Ein Mann und eine Frau kommen sich in einer Hotelsuite näher. Im Hintergrund Meer.
Die "Love Birds" in ihrer Hotelsuite am Meer. Foto: Transfax Film Productions

Ein Mann und eine Frau treffen sich in einer Hotelsuite. Sie feiern mit lustvollen Rollenspielen ihren zehnten Hochzeitstag. Dabei kommen Geheimnisse und Lügen ans Licht. Ist das das Ende ihrer Ehe?

Alles beginnt in einer Tiefgarage. Alon sitzt wartend im Auto. Auf seinem Handy erscheint eine Nachricht: „Deine Glückszahl ist 3650.“ Genervt steigt er aus und holt einen Strauß Rosen und ein Geschenk vom Rücksitz. Er wirkt unzufrieden.

Alon betritt eine elegant eingerichtete Hotelsuite, in der viele Kerzen brennen. Mehrmals ruft er nach seiner Frau Tamara. Auf dem Balkon sitzt eine Dame in rotem Negligé. Sie versucht den sich zierenden Alon zu verführen. Schließlich mit Erfolg: Ohne jegliche Scham setzt sie sich auf ihn und beginnt ihn hemmungslos zu reiten. Während sie miteinander schlafen, sagt Alon mehrmals, dass er verheiratet sei. Anschließend wäscht er sich minutenlang die Hände, raucht eine Zigarre und kippt ein Glas Champagner runter.

Der Film „Love Birds“ des israelischen Regisseurs Dover Kosashvili beginnt schräg und verwirrt den Zuschauer bis zur letzten Minute. Die Begegnung zwischen dem verheirateten Alon und der Unbekannten bleibt nicht der letzte Sex, der in dem Hotelzimmer stattfindet – ganz im Gegenteil: Die Suite wird zum Schauplatz für Rollenspiele mit diversen Akteuren. Mit wem Alon hier genau unter der Decke steckt und welche Intrigen ans Licht kommen, wird erst am Ende klar. Spätestens nach der Hälfte der 70 Minuten fragt man sich, ob Ehefrau Tamara wohl jemals auftauchen wird.

Ein Mann und eine Frau sitzen in der Badewanne
Alon und Tamara feiern ihren zehnten Hochzeitstag. Foto: Transfax Film Productions

Ein Beziehungsdrama, viele Sexszenen, ein tieferer Sinn?

So schwer greifbar die Handlung von „Lovebirds“ ist, so explizit ist die Darstellung von Sex: hemmungslosem Sex, Gruppensex, Nacktheit, schmutzigen Gesprächen und Nahaufnahmen von Geschlechtsteilen. Wer den tieferen Sinn verstehen will, darf sich nicht davon ablenken lassen. „Lovebirds“ ist ein Film über eine Liebe zwischen Leid und Lust, Begierde und Misstrauen. Über Themen, wie die sich in eine Beziehung einschleichende Routine, Treue und Seitensprünge. Ein Film, der viel Interpretationsspielraum zulässt.