Türchen auf: In diesem Jahr erzählen Hamburger*innen im FINK.HAMBURG-Adventskalender von ihrem Leben in der Weihnachtszeit. Tobias arbeitet als Nightmanager in einem Techno-Club. Auch an Weihnachten wird dort gestampft.

Dröhnende Bässe, schwitzende Rücken, flimmerndes Strobo: So eine Technoparty erlebt man mit dem ganzen Körper. Das sagen Raver und das sagt auch Tobias. Der 29-Jährige führt seit einem Jahr Techno-Parties durch. „Brechend voll“ wird es an Weihnachten. Tobias freut sich trotzdem drauf – oder gerade deshalb.

Was sind Deine Aufgaben als Nightmanager?

Tobias: Nightmanager sind dafür verantwortlich, dass alles glatt läuft. Sieht der Backstage ordentlich aus? Haben wir noch genug Ware im Haus? Sind wir alle soweit, dass wir aufmachen können? Nightmanager leiten den Club. In jedem Fall kümmern wir uns um die Artists und das Personal und rechnen nach dem Event die Einnahmen ab.

Außerdem achten wir darauf, dass sich alle Gäste an die Regeln halten. Wir stehen die ganze Zeit in Kontakt mit unseren Türsteher*innen und der Security. Unser Ziel ist es, eine Umgebung zu schaffen, in der sich alle respektvoll verhalten und frei sein können. Gäste, die denken, sie könnten sich aufführen wie in einem Fummelbunker auf dem Kiez, haben bei uns nichts verloren.

Wie sieht das Weihnachtsgeschäft in der Technoszene aus?

Tobias: Bei uns läuft es in den Wintertagen immer ganz gut. Es ist draußen kalt und dunkel, also wollen die Leute im Club zum Schwitzen gebracht werden. An Weihnachten sind zwar viele Zugezogene bei ihren Familien außerhalb der Stadt, dafür lassen es die Hamburger*innen umso doller mit alten Freund*innen krachen.

Wie ist es für Dich, an den besinnlichen Tagen zu arbeiten?

Tobias: Ich hätte gerne alle Weihnachtstage mit meiner Familie verbracht. Wir sehen uns so selten im Jahr, da ist die Weihnachtszeit das Mindeste, was ich mit ihnen teilen kann. Und Wild mit Preiselbeersoße und Rotkohl ist schon geiler als eine Pizza nach der Party. Aber dieses Jahr bin ich dran: In der Silvesternacht lege ich selbst als DJ auf.

Foto: Selim Sudheimer

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Es gibt kein Gericht, das Kim Ly Lam, Jahrgang 1996, nicht mag – sogar Raupen hat sie schon einmal probiert. Besonders begeistert ist sie von der internationalen Küche, denn diese ist so bunt und vielfältig wie ihre Interessen: Hip-Hop, Film, Politik und Reisen zählen etwa dazu. In Südafrika arbeitete sie in einer NGO und betreute die Kinder traumatisierter Frauen aus den Townships. Mit diesen Erfahrungen im Gepäck zog sie für ihren Bachelor in Digital Media nach Hamburg. Dort startete sie als freie Autorin für das “Hamburger Abendblatt”, “ze.tt” sowie die “Berliner Gazette” und schrieb über Big Data, Hamburger Lokalpolitik und auch sensible Themen wie sexuellen Missbrauch. Dem Essen blieb sie auch beruflich treu: In der Versuchsküche von Gruner + Jahr verkostete sie täglich bis zu zwölf Gerichte – und kochte sogar für Tim Mälzer. Kürzel: kil