Nie wieder Stau? Mit der Seilbahn von Elmshorn bis Diebsteich – das ist die Vision der Grünen im Kreis Pinneberg. Nach dem Erfolg bei der Europa- und Bezirkswahl 2019 versuchen sich die Grünen an einem Höhenflug.

Wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, soll am Donnerstag auf der Mitgliederversammlung der Grünen im Kreis Pinneberg der Antrag für den Bau einer Seilbahn vorgestellt werden. Die Seilbahn soll parallel zur A 23 verlaufen.

Vorbild für diesen Lösungsansatz ist ein 33 Kilometer langes Seilbahnnetz in Boliviens Hauptstadt La Paz. Ziel ist es, mit einer ebenfalls knapp 30 Kilometer langen Seilbahn in Hamburg die anhaltenden Mobilitätsprobleme zu lösen. Die Grünen argumentieren außerdem mit Umweltfreundlichkeit, Kosteneinsparungen und weniger Platzbedarf.

Hamburgs Vergangenheit spricht dagegen

Bereits 2014 diskutierten die Hamburger*innen über eine Seilbahn. Laut Mopo sollte eine Seilbahn vom Heiligengeistfeld in St. Pauli über die Elbe zu den Musicaltheatern im Hafen führen. Für rund 35 Millionen Euro wollte das Unternehmen Stage Entertainment die 1,5 Kilometer lange Strecke realisieren. Das Projekt wurde bei einem Bürgerentscheid mit einer Mehrheit von 63,4 Prozent abgelehnt.

Für den aktuellen Antrag soll dies aber nicht in die Überlegungen einfließen. Damals ging es schließlich um eine Lösung, die vor allem Tourist*innen die Anreise zu den Musicals erleichtern sollte. Bei dem aktuellen Projekt werden vor allem Pendler*innen entlastet.

Bedenken bei der Endgeschwindigkeit

Wie bei den meisten Verkehrsprojekten steht die Kosten-Nutzen-Rechnung im Vordergrund. Eine Seilbahn hat eine Maximalgeschwindigkeit von 40 km/h, eine S-Bahn schafft es auf 160 km/h. Der Vergleich stammt von den Grünen selbst. In ihrem Antrag fordern sie, die Kosten für den Bau eines dritten Eisenbahngleises zwischen Hamburg und Elmshorn mit denen einer Seilbahn zu vergleichen. Es bleibt abzuwarten, was die Kosten-Nutzen-Rechnung ergibt.

jub

Titelfoto: pixabay

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Justus Beyer, Jahrgang 1993, macht aus Scheiße Geld. Als Mitbegründer der Firma Horse Powered versorgt er Kleingärtner und Floristen mit Naturdünger-Pellets. Mit einem Jahr saß er das erste Mal auf einem Pferd, Landei ist er trotzdem nicht. Für das Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften zog es ihn vom Dortmunder Familienhof nach Hamburg. Dort analysierte er als Werkstudent bei dem Werberiesen Jung von Matt Zielgruppen und Wettbewerber namhafter Kunden. Unternehmen wie BMW, Montblanc und Ricola bereiteten ihm schlaflose Nächte. Bei Xing fand er dann sein persönliches Silicon Valley: Massagen im Büro, Geburtstagskonfetti und persönliche Weihnachtsgrüße vom CEO. Als Curation Manager fütterte Justus den Algorithmus und vernetzte Menschen mit gleichen beruflichen Interessen. Seine Konstante im Leben: Espresso. Kürzel: jub

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