgesetzt und sich um deren Usability gekümmert. In der KFZ-Werkstatt seines Vaters schraubte er schon als Jugendlicher, seitdem ist er fasziniert von allem, was Motoren und Räder besitzt. Wenn sich das Hamburger Schietwetter erbarmt, ist er auf einem seiner beiden Motorräder unterwegs. Kürzel: jag