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Hamburg: Das Alkoholverbot soll bis Ende Juni verlängert werden. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Nach Verstößen gegen die Corona-Auflagen in den Hamburger Szenevierteln soll das Alkoholverbot nun bis Ende Juni verlängert werden.

Die Hamburger Polizei hat am vergangenen Wochenende erneut Menschenansammlungen im Schanzenviertel, auf St. Pauli und im Stadtpark aufgelöst. Nun will Sozial- und Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) das Alkoholverbot in der Schanze und auf St. Pauli bis Ende Juni verlängern.

In den Hamburger Szenevierteln gilt seit letztem Freitag an Wochenenden ein Alkoholverbot. Zwischen 20 und 6 Uhr ist der Verkauf von alkoholischen Getränken verboten. Alkohol darf dann nur in Lokalen verzehrt werden, nicht jedoch auf der Straße. Auch die Gastronomie muss ab 23 Uhr den Außenbereich schließen.

Im Bereich der Reeperbahn versammelten sich am Wochenende rund 4000 Personen. Diese hätten sowohl die Abstandsregeln als auch die Maskenpflicht missachtet, berichtet die Polizei. Es hätte jedoch oft ausgereicht, diejenigen daran zu erinnern und zu ermahnen. Nach Angaben der Polizei kamen am Schulterblatt rund 1000 Personen zusammen und etwa 800 Menschen in den angrenzenden Straßen des Schanzenviertels.

Das neu verhängte Alkoholverbot zeigte laut Polizei Wirkung, die Ansammlungen hätten sich gegen 23 Uhr meist selbstständig aufgelöst. Insgesamt seien die Einsätze trotz einiger Verstöße und Aggressionen gegen Beamte wesentlich friedlicher als am letzten Mai-Wochenende verlaufen.

Verstöße im Stadtpark und Ottensen

Auch im Stadtpark kam es am vergangenen Samstag zu zahlreichen Verstößen gegen die Corona-Maßnahmen. Dort versammelten sich rund 750 überwiegend junge Menschen. Anwohner hätten sich über laute Musik und Lärm beschwert, hieß es. Laut Polizei war die Stimmung angespannt, es seien Flaschen auf die Fahrzeuge der Beamten geworfen worden. Die Beamten nahmen zwei Tatverdächtige fest. Zwar sieht die Corona-Verordnung im Stadtpark aktuell kein Alkoholverbot vor, die Polizei kann es jedoch anordnen.

Bereits in der Nacht zum Samstag war es zu zahlreichen Verstößen gegen die Verordnung am Alma-Wartenberg-Platz in Ottensen gekommen. Rund 400 Besucher blockierten den Angaben zufolge die Straße, hielten sich nicht an die Abstände, trugen keine Maske und tranken trotz Verbots Alkohol. Die  Beamten versuchten über Lautsprecheransagen eines Wasserwerfers die Ansammlung aufzulösen, woraufhin die Personengruppe zunehmend aggressiv reagiert hätte, so die Polizei. Fünf Personen seien in diesem Zusammenhang vorläufig festgenommen worden.

dpa/mal

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