Teilnehmer G20-Gipfel. Bild: dpa
Teilnehmer G20-Gipfel. Bild: dpa

Schon mal etwas von Joko Widodo gehört? Der Indonesier ist wahrscheinlich der Unbekannteste unter den G20-Teilnehmern – obwohl er Präsident von 255 Millionen Menschen ist. Das sind die politischen Akteure des Gipfels:

Deutschland

Angela Merkel (Deutschland). Foto: dpa

Kanzlerin ANGELA MERKEL (62) richtet ihren ersten G20-Gipfel im eigenen Land aus. Sie hat gute Chancen auf eine vierte Kanzlerschaft und wird wegen der schwierigen Entwicklung in den USA inzwischen als „Führerin der freien Welt“ betitelt – gegen ihren Willen.

USA

Donald Trump (USA). Bild: dpa
Donald Trump (USA). Bild: dpa

US-Präsident DONALD TRUMP (71) steht in seinem Land vor einem Berg an Problemen: von einer noch fehlenden Steuerreform bis zur Russland-Affäre. Beim Gipfel wird er wegen seiner nationalistischen Handels- sowie der kontroversen Klimapolitik für Gesprächsstoff sorgen, vielleicht sogar für Streit.

Russland

Wladimir Putin (Russland). Bild: dpa
Wladimir Putin (Russland). Bild: dpa

Für Kremlchef WLADIMIR PUTIN (64) ist die erste Begegnung mit US-Präsident Trump wohl das wichtigste Ereignis des Gipfels. Die Beziehungen zwischen Moskau und Washington sind so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht. Bei den Krisenherden Syrien, Ukraine und Nordkorea hat Putin ein wichtiges Wort mitzureden.

China

Xi Jinping (China). Bild: dpa
Xi Jinping (China). Bild: dpa

Der chinesische Staatschef Xi JINPING (64) will, dass sein Land eine größere Rolle auf der Weltbühne spielt. Die Isolation der USA unter Trump hilft ihm, sich als Vorreiter im Freihandel und Klimaschutz zu präsentieren – obwohl die Realität in China ganz anders aussieht.

Türkei

Recep Tayyip Erdogan (Türkei). Bild: dpa
Recep Tayyip Erdogan (Türkei). Bild: dpa

Der türkische Präsident RECEP TAYYIP ERDOGAN (63) ist seit seinem Sieg beim Verfassungsreferendum mächtiger als je zuvor. Die Opposition wirft ihm vor, eine Diktatur zu errichten. Sein erster Deutschland-Besuch seit zwei Jahren ist wegen der Krise in den deutsch-türkischen Beziehungen heikel: Einen Auftritt vor Anhängern hatte die Bundesregierung ihm verboten.

Saudi-Arabien

König Salman (Saudi-Arabien). Bild: dpa
König Salman (Saudi-Arabien). Bild: dpa

An der Spitze des Königreichs Saudi-Arabien steht SALMAN (81), dessen Sohn Mohammed bin Salman (31) in den vergangenen Jahren immer mächtiger wurde. Wegen der Katar-Krise sagte Salman seine Teilnahme am G20-Gipfel ab. Nach Angaben der saudi-arabischen Botschaft in Berlin wird Staatsminister Ibrahim al-Assaf die Delegation des Königreiches anführen.

Japan

Shinzo Abe (Japan). Bild: dpa
Shinzo Abe (Japan). Bild: dpa

Der Rechtskonservative Ministerpräsident SHINZO ABE (62) sorgte nach Jahren wechselnder Regierungen in Japan für Stabilität. Doch nun machen Skandale Schlagzeilen und Abes Umfragewerte sind deutlich gesunken. Eine Einigung mit der EU über ein Freihandelsabkommen am Rande des Gipfels würde für willkommene Ablenkung sorgen.

EU

Links: Jean-Claude Juncker und Donald Tusk (EU). Bilder: dpa
v.l.n.r: Jean-Claude Juncker und Donald Tusk (EU). Bilder: dpa

Die EU wird in Hamburg von Kommissionschef JEAN-CLAUDE JUNCKER (62) und Ratspräsident DONALD TUSK (60) vertreten. Die beiden Politiker wollen die EU als Vorkämpferin für den freien Welthandel positionieren. Im Vorfeld kündigten sie zudem Konsequenzen für Handelspartner an, die ihre Märkte abschotten: Sie müssen künftig verstärkt mit Gegenmaßnahmen der EU rechnen.

Frankreich

Emmanuel Macron (Frankreich). Bild: dpa
Emmanuel Macron (Frankreich). Bild: dpa

Noch vor einem halben Jahr galt EMMANUEL MACRON (39) als chancenloser Außenseiter im Kampf um das Präsidentenamt, nun ist er das jüngste Staatsoberhaupt, das es jemals in Frankreich gab. In Europa arbeitet er eng mit Bundeskanzlerin Merkel zusammen, auf internationaler Ebene will er in Syrien den Frieden herbeiführen.

Großbritannien

Theresa May (Großbritannien). Bild: dpa
Theresa May (Großbritannien). Bild: dpa

Premierministerin THERESA MAY (60) kommt nach ihrem Wahldesaster in Großbritannien geschwächt zum G20-Gipfel, ihre Minderheitsregierung steht auf wackeligen Beinen. Acht Tage vor dem Gipfel traf sie bereits Kanzlerin Merkel, dabei dürfte es auch um den Ausstieg Großbritanniens aus der EU gegangen sein.

Italien

Paolo Gentiloni (Italien). Foto: Shealah Craighead
Paolo Gentiloni (Italien). Foto: Shealah Craighead

Ministerpräsident PAOLO GENTILONI (62) ist erst seit Dezember im Amt. Als aktueller Vorsitzender der G7-Gruppe steht das Thema Migration und somit die Kooperation mit afrikanischen Staaten ganz oben auf seiner Agenda – natürlich auch, weil Italien besonders betroffen ist. Ein Manko: Er wurde nicht vom Volk gewählt und gilt als Übergangs-Premier.

Kanada

Justin Trudeau (Kanada). Bild: dpa
Justin Trudeau (Kanada). Bild: dpa

Der liberale Premierminister JUSTIN TRUDEAU (45) gilt als „Kennedy Kanadas“ und Darling der Diplomatie, auch wenn die Euphorie um ihn im Heimatland etwas nachgelassen hat. Trudeau will Kanada eine stärkere und aktivere Rolle auf der internationalen Politikbühne geben.

Südkorea

Moon Jae In (Südkorea). Bild: dpa
Moon Jae In (Südkorea). Bild: dpa

Präsident MOON JAE IN (64) gibt sein Gipfeldebüt. Nach Turbulenzen wegen eines Korruptionsskandals um seine Vorgängerin Park Geun Hye trauen die Südkoreaner dem Linksliberalen zu, das Land in ruhigere Fahrwasser zu steuern. Die größte Herausforderung bleibt der Streit um Nordkoreas Atomprogramm.

Argentinien

Mauricio Macri (Argentinien). Fotos: Carolina Antunes/PR
Mauricio Macri (Argentinien). Bild: Carolina Antunes/PR

Wegen Sparprogrammen und hoher Inflation in der Heimat unter Druck, ist Präsident MAURICIO MACRI (58) international als Verfechter offener Märkte umgarnt. Argentinien will zudem rasch ein Freihandelsabkommen zwischen dem Südamerika-Bund Mercosur und der EU abschließen.

Mexiko

Pena Nieto (Mexiko). Bild: Presidencia de la República Mexicana
Pena Nieto (Mexiko). Bild: Presidencia de la República Mexicana

Angesichts der Konflikte mit dem wichtigen Partner USA sucht Mexikos Staatschef Enrique PENA NIETO (50) nach neuen Verbündeten. Beim Besuch von Angela Merkel sagte der im eigenen Land äußerst unbeliebte Präsident der Bundeskanzlerin bereits Unterstützung bei den G20-Themen Klimaschutz und Freihandel zu.

Brasilien

Michel Temer (Brasilien). Bild: dpa
Michel Temer (Brasilien). Bild: dpa

Präsident MICHEL TEMER (76) droht in Brasilien das Aus wegen einer Korruptionsaffäre – erst sagte er deswegen für Hamburg ab, nun will er doch kommen, auch um neue Handelsbündnisse zu schließen. Die Not ist groß: Seit 2015 brach die Wirtschaft Brasiliens um 7,4 Prozent ein. Die politische Krise verhindert notwendige Reformen.

Südafrika

Jacob Zuma (Südafrika). Bild: GovernmentZA (Link: https://flic.kr/p/h73rAK)
Jacob Zuma (Südafrika). Bild: GovernmentZA

Wegen Korruptionsskandalen gilt JACOB ZUMA (75) in Südafrika als angezählt. Zudem schwächelt die Wirtschaft, die Arbeitslosigkeit ist zuletzt auf Rekordhöhe gestiegen. Gute Nachrichten vom G20-Gipfel kämen Zuma daher sicher gelegen.

Australien

Malcolm Turnbull (Australien). Bild: Beni Markovski (Link: https://flic.kr/p/oZ6Xjn)
Malcolm Turnbull (Australien). Bild: Beni Markovski/flickr

Premierminister MALCOLM TURNBULL (62) kommt mit einem Rekord nach Hamburg: Australiens Wirtschaft wächst und wächst und wächst – seit bald 26 Jahren ist sein Land inzwischen ohne Rezession. Allerdings wird auch die Abhängigkeit von China immer größer. Zudem bereitet der Klimawandel zunehmend Probleme.

Indien

Narendra Modi (Indien). Bild: Global Panorama (Link: https://www.flickr.com/photos/121483302@N02/)
Narendra Modi (Indien). Bild: Global Panorama/flickr

Ministerpräsident NARENDRA MODI (66) reist mit viel Selbstbewusstsein an. Indien wird China bald als 1,3-Milliarden-Einwohner-Staat als bevölkerungsreichste Nation ablösen. Außerdem beträgt das Wirtschaftswachstum 7,1 Prozent – mehr hat keiner der G20-Teilnehmer. Aber: Nötige Reformen gehen nicht so gut voran wie erhofft.

Indonesien

Joko Widodo (Indonesien). Bild: Jeon Han (Link: https://flic.kr/p/GfY6WB)
Joko Widodo (Indonesien). Bild: Jeon Han

Indonesiens Präsident JOKO WIDODO (56) gehört zu den unbekannteren Gesichtern. Aber Jokowi – so sein Spitzname – vertritt ein Land, das immer wichtiger wird: 255 Millionen Einwohner, bevölkerungsreichster muslimischer Staat, eine der größten Demokratien. Wirtschaftswachstum: 5 Prozent. Sorge bereitet, dass der radikale Islam an Boden gewinnt.

Mit Material der dpa.

Weiterlesen: Was ist die G20? Warum findet das Treffen in Hamburg statt? Und warum sind so viele dagegen? Antworten auf die 10 wichtigsten Fragen rund um den G20-Gipfel.