Der kleine Lord | Bild: ARD/Degeto
ARD Degeto DER KLEINE LORD, "Little Lord Fauntleroy", am Freitag (18.12.20) um 20:15 Uhr im ERSTEN.

FINK-Redakteur Lucas Rudolf kann den Weihnachtsfilm „Der kleine Lord“ quasi auswendig mitsprechen. Auch die Hintergründe zum Film kennt er. Ihr auch? Zum Beispiel, welche Person erst hier und später als Captain der Enterprise auftrat.

Jedes Jahr zu Weihnachten berührt uns die Geschichte des kleinen Cedric. In New York geboren, fährt er nach England, um als Lord Fauntleroy das Erbe seines Großvaters anzutreten, dem Earl von Dorincourt. Im Lauf der Geschichte schafft Cedric es, das Herz seines mürrischen Großvaters zu erweichen. Zum Happy End feiern sie ein gemeinsames Weihnachtsfest in Schloss Dorincourt.

Die Geschichte basiert auf dem Kinderbuch der britischen Autorin Frances Hodgson Burnett, das schon 1886 erschienen ist. Es wurde in viele Sprachen übersetzt und in den letzten hundert Jahren über zehn Mal verfilmt mal mehr, mal weniger nah an der Romanvorlage. Die bekannteste Verfilmung, die alljährlich an Weihnachten im Fernsehen läuft, ist eine Fernsehproduktion von 1980.

Die Handlung spielt übrigens im Jahre 1872. Das sieht man unter anderem in der Ausgabe der New York Tribune, die Mr. Hobbs gegen Ende des Films Dick, dem Schuhputzer, zeigt.

Sci-Fi-Schauspieler in Dorincourt

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Wer genau hinschaut, der entdeckt in „Der kleine Lord“ ein paar Stars, die damals noch gar keine Stars waren. Der Stallmeister Wilkins, der Cedric das Reiten beibringt, wird gespielt von Patrick Steward. Erst sechs Jahre später lenkt dieser als Captain Jean-Luc Picard das Raumschiff Enterprise durch die Tiefen des Weltalls.

Auch der Earl von Dorincourt, gespielt von Alec Guinness, sah schon das ein oder andere Raumschiff von innen. Der britische Schauspieler verkörperte in Star Wars Episode IV bis VI den Jedi-Meister Obi-Wan Kenobi.

Kaum zu erkennen ist der kurze Auftritt von Bill Nighy. Auf dem Ball im Schloss spielt der britische Golden-Globe-Gewinner die Begleitung der Lady Grace. Fans können ihn also in zwei Weihnachtsklassikern sehen: In „Tatsächlich … Liebe“ spielt Bill Nighy den abgehalfterten Rockstar Billy Mack.

Schloss Dorincourt ist in der Realität das Belvoir Castle im Zentrum Englands. Später wurden dort auch „The Da Vinci Code“ oder die Netflix-Serie „The Crown“ gedreht.

Hauptdarsteller hat Wurzeln in Hamburg

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Zehn Jahre alt war Ricky Schroder, als er den kleinen Lord spielte. Wie Cedric stammt auch er aus New York, hat aber deutsche Wurzeln: In einem Interview mit dem Stern verriet er, dass seine Großeltern aus der Nähe von Hamburg in den 1940er Jahren nach Amerika auswanderten.

Nach „Der kleine Lord“ spielte Ricky Schroder in Serien wie „24“ oder „Scrubs“ mit. Heute ist er 50 Jahre alt und vierfacher Vater. Leider sorgt er in letzter Zeit vermehrt für negative Schlagzeilen: Im November diesen Jahres beteiligte sich Schroder nach eigenen Angaben an der Kaution von Kyle Rittenhouse, der auf einer Black-Lives-Matter-Demonstration in Kenosha (USA) zwei Menschen erschossen haben soll.

Ein Klassiker seit fast 40 Jahren

Seit 1982 ist „Der kleine Lord“ fester Bestandteil im Weihnachtsprogramm. Dieses Jahr läuft der Film am 18. Dezember um 20:15 Uhr im Ersten. Dann können sich Fans wieder darauf freuen, dass Mr. Havisham den Film mit seiner Erzählung einleitet: „Jede Reise ins Unbekannte ist ein Abenteuer. Meine war sogar mehr als das. Ich war auf der Suche nach einem kleinen Jungen, mit dem es eine besondere Bewandtnis hatte.“

Beitragsbild: ARD/Degeto

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Lucas Rudolf, Jahrgang 1995, ist ein Mann der Gegensätze: In seiner Freizeit headbangt er am liebsten zu den Klängen von Metal-Bands wie Caliban, Amon Amarth und Cypecore – oder tanzt Rumba, Walzer, Tango. Obwohl im Schwabenland geboren, zog es ihn für ein Studium im Bereich Multimediajournalismus zu den „verfeindeten“ Badenern nach Karlsruhe. Richtiger Lokalpatriotismus ist ihm als überzeugter Europäer aber trotzdem fremd. Als Interrail-Backpacker hat Lucas mittlerweile fast jedes Land des Kontinents bereist – ohne dabei jedoch auch nur ein Bild seiner Reisen auf Instagram geteilt zu haben. Lieber berichtete er als freiberuflicher Reporter über seine Reisen im SWR-Radio, seinem ersten Job nach dem Bachelorabschluss. Seiner Vorliebe für Europa ging er als Freiberufler und Filmemacher nach: Für ein Europe Direct Informationszentrum produzierte er Dokus über Europapolitik und hielt Vorträge. Jetzt will er noch herausfinden, wo er in Hamburg headbangen und tanzen kann. Kürzel: lur