Türchen auf: In diesem Jahr erzählen Hamburger*innen im FINK.HAMBURG-Adventskalender von ihrem Leben in der Weihnachtszeit. Heute spricht der Solo-Pauker Brian Barker darüber, was Weihnachten für ihn besonders macht – und warum der Musiker alle zwei Jahre fast keine Zeit dafür hat.

Brian Barker ist seit 2006 Solo-Pauker an der Hamburgischen Staatsoper. Der gebürtige Kanadier ist Vater von zwei Kindern. Mit seinem Pauker-Kollegen hat Brian die Abmachung getroffen, dass immer nur einer der beiden Musiker an den Feiertagen spielt und alle Dienste am Ende des Jahres übernimmt. In diesem Jahr ist Brian wieder an der Reihe, die Paukenschlägel zu schwingen. Der einzige freie Tag ist für ihn dann nur Heiligabend.

Bereuen Sie es, so wenig Zeit für die Familie zu haben?

Brian Barker: Klar bedauere ich es manchmal, dass ich nicht länger bei meinen Kindern bleiben kann. Aber dafür, dass ich bis Anfang Januar fast durchgehend arbeite, sind die knapp 36 Stunden, die ich mit meiner Familie verbringen kann, wirklich okay. Ich kann meinem Kollegen die Zeit mit seiner Familie gönnen. Da muss man Kompromisse machen und ich finde, das ist ein ziemlich guter Kompromiss. Es ist schön, dass ich alle zwei Jahre bis zum 4. oder 5. Januar komplett frei habe. Und wenn ich selbst arbeite, weiß ich, dass mein Kollege die Zeit mit seiner Familie genießen kann.

Für mich ist es immer etwas sehr besonderes, dieses Weihnachtsoratorium-Ballett zu spielen. Wir spielen Musik, weil wir Musik lieben. Ein Leben ohne Musik ist für uns nicht vorstellbar. Und wir spielen gerne Musik, weil wir gerne etwas nach außen kommunizieren möchten. Wir versuchen, damit eine Verbindung zwischen uns, der Bühne und dem Publikum herzustellen. Und wenn man dann positives Feedback von den Besuchern bekommt, dann ist das einfach toll.

Was macht für Sie die Vorweihnachtszeit und Weihnachten besonders?

Barker: Die Stimmung ist einfach anders an Weihnachten. Viele sind gestresst wegen der Einkäufe oder weil sie die Feiertage organisieren müssen. Aber in der Stadt und in den Straßen ist so eine außergewöhnliche Atmosphäre. All diese Bäume, all diese Lichter, die Hütten mit kleinen Dingen aus Holz oder die Glühweinstände. Das ist einfach eine besondere Zeit. Und man muss sich einfach die Zeit nehmen, das zu genießen. Das kommt nur einmal im Jahr.

Mit kleinen Kindern ist Weihnachten natürlich toll. Die stehen dann um 5 Uhr auf und rennen zum Baum und dann kommen sie und rufen „Daddy Daddy, schau was der Weihnachtsmann gebracht hat“. Diese pure Freude, die Erwartung der Kinder am Vorabend und dabei zu hören, wie sie das alles wahrnehmen, ich liebe das.

Was ist Ihnen in der Weihnachtszeit wichtig?

Barker: Mir ist in der Weihnachtszeit wichtig, dass wir das Gefühl der Zeitlosigkeit haben. Wenn ich in der Familie mit meinen Kindern beisammen bin, brauchen wir nicht andauernd auf die Uhr zu schauen. Wir können einfach lange schlafen oder bis 15 Uhr in Pyjamas Brettspiele spielen. Oder wir gehen auf den Spielplatz. Einfach dieses Gefühl haben zu können, keine Termine geplant zu haben. Nicht auf die Uhr schauen zu müssen sondern einfach die Zeit zusammen genießen zu können. Das ist für mich das Allerbeste und das Allerwichtigste. Auch wenn ich es nur alle zwei Jahre richtig auskosten kann.

Du möchtest ein anderes Türchen öffnen? Hier geht’s zum Adventskalender.

Titelfoto: Lukas Dose

Vorheriger Artikel“An Weihnachten werden die größten Banditen sentimental”
Nächster Artikel“Ein Selfie mit dem Weihnachtsmann ist ein guter Wunsch”
Lukas Dose, 1995 in Plön geboren und dort aufgewachsen, ist Nordlicht durch und durch. Auch ein kurzes Intermezzo in Salzgitter für seinen Bachelor in Medienmanagement konnte das nicht ändern – Hamburg sollte es sein. Bei einem Praktikum in der Social-Media-Agentur Elbkind rückte er unter anderem Müsliriegel für Fotoshootings ins rechte Licht. Mit seinen knapp zwei Metern ist er der Größte im FINK-Newsroom. Die geringe Beinfreiheit im Flugzeug hält ihn aber nicht davon ab, die Welt zu entdecken: Die Vereinigten Arabischen Emirate, USA und Skandinavien hat er unter anderem schon bereist. In Schweden faszinierte ihn die fortgeschrittene Digitalisierung. Bargeldloses Bezahlen, schnelles Internet, Wlan überall – gute Argumente, um nach dem Master vielleicht noch weiter in den Norden zu ziehen. Kürzel: lud