Viel mehr Abfall: Die Corona-Krise wirkt sich auch auf den Hamburger Müll aus. Vermehrtes Online-Shopping und Einwegverpackungen sind schuld an überquellenden Mülleimern.
Die Corona-Maßnahmen haben Anfang März auch die Hamburger Gastronomie zum Lockdown gezwungen. Hamburger*innen durften in Restaurants Gerichte nur noch zum Mitnehmen bestellen. Die Konsequenz: Vermehrter Verpackungsmüll und verstopfte Mülleimer. Dafür sei deutlich weniger Abfall in den Gewerbemülltonnen gelandet, so ein Sprecher der Hamburger Stadtreinigung. Insbesondere an urbanen Hotspots, etwa an der Elbpromenade in der Nähe des Portugiesenviertels, seien vermehrt Pizzakartons neben den Behältern gelandet. Die Stadtreinigung Hamburg musste dort häufiger saubermachen.
Mehr Abfall in Hamburger Haushalten
Durch die Ausgangssperre bestellten mehr Menschen Artikel online. Dadurch erhöhte sich auch die Anzahl von Kartons in Altpapiercontainern. Diese waren oftmals nicht richtig zusammengefaltet. Die Konsequenz: Das Altpapier landete oft neben den Containern.
Laut Stadtreinigung Hamburg sind im April im Vergleich zum Vorjahr 13 Prozent mehr Abfall in den Wertstofftonnen gelandet. Dabei handelt es sich vor allem um Verpackungsmüll privater Haushalte. Auch im Vergleich zum Vorjahr sei die Menge an Bio- und Grünabfällen in den ersten vier Monaten dieses Jahres um mehr als drei Tonnen gestiegen – ob dies mit Corona zusammenhängt ist jedoch unklar.
Müll wird falsch entsorgt
“Im Vergleich zum Vorjahr sind bei der Stadtreinigung Hamburg 2020 im Durchschnitt rund 38 Prozent mehr Meldungen über Verunreinigungen und wilde Müllablagerungen eingegangen”, heißt es mit Blick auf die ersten vier Monate des Jahres. Das liege aber nicht unbedingt an einem veränderten Verhalten der Hamburger*innen. Wegen der Abstandsregelungen hätten sich die Kontrolleur*innen der Stadtreinigung Hamburg nicht auf weggeworfene Zigaretten konzentriert, sondern vermehrt auf wilde Müllablagerungen geachtet.
mfa/dpa
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Marie Filine Abel, geboren 1992 in Hamburg, diskutiert leidenschaftlich gern: Mit einem Verschwörungstheoretiker im Flugzeug über Aliens, mit Margarete Stokowski via Instagram über die feministischen Implikationen jungfräulicher Cocktails, oder beim Kartenspiel am Küchentisch. Zwischen den Zeilen zu lesen hat sie während ihres Studiums der Kulturwissenschaften in Lüneburg gelernt. Sie hospitierte am Hamburger Schauspielhaus in der Regie und interviewte für das Stadtmagazin „Szene Hamburg“ Künstler, Krippensammler und Klimaaktivist*innen. Da war klar: Marie will als Journalistin Anderen Raum für ihre Geschichten geben. Eine sein, die den Mund aufmacht und auf Missstände hinweist - ganz so, wie sie es in ihrer Kindheit aus Musikkassetten von Hannes Wader oder Fredrik Vahle gelernt hat. Kürzel: mfa