Krämerladen in der Osterstraße Foto: Ramona Rahmaninov

Im Herzen von Eimsbüttel liegt der Krämerladen. Hier findet man Sachen, die nicht von der Stange sind: Ramona Rahmaninov verkauft Mode, Accessoires und Schnickschnack in ausgefallenen Varianten  und ist selbst ein ausgeflippter Typ.

Hauptsache anders! Das ist das Motto von Ramona Rahmaninov, die vor ihrer Hochzeit Krämer hieß. Die Besitzerin des Krämerladens hat etwas gegen den Mainstream. Ihr Geschäft gibt es schon seit über fünf Jahren. Die 34-Jährige arbeitete damals bei einer Versicherung und war unzufrieden mit ihrem Job. „Ich habe mich gefragt: Was kann ich eigentlich gut? Die Antwort: feiern und einkaufen. Eine Kneipe wollte ich aber nicht eröffnen, deshalb wurde es ein Laden“, sagt Ramona und schmunzelt. Bereut hat sie das noch nie: „Ich würde mir in den Arsch beißen, hätte ich es nicht probiert“, sagt sie.

Der Businessplan stand schon zwei Jahre vor Eröffnung, auch die zu ihr passenden Labels hatte sie bereits herausgesucht: „Am Anfang habe ich mich nur auf Hamburger Hersteller konzentriert, mittlerweile verkaufe ich auch europäische“, erzählt Ramona. Finanziert hat sie den Laden über Erspartes. „Kein Kredit, keine Eltern“, sagt sie und lacht.

Im Krämerladen werden viele unterschiedliche Typen von Mensch fündig: von Jugendlichen, die hier ihr Taschengeld auf den Kopf hauen bis hin zu Leuten, die über Instagram auf den Krämerladen aufmerksam geworden sind. „Die älteste Dame war 85“, erzählt Ramona. Ihre Lieblingskunden sind jene, die ohne Vorstellungen in den Laden kommen. Diese könne man nämlich gerade bei der Kleiderauswahl mit verschiedenen Outfits überraschen. „Die meisten Kunden kommen dann aus der Umkleide, sehen sich an und ich merke ganz genau, wenn sie denken: Oh wie hübsch bin ich. Das Leuchten in den Augen freut mich jedesmal,“ so die Ladenbesitzerin.

Das „Eimsbüttler Kind“, wie sich die Gründerin selbst nennt, verbringt nach Feierabend am liebsten Zeit mit ihren Freunden, wenn denn dafür Zeit bleibt. Auch Sonntage mit Pancakes dürfen nicht fehlen. Was sie hingegen gar nicht mag, sind Schubladendenken und Vorurteile. Auch deshalb ist der Krämerladen so ausgefallen und bunt. „Was ich allen Mädchen mitgegeben will: Habt Eier! Viele trauen sich nicht, flippige Kleidung oder auffällige Accessoires zu tragen. Ist doch egal ob die Leute schauen,“ so Ramona.

In der Serie Gründerinnen beleuchtet FINK.Hamburg die Hamburger Startupszene und stellt Frauen vor, die den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt haben.

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Lisa-Marie Eichhorn, Jahrgang 1989, schläft besonders gut ein, wenn auf dem Bildschirm „Ultimate Fighting“ läuft. Sie kommt aus der Nähe von Stuttgart und interessiert sich für eine Vielzahl von Themen, von Deutschrap bis Stadtpolitik. Studiert hat sie an der Universität Hamburg, und zwar Deutsche Sprache und Literatur mit dem Schwerpunkt Medien und Theater. Sie hat schon für Medien von „Bild“ bis „Tagesschau“ gearbeitet. Damit finanziert sie das, was sie am liebsten ständig macht: ausgedehnte Reisen.

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