Eine medizinische Maske, ein Corona-Selbsttest und ein offenes Buch liegen beieinander. Präsenzpflicht Hamburg
Hamburgs Schulsenator Ties Rabe möchte weiterhin Präsenzpflicht in Schulen der Stadt umsetzen. Foto: neelam279/Pixabay

Schulsenator Ties Rabe möchte weiter an einer Präsenzpflicht in Hamburg für Schulen festhalten. Die Hamburger Bürgerschaft tagt währenddessen unter neuen Corona-Regelungen.

Hamburgs Schulen sollen auch weiterhin in Präsenz unterrichten. Dafür sprach sich Hamburgs Senator für Schule und Berufsbildung, Ties Rabe (SPD), am Dienstag aus. In der Bürgerschaft gelten seit heute die 3G-Regelungen und eine permanente Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske. Außerdem müssen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson geimpfte Personen seit dem Wochenende eine dritte Impfung erhalten haben, um als geboostert zu gelten. Ein Überblick auf die aktuelle Lage in der Hansestadt.

Präsenzpflicht für Hamburgs Schulen

Hamburgs Schulsenator Rabe geht nicht von einer baldigen Rückkehr der Schulen zur Online-Lehre aus. „Im Moment ist das für uns kein Thema“, sagte der Politiker am Dienstag auf der Landespressekonferenz. Die Präsenzpflicht in Hamburg sei weiter vertretbar. Nur zwei Prozent der Patient:innen in Kliniken sei unter 20 Jahre alt, die Bewertung der Lage müsse auf Basis der Zahlen von Erkrankungen der Kinder und Jugendlichen erfolgen, so Rabe weiter. Ein gemischter Unterricht aus Online- und Präsenzlehre übersteige zudem die Belastbarkeit der Lehrer:innen.

Quarantäne: Sorge und Zuversicht zugleich

Sorge mache Rabe die Quarantäne-Situation bei den Lehrkräften. Zwar sei die Zahl der krankheitsbedingten Ausfälle mit 9,8 Prozent im Normalbereich der „Erkältungsmonate“ im Winter, allerdings sei durch steigende Quarantänefälle mit einem Anstieg zu rechnen. Ein Lehrkräfteengpass könne entstehen, da sich die Fälle nicht gleichmäßig auf alle Schulen verteilten, so Rabe.

Positiv äußerte sich Rabe zur Quarantäne-Regelung bei den Schüler:innen. Sie müssen bei einer Infektion künftig nur noch fünf Tage in Isolation und haben danach die Möglichkeit, sich bei Symptomfreiheit mit einem schuleigenen Schnelltest frei zu testen.

Neue Coronamaßnahmen in der Bürgerschaft

In der Bürgerschaft gelten ab der heutigen Sitzung neue Regelungen zum Schutz vor einer Coronaerkrankung: Alle Abgeordneten müssen die 3G-Regel einhalten, also vollständig geimpft, genesen oder getestet sein. Auch eine FFP-2-Maske ist Pflicht.

Für den Fall, dass Sitzungsteilnehmer:innen die Einhaltung der 3G-Regel nicht gewährleisten können, müssen sie in einem eigenen Bereich Platz nehmen. Darüber informierte Parlamentspräsidentin Carola Veit (SPD) am Dienstag. In jedem Fall müsse ab sofort durchgehend eine FFP-2-Maske getragen werden. Die AfD kritisierte diese Maßnahmen, die Partei findet sie unverhältnismäßig und nicht zielführend.

Sieben-Tage-Inzidenz und Impfungen

Die Hamburger 7-Tage-Inzidenz liege laut dem Institut für Hygiene und Umwelt bei 1337. Doch auch die Zahl der Booster-Impfungen nahm in der vergangenen Woche zu. Insgesamt wurden über 100.000 Dosen verimpft.

Senatssprecherin Julia Offen stellte am Dienstag zudem klar, dass Menschen, die mit dem Vakzin von Johnson & Johnson geimpft wurden, seit dem Wochenende drei Impfungen benötigen, um als geboostert zu gelten. Vorher hatte eine Auffrischungsimpfung mit einem anderen Impfstoff ausgereicht.

Mehr als 10.000 Menschen ließen sich vergangene Woche zum ersten Mal impfen. Der Senat gab am Dienstag außerdem bekannt, dass für den restlichen Januar noch rund 7.500 online buchbare Termine für eine Corona-Impfung vorliegen würden.

jek/dpa