Durch die Anerkennung im Ausland erworbener Abschlüsse konnte Hamburg in den letzten Jahren tausende Fachkräfte dazugewinnen. Das gab der Senat gestern bekannt.

Die Zahl an Fachkräften in Hamburg ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Grund dafür ist die Anerkennung im Ausland erworbener Abschlüsse. Allein in den Jahren von 2012 bis 2019 wurden über 6700 Anerkennungsverfahren geführt. Das gab am Montag der Senat nach einer Großen Anfrage der rot-grünen Regierungsfraktionen bekannt.

Das Gewinnen von Fachkräften sei ein Schlüsselthema, um Wohlstand und Lebensqualität in Hamburg aufrechtzuerhalten, so Kazim Abaci, Migrationsexperte der SPD. „Unsere Stadt kann davon profitieren, dass Hamburg als Lebens- und Arbeitsort attraktiv, vielfältig und bunt ist.“

Anerkennung ein Gewinn für Alle

Mit mehr als 2200 Verfahren ist der häufigste im Ausland ausgebildete Beruf der des Lehrers oder der Lehrerinnen. Aber auch 825 Ärtz*innen konnten gewonnen werden, sowie Gesundheits- und Krankenpfleger*innen oder Ingenieur*innen.

Die Fachkräfte kommen größtenteils aus Europa (EU). Außerhalb der EU sind die Hauptherkunftsländer von Fachkräften Syrien, Iran, Polen und Russland. Die Anerkennung und Anpassung der Qualifikation ist laut Filiz Demirel, migrationspolitische Sprecherin der Grünen, ein Gewinn für alle, denn neben der fachlichen-, brächten die Betroffenen auch interkulturelle Kompetenz mit.

In Hamburg fast doppelt so viele Neuanträge wie in anderen Bundesländern

Ein 2012 erlassenes Bundesgesetz erleichtert vor allem aus Europa kommenden Menschen die Anerkennung ihrer Berufs- und Studienabschlüsse. Hinzu kommt der in Hamburg geltende Rechtsanspruch auf Beratung. Das neueingerichtete Hamburg Welcome Center bietet Beratungs- und Unterstützungsangebote für Fachkräfte, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber unter einem Dach an. „Der Hamburger Dreiklang aus Anerkennungsanspruch, Beratung und dem aus Landesmitteln finanzierten Stipendienprogramm für die Weiter- oder Teilqualifizierung ist erfolgreich und zeigt erhebliche Wirkung“, sagte Abaci. Im Durchschnitt würden fast doppelt so viele Neuanträge pro 10 000 Einwohner*innen gestellt wie in anderen Bundesländern.

Rot-Grün möchte sich deshalb auch nach der Corona-Pandemie weiterhin für einen Ausbau der Beratungsstrukturen einsetzen.

man/dpa

Beitragsbild: dpa/Angelika Warmuth